Die Sache mit der Torte

https://wp.me/p2oNbo-en

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Politea

Die Christdemokratie Deutschlands wird ein ähnliches Schicksal ereilen, wie es die Sozialdemokratie verdauen muss. Die fetten Jahre, die großen Tage sind vorbei auf unabsehbare Zeit. Ich bedauere dies; das kommt, weil ich mit diesen beiden Kräften nebst den Liberalen groß geworden bin. Und alt.

Die Ursachenforscher werden vielleicht betonen, alles habe nun mal seine Zeit. Und Zeit läuft ab und andere Kräfte übernehmen die politische Gestaltung. Das hat etwas für sich, vor allem ist dieses Denken und Interpretieren jenen sympathisch, die sich nicht lange bei Selbstzweifeln und -kasteiungen aufhalten wollen. Sie richten den Blick lieber in die Ferne, jwd.
Wem das jedoch zu fatalistisch klingt – Schuld und Schuldgefühle leben nämlich von der Hoffnung auf Erlösung und dem Glauben an die eigenen selbstheilenden Kräfte; und diese Herangehensweise ist sympathisch vor allem für Personen mit masochistischer Begabung – der wird erklären müssen, warum der Niedergang nicht trotz, sondern gerade wegen der bisherigen Haltung und Handlungsweise kam.

Wie dem auch sei, beides also findet vorerst sein Publikum.
Klar jedoch ist das Erstarken der Grünen auf Dauer. Auf Dauer unter der Bedingung, dass eine weitere politische Kraft ersteht, die sich als Gegenkraft zu grün präsentieren und behaupten kann. Die alten Verknüpfungen mit den Begriffen wie „links“ und „rechts“ und „Mitte“ taugen dann nicht und werden mit Inhalten neu gefüllt. Vorschläge dazu bestehen bereits und verdichten sich. Und weiter ist klar: auch wenn der Faschismus Teil europäischer Gene ist und immer wieder und allenthalben aufflackert, wird eine neue politische Struktur unfaschistisch sein. Zwangsläufig; denn Geschichte wiederholt sich nicht.

Uns Christen kommt wie stets die Aufgabe zu, das Wort Gottes in eine sich verändernde Welt hineinzusprechen. Verbum Dei manet in aeternam, Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

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Pentekostä

Religiöse Sprachverwirrung weckt Sehnsüchte nach einer Einheitssprache der Verständigung. Der dreieinige Gott jedoch macht sich in jeder Sprache verständlich.

Darum legten sie ab alle Furcht und Bedenken, alles, was sie behinderte und aufhielt; und sie erzählten freimütig von den großen Wundertaten Gottes bis auf den heutigen Tag.

Es ist nicht unangemessen, Pfingsten synonym für Reisewelle zu gebrauchen. Wie anders konnte sich das Evangelium sonst weltweit verbreiten? Heute bedient sich der Heilige Geist auch unserer neuen sozialen Medien in Wort, Bild und Klang. Und ist immer schon vor uns da. Die Begegnung zwischen Mensch und Mensch, diesseits von facebook und co, ist deswegen nicht obsolet geworden, sondern kostbar.

Beschirm die Obrigkeiten,
richt auf des Rechtes Thron, 
steh treulich uns zur Seiten;
schmück wie mit einer Kron
die Alten mit Verstand,
mit Frömmigkeit die Jugend,
mit Gottesfurcht und Tugend
das Volk im ganzen Land.

(Paul Gerhardt)

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unter schiedlich

Der Hauptunterschied zwischen Kippa, Kreuz und Kopftuch wird am jeweiligen Verzicht darauf deutlich.

Der Verzicht auf das Tragen einer Kippa, eines Kreuzes, ist in jedem Fall ungefährlich.
Der Verzicht auf das Tragen eines Kopftuchs nicht unbedingt.

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Fest des Lebens

#festdeslebens

#bikerpfarrer

#christundmotorrad

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Nolde und wir anderen…

Die Unterscheidung von Person und Werk ist eine christliche, ja biblische Einsicht.

Einerseits können Werke, Taten oder Kunstwerke durchaus als etwas böses betrachtet werden. Dennoch muss es eine Möglichkeit geben, auf die Person einzuwirken.

Und andererseits betont Florian Illies in der ZEIT vom 11.04.19 zurecht:
„Es wäre schön der Wahrheit Raum zu geben, dass leider auch niederträchtige Menschen höchste Kunst schaffen können. Das ist natürlich unbequem. Aber viel mutiger, als wieder damit anzufangen, Bilder abzuhängen.“

Im ersten Sinne geht es um die Würdigung der Person, zu deren Würde eben auch Buße und Besserung gehört. In Strafprozessen beispielsweise kann man das verifizieren.
Im zweiten Sinne geht es um die Würdigung, auch um die kritische Würdigung von Werken, um die künstlerische Freiheit und um das oftmals gar nicht störungsfreie Gespräch zwischen Werk und Schaffendem. Man darf Wagners Antisemitismus durchaus verurteilen unbeschadet der Tatsache, dass ohne seine Musik die Musikgeschichte sehr viel anders verlaufen wäre. Einerseits also geht es um die Rettung und Erlösung der Person, andererseits geht es um die Rettung und Befreiung der Kunst.

Der moderne Strafvollzug unter Absehung von Folter, Todestrafe und Aussichtslosigkeitserklärung ist richtungsweisend. Und Wagner und Nolde stehen auch nur für viele Beispiele, an denen persönliche Gebrochenheit transparent gemacht werden kann und muss. Die Unterscheidung von Werk und Person ist nicht nur eine biblisch begründete Einsicht, sondern auch eine historische Notwendigkeit.

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missio – miss you

Eine missionarische Kirche ist „nicht der Welt, sondern der übrigen Welt voraus“; so lautete ein Text aus der damaligen DDR. Heute hecheln unmissionarisch gewordene Kirchen der übrigen Welt hinterher. Zumindest in unseren Gefilden.
In Mitteleuropa.
Währenddessen zieht Jesus in Jerusalem ein, Ende und Anfang fest anvisiert:
#Karfreitag_for_future

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Lebt!

Denen aber,
die andere zu Opfern machen,
und denen,
die sich all zu gern als Opfer inszenieren,
rufen wir zu:

Mit dem Kreuzestod des Gottessohnes Jesus Christus ist der Opferstatus dauerhaft für obsolet erklärt.
Befreit euch von eurem sinnlosen Tun!
Lebt!

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Handreichung der ekbo zur Gemeindekirchenratswahl

Weil gerade hochemotional und zum großen Teil ohne Kenntnis der Texte über angeblich kirchliche „Gesinnungsschnüffelei“ oder „Stasi-Methoden“ anlässlich der kommenden Wahlen zum Gemeindekirchenrat geredet wird:
1. Der Text der kirchlichen Verlautbarung der ekbo findet sich hier:
2. handelt die Kirche rechtzeitig aus Verantwortung gegenüber ihrer eignen Vergangenheit der 1930er Jahre in dem Wissen darum, dass die Gleichschaltung der Kirchen und die ideologische Ausrichtung zentral über die Besetzung gemeindeleitender Ämter geschah
3. gibt sie in Zeiten schwieriger werdender Gewinnung geeigneter Ehrenamtlicher für kirchliche Leitungsämter eine Orientierung heraus, die auf der Änderung ihrer Grundordnung (Art. 19,1) aus dem Jahre 2013 fußt.
4. ist es eines der Verdienste der jetzigen Kirchenleitung der ekbo, innerhalb der EKD in besonders deutlicher Weise auf die Gefahren unseres Gemeinwesens von Seiten rechtsradikaler Kräfte hingewiesen zu haben.
5. bin ich froh, wenn auch ansonsten in der Gesellschaft überall dort, wo auf demokratische Weise Vorstände und Verantwortungsträger zur Wahl stehen, ähnliche Kriterien mit Blick auf menschenfeindliche Ziele selbstverständlich zur Anwendung kommen.
6. Als „menschenfeindlich“ im Sinne der Grundordnung der ekbo gelten Worte und Taten, die Menschen oder
Menschengruppen, „aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität“ herabwürdigen, diffamieren oder bedrohen.
Diese Aussage ist allgemein gültig formuliert.
7. benennt die Handreichung selbst auch Beispiele, die ihre Anwendung gerade nicht möglich machen.
Lesen!
Und dann argumentieren (ihr kennt das ja…)
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Das politische Christentum 3

SCHULDÜBERNAHME

Weil es Jesus nicht um die Proklamation und Verwirklichung
neuer ethischer Ideale, also auch nicht um sein eigenes Gutsein (Matthäus 19, 17), sondern allein um die Liebe zum wirklichen Menschen geht, darum kann er in die Gemeinschaft ihrer Schuld eintreten, sich mit ihrer Schuld belasten lassen.

Jesus will nicht auf Kosten der Menschen als der einzig Vollkommene gelten, will nicht als der einzig Schuldlose auf die unter ihrer Schuld zugrunde gehende Menschheit herabsehen, will nicht über den Trümmern einer an ihrer Schuld gescheiterten Menschheit irgendeine Idee eines neuen Menschen triumphieren lassen. Er will sich nicht von der Schuld freisprechen, unter der die Menschen sterben. Eine Liebe, die den Menschen in seiner Schuld allein ließe, hätte nicht den wirklichen Menschen zum Gegenstand.
 
Als im geschichtlichen Dasein des Menschen verantwortlich Handelnder wird Jesus schuldig. Es ist allein seine Liebe, die ihn schuldig werden läßt. Aus seiner selbstlosen Liebe, aus seiner Sündlosigkeit heraus tritt Jesus in die Schuld der Menschen ein, nimmt sie auf sich. Sündlosigkeit und Schuldtragen gehören in ihm unlösbar zusammen.
Als der Sündlose nimmt Jesus die Schuld auf sich, und unter der Last dieser Schuld erweist er sich als der Sündlose. In diesem sündlos-schuldigen Jesus Christus hat nun jedes stellvertretend verantwortliche Handeln seinen Ursprung.
 
Dietrich Bonhoeffer
Quelle:
Ethik, DBW Band 6, Seite 275f
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Das politische Christentum 2

„Christinnen und Christen setzen als öffentliche Kirche ihre jeweiligen religiösen Überzeugungen und theologischen Ansätze der Kritik aus. Im Unterschied zu religiös fundamentalistischen Argumentationsmustern, die sich gegen kritische Einwürfe immunisieren, ermöglicht die öffentliche Kirche religiöse Ideologiekritik. Diese Kritik trägt zur religiösen Wahrheitssuche bei. Die Zivilgesellschaft würde verarmen und die Zukunft des Sozialen gefährden, wollte man diese Kritik aus dem öffentlichen in das private Leben verbannen.“

http://gsimon.de/salz-der-erde-licht-der-welt-martin-vetter-zu-kirche-und-oeffentlichkeit/

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Das politische Christentum 1

„Die Schrift sagt uns, dass der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat, in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu sorgen. Die Kirche erkennt in Dank und Ehrfurcht gegen Gott die Wohltat dieser seiner Anordnung an. Sie erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten. Sie vertraut und gehorcht der Kraft des Wortes, durch das Gott alle Dinge trägt.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens werden und also auch die Bestimmung der Kirche erfüllen.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne sich die Kirche über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und staatliche Würde aneignen und damit selbst zu einem Organ des Staates werden.“

Barmer Theologische Erklärung 5

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Lilien auf dem Felde

Wagner schrieb wunderschöne Opern und war als genialer Musikus berühmt. Er starb schon vor langer Zeit. Dennoch kann auch heute noch und morgen seine geniale Musik zu Gehör gebracht werden, seine Klänge können wieder je und je so dramatisch, frisch und lebendig, seine Opern so grandios ertönen, wie einst er sie komponiert hatte. Denn wir haben seine Noten und erfreuen uns der Musik immer aufs Neue.

So etwa ist das auch mit Gott und den Menschen. Jeder von uns ist eine unverwechselbare Lebensmelodie, komponiert vom Leben, geschrieben auf den Seiten unserer Erfahrungen, Gedanken, Gefühle und Taten. Von Gott wunderbar erhört und gehört zu jeder Stund hat er nur unsere Partitur. Und wenn wir verstorben sind, dann bringt Gott unsere einzigartige Melodie im Himmel zum Erklingen in der Fülle, der Tonart, dem Tongeschlecht, der Lautstärke, dem Tempo und Rhythmus entsprechend unserem Gewordensein. Und nichts geht je verloren.

Was ich sagen will: Ich denke Religion vom Menschen her, wenn ich sie beschreiben muss. Es geht ja auch gar nicht anders; mit all den Antworten, mit all den offenen Fragen, den Aporien, den Höhen und Abgründen. Glauben aber verstehe ich von Gott her, Gott glaubt uns, die geglaubten Menschen. Da interessiert mich keine Seele, kein Gefühl, keine konkrete Ausgestaltung von Religion. Ich kann – wohin das alles wohl führt – nämlich nicht gut sinnvolle Aussagen über Gott treffen, weil ich das Ganze nicht überschaue. Ich kann ja nicht mal sagen, wie meine eigene Lebensmelodie einst erklingen wird, denn ich überblicke  nur Teile der Partitur; und außerdem ist sie noch unvollendet. Ich kann mir – anders vielleicht als andere – auch nicht vorstellen, dass es keinen Gott gibt.

Warum denke ich es so? Ästhetik!
Ein von Gott geglaubter Mensch zu sein finde ich einfach schön.
Es verpflichtet mich zu nichts. Bei ihm bin ich schön, egal ob ich mein Lebenslied in moll sing oder dur. Ich glaube den geglaubten Menschen, Jesus Christus.
Religion, Weltanschauung, jedoch finde ich nicht immer schön.
Nur wenn ich es muss.
Dann ja.

HERR, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.
(Psalm 104,24)

Jesus spricht: Schaut die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass sogar Salomo in all seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.
(Matthäus 6,28-29)

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Termine für Motorradfahrer 2019

           Christ und Motorrad – Haupttermine 2019

28.April
Anlass-Gottesdienst zur Saisoneröffnung
13:00 Uhr, Dorfkirche Großziethen/Schönefeld
Alt Großziethen 29, 12529 Schönefeld.
im Anschluss Schmackhaftes vom Grill

1.-5. – Mai
Treffen an der Spinnerbrücke, Spanische Allee, Berlin-Wannsee

10. – 12. Mai
Bikertreffen Friesau

12.Mai
MoGo Friedrichswalde, 14:00 Uhr beginnt der Bikergottesdienst

18.Mai
Fahrsicherheitstraining, DVR-zertifiziert (Instruktor Andi Runge)
Verbindliche Anmeldung unter andreas.runge@me.com  

24. – 26.Mai
Biker unterm Birkenkreuz
(Ort und Programm bitte ab März erfragen)

29.5. – 2.Juni
gcm Bibelfreizeit ”Motorrad und Glaube”
Naumburg, Hessen
Thema: Die Goldene Regel: Behandle Menschen so, wie du selber behandelt
werden möchtest.
Anmeldung: https://www.kradapostel.de/mugl-aktuelles

16.Juni
MoGo Hamburg

19. – 23.Juni
Deutscher evangelischer Kirchentag Dortmund

29.Juni 4.
Fest des Lebens

Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, Berlin-Reinickendorf

26.Juli – 10.August
Christliche Bildungsreise für Motorradfahrer

Kurven, Käse, Schluchten Grotten – Motorradfahren im Land der Hugenotten
https://bikerpfarrer.wordpress.com/kurven-kaese-schluchten-grotten-motorradfahren-im-land-der-hugenotten/

6.Oktober
Mahn- und Gedenkfahrt. Für die tödlich verunglückten Motorradfahrer der
zurückliegenden Saison. 
Treffen ab 9:00 Uhr bei Polo Store Mariendorf
Großbeerenstraße 2
12107 Berlin

Termin noch offen:
“Apostelandacht Autobahnkirche Zeestow”,
“Gewalt fährt nicht mit”,
“Bürgermeistertour Falkensee”,
„Biker gegen Kindesmissbrauch”,
„Sonnenhofroute des McHermsdorf”

 

Auf unserer Wunschliste für das Sommerprogramm und bislang noch nicht fest geplant:
 – CuM besucht CuM: diesmal Knut – Motorradwandern östlich der Elbe
 – Tagestour Tangermünde – Eisessen westlich der Elbe
 – Schwedt, Tabakmuseum – westlich der Oder hin, östlich der Oder retour
 – Tagesausflug zum Ritter Kahlbutz – unverwesliche Eindrücke
– Tagesausflug Boitzenburg/Uckermark – Alles Schokolade, oder was?
– Tagestour Senftenberger Land – Tagebau und Kurvenschau

Start jeweils in Berlin


Alle Infos bei
Olli Tel: 0179-510 35 01
Bernd Tel: 0179-518 19 43

oder www.christ-und-motorrad.de 

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Antisemitische Straftaten

Mehr als 80 Prozent der antisemitischen Straftaten würden von Muslimen verübt. Die polizeiliche Statistik erfasst diesen Hintergrund in aller Regel nicht. Und die Verantwortlichen wissen das. Die Information stammt von der renommierten Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen.

(Hier dazu im Wortlaut der Artikel aus: https://www.ezw-berlin.de/html/15_9950.php)

Kai Funkschmidt

Antisemitische Straftaten

95 Prozent rechtsextreme Täter?

In Debatten über den wachsenden „neuen“ Antisemitismus wird regelmäßig darauf hingewiesen, dass etwa 95 % der registrierten antisemitischen Taten in Deutschland auf das Konto von Rechtsextremisten gingen und nicht von Muslimen. So meldet es mit kleinen Schwankungen Jahr für Jahr die Bundesregierung auf Kleine Anfragen, die meist von der Bundestagsfraktion der Linken oder der Grünen gestellt werden. Ihre Angaben gründen auf der jährlichen polizeilichen Statistik zur „Politisch Motivierten Kriminalität“ (PMK). Im Jahr 2017 wurden zum Beispiel 94 % der 1504 erfassten Taten rechtsextremen Tätern zugeordnet.1

Eklatante Diskrepanz zwischen offizieller Statistik und Opfererfahrung

Also erscheint das Phänomen als seit Jahrzehnten vertraut. Judenhassende Neonazis sind die Fortsetzung dessen, was wir alle aus dem Geschichtsunterricht kennen: Antisemitismus ist eine rechtsextreme Angelegenheit, schlimm, aber bekannt. Dementsprechend werden antisemitische Vorfälle im öffentlichen Bewusstsein stets zuerst rechtsextremen Tätern zugeordnet.

Das Verstörende an der Zahl der PMK-Statistik ist ihr offensichtlicher Widerspruch zur europäischen Realität, wie sie sich in vielen antijüdischen Gewalttaten der letzten Jahre darstellt. Diese gingen in Westeuropa ganz überwiegend auf das Konto von Muslimen (vgl. MD 2/2016, 43-53). Deutschland ist dabei keine Ausnahme, von den Brandanschlägen auf Synagogen in Düsseldorf (2000) und Wuppertal (2014) über den Angriff auf den Rabbiner Daniel Alter 2012 in Berlin bis in die Gegenwart entsprechen die typischen Täter bei uns wie in den Nachbarländern dem Muster „jung, männlich, muslimisch“.2 Im April 2017 attackierte ein Araber einen Israeli auf offener Straße, im Juli 2018 schlugen zehn Syrer im Park einen Juden zusammen, beides mitten in Berlin.

Wie der neue Antisemitismus unter dem Deckmantel der „Kunstfreiheit“ auch in Teilen der Mehrheitsgesellschaft akzeptabel ist, zeigte sich, als im April 2017 zwei muslimische Rapper mit antisemitischen Texten einen renommierten Musikpreis gewannen. Zuvor bereits waren mehrere antisemitische Vorfälle an Berliner Schulen mit hohem muslimischem Schüleranteil bekannt geworden. Seit Jahren wechseln jährlich sechs bis acht jüdische Schüler deswegen auf ein jüdisches Gymnasium, der jüngste Fall unterschied sich nur dadurch, dass er in die Zeitung kam.3Selbst jüdische Lehrer sind bisweilen von diesem Druck islamischer Schüler betroffen, wie schon 2015 ohne größeres Echo berichtet wurde.4 Die Zeiten, wo Juden nur davor gewarnt wurden, mit Kippa durch muslimisch dominierte Stadtteile zu gehen, sind offenbar vorbei. Drohungen und Gewalt aus Judenhass sind überall möglich.

In der PMK-Statistik werden nun aber antisemitische Gewalttaten fast ausschließlich von Rechtsextremen verübt. Umfragen unter Juden bestätigen dagegen eher den Eindruck, den auch die bekanntgewordenen Medienberichte ergeben: Sie erleben die Angriffe ganz überwiegend von Muslimen, und zwar ist der islamische Anteil umso höher, je gravierender ein Vorfall ist (Andeutungen, Beleidigungen, Gewalt). 2013 hatte die European Agency for Fundamental Rights, eine Einrichtung der EU, eine Umfrage in acht Ländern durchgeführt. Sie fand heraus, dass Juden fast überall Antisemitismus mit Abstand am häufigsten von Muslimen erlebten. Ausnahmen waren Ungarn und Italien, wo Rechts- bzw. Linksextremisten jeweils knapp vorne lagen.5

2017 führte die Universität Bielefeld eine ähnliche Umfrage unter Juden in Deutschland durch.6 Das Ergebnis ist deutlich und widerspricht diametral der polizeilichen PMK-Statistik. Demnach kämen 81 % der Vorfälle von muslimischer Seite. In der PMK-Statistik für 2017 tauchen aber nur 2 % auf (31 Fälle, davon eine Gewalttat). Noch krasser ist der Unterschied bei den Linksextremisten: Nach der Erfahrung der Opfer gehen 25 % der Taten auf Linksextremisten zurück, in der amtlichen Statistik hingegen sind es nur 0,07 % (eine einzige von 1504 Taten). Rechtsextreme Täter kommen bei den befragten Juden mit 19 % Täteranteil sogar erst an dritter Stelle – im krassen Widerspruch zu den 94 % der staatlichen Angaben.

Einigkeit besteht nur darüber, dass viele Taten nie erfasst werden, wie bei vielen anderen Straftaten auch. „Wenn ich alles anzeige, was ich sehe, bin ich den ganzen Tag auf der Polizeiwache.“7 In Deutschland hatten laut Umfragen 2013 und 2016 jeweils nur etwa ein Viertel aller Opfer eines schwerwiegenden antisemitischen Vorfalls diesen angezeigt.8

Eine Opferumfrage ist eine andere Datenbasis als eine polizeiliche Statistik. Unterschiede sind daher unvermeidlich und erwartbar, ein direkter Vergleich nur eingeschränkt möglich. Es gibt jedoch keine der Polizeilichen Kriminalstatistik vergleichbare alternative (offizielle oder inoffizielle) Statistik antisemitischer Vergehen, die zum Vergleich herangezogen werden könnte. Trotz begrenzter Vergleichbarkeit sind allerdings die festgestellten Abweichungen so eklatant, dass (unabhängig von den konkreten Zahlen im Detail) der Grundbefund deutlich ist: Die offizielle Statistik scheint die Realität nicht adäquat wiederzugeben, ja, sie geradezu auf den Kopf zu stellen.

Jüdische Organisationen mahnen Ernstnehmen der Opfer an

Die Diskrepanz zwischen den offiziellen Zahlen und der Realität, welche Juden erleben, spiegelt sich zuletzt auch in der Grundsatzerklärung des „Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus“ (JFDA) vom Juli 2018 (vgl. MD 9/2018, 345-47).9 Diese ist voller Bezugnahmen auf die islamischen Aspekte des Themas. So mahnt die Erklärung die „kritisch-historische Exegese heiliger Schriften und die theologische Auseinandersetzung mit der politischen Geschichte der eigenen Religionsgemeinschaft“ als integralen Teil des „friedens- und wertefördernden Wirkens“ von Religionen an. Da beides in der Arbeit christlicher Kirchen seit Jahrzehnten Standard ist, richtet sich die Forderung offenbar vor allem an den Islam in Deutschland. Weiter heißt es in dem Papier, Antisemitismus dürfe keinesfalls als eine Unterkategorie anderer Diskriminierungen wie „Rassismus“ aufgefasst oder mit Islamfeindlichkeit zusammengeworfen werden. Diese Art von Verallgemeinerungen wird tatsächlich oft benutzt, um das Problem zu nivellieren und zu relativieren.10

Zuallererst aber fordert die Grundsatzerklärung, die Erfahrungen der Opfer antisemitischer Taten ernster zu nehmen und in die behördliche Lagebeurteilung stärker einzubeziehen. Offenbar sieht man diese Opfererfahrungen in der offiziellen Lagebeurteilung nicht angemessen dargestellt – mit gutem Grund, wie der obige Vergleich zeigte. Dementsprechend reden die Verfasser in ihren Kommentaren auch nicht um den heißen Brei herum. JFDA-Vorsitzende Lala Süsskind in der Jüdischen Allgemeinen Zeitung: „Ich erwarte, dass die Bundesregierung und die Landesregierungen auch den Antisemitismus unter Muslimen als solchen ernst nehmen.“ Der verbreiteten Verharmlosung des muslimischen Antisemitismus, weil dessen öffentliche Diskussion zu Islamophobie führen könne, erteilt sie eine Absage: „Relativierungen, die den islamistischen Antisemitismus verharmlosen, verhindern die Instrumentalisierung des muslimischen Antisemitismus durch Muslimfeinde nicht. Aber sie schaden einer wirksamen Bekämpfung des Antisemitismus und wirken auf die Opfer wie Hohn.“11 Der politische Koordinator des JFDA, Carl Chung, sekundierte im Deutschlandfunk: „Unter Muslimen ist Antisemitismus offenbar weiter verbreitet als im Durchschnitt der Gesamtgesellschaft. Das muss man sagen können, ohne des ‚Muslim Bashing‘ bezichtigt zu werden.“12

Wie kommt es zu den angeblich 94 bis 95 % rechtsextremen Tätern?

Das eklatante Auseinanderklaffen von offizieller und erlebter Wirklichkeit ist erklärungsbedürftig. Bewohnen die befragten Juden eine fiktive „gefühlte Wirklichkeit“? Sind Opfer so häufig unfähig, ihre Angreifer einzuordnen, und wenn ja, irren sie sich immerzu nur in eine Richtung, sodass Linksextremisten und Muslime ihre Täterwahrnehmung dominieren, obwohl sie in Wirklichkeit kaum vorkommen? Das ist kaum plausibel. Wer im letzten Jahr die Berliner Al-Kuds-Demonstration besucht hat, wurde Zeuge von mehr antisemitischen Volksverhetzungen durch arabische und linksextreme Demonstranten, als in der gesamten deutschlandweiten PMK-Jahresstatistik auftauchen.

Die Erklärung liegt nicht in der Opferwahrnehmung, sondern im Ansatz der PMK-Statistik des Bundeskriminalamts (BKA). Sie verhindert von vornherein, dass ein adäquates Bild der Lage entsteht. Das Problem besteht a) in der Systematik und b) in der Erfassungspraxis.

a) Die Statistik sah bis 2016 nur vier Kategorien für antisemitische Taten vor: 1. PMK rechts, 2. PMK links, 3. PMK ausländische Ideologien, 4. PMK nicht zuzuordnen. Demnach lag der Anteil muslimischer antisemitischer Taten von vornherein bei null bzw. konnte allenfalls in der dritten Kategorie (deren Fallzahlen winzig waren) vermutet werden. Dazu erklärte das BKA: „Straftaten mit islamistischem Hintergrund werden der politisch motivierten Ausländerkriminalität zugerechnet.“13

Weil das offensichtlich wenig erhellend, ja sogar irreführend war, gibt es seit 2017 zusätzlich die Kategorie „PMK religiöse Ideologien“. Allerdings finden sich dort fast überhaupt keine Taten.14 Von den 1514 antisemitischen Taten 2017 entfallen 31 auf diese religiöse Kategorie (2 %), darunter eine einzige Gewalttat. Am Widerspruch zur Wahrnehmung der Betroffenen ändert sich nichts.

Früher verhinderte die Statistik also von vornherein, dass muslimischer Antisemitismus überhaupt erfasst wurde. Heute ist zwar eine Kategorie vorhanden, sie wird aber nicht angewandt, und das liegt an der Erfassungspraxis.

b) Eine weitere Besonderheit der PMK-Statistik besteht nämlich darin, dass sie sogar die Motivation von Tätern feststellen kann, die nie gefasst wurden. So wurden in Berlin 2014 nur 30 % der 192 antisemitischen Straftaten aufgeklärt, aber 98 % einer Tätergruppe zugeordnet, was sich der Laie als einigermaßen schwierig vorstellt.15Das BKA erklärte dazu auf Nachfrage: „Dem Phänomenbereich Rechts werden Straftaten zugeordnet, wenn in Würdigung der Umstände der Tat und/oder Einstellung des Täters Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sie nach verständiger Betrachtung einer ‚rechten‘ Orientierung zuzurechnen sind.“16 Das ist tautologisch und erklärt nichts. Praktisch steckt dahinter, dass jede Tat mit denkbarer Bezugnahme auf die NS-Zeit automatisch als „PMK rechts“ erfasst wird, egal von wem sie aus welchem Grund begangen wird. Sobald beispielsweise ein Hakenkreuz, Gas oder der Hitlergruß im Spiel sind, gilt die Tat als „PMK rechts“.

Ein typisches Beispiel für dieses Problem: Als 2014 beim Berliner Al-Kuds-Marsch 20 arabische Hisbollah-Anhänger „Sieg-Heil“ riefen, tauchte dies in der Statistik als „PMK rechts“ auf.17  Jede Bezugnahme auf den Holocaust oder NS-Symbole wird statistisch also als „rechtsextrem“ erfasst, obwohl solche Symbole häufig auch von muslimischen und linksextremen Tätern verwendet werden, da sie einen hohen Provokationswert und Einschüchterungseffekt haben. (Die auch in Deutschland aktive Hisbollah hat sich im Übrigen schon vor Jahren den Hitlergruß als ihren Gruß angeeignet.)18

Mehr noch: Antisemitische Taten werden in Zweifelsfällen stets einer rechtsextremen Motivation zugeschrieben, selbst wenn man gar keine weiteren Hinweise hat. Der Antisemitismus-Expertenkreis des Bundestags 2017 stellte fest: „Fremdenfeindliche und antisemitische Straftaten werden grundsätzlich immer dann dem Phänomenbereich PMK-Rechts zugeordnet, wenn keine weiteren Spezifika erkennbar sind (z. B. nur der Schriftzug ‚Juden raus‘).“19 Der Expertenbericht kommentiert das äußerst vorsichtig: „Damit entsteht möglicherweise ein nach rechts verzerrtes Bild über die Tatmotivation und den Täterkreis.“ Der Anteil muslimischer Täter an antisemitischen Straftaten wird in den Polizeistatistiken offenbar nicht richtig erfasst und damit unterbewertet, derweil der rechtsextreme erhöht wird.

Man kann nicht feststellen, ob dieser systematische Fehler, der zu groben Verzerrungen führt, intendiert oder unbeabsichtigt ist. Auffällig ist, dass er seit Jahren bekannt ist und nicht behoben wird. Die Ergebnisse sind aber politisch kaum unerwünscht – ob etwa Linke und Grüne auch dann die jährlichen Kleinen Anfragen stellten, wenn die amtliche Antwort den linksextremen Täteranteil adäquat reflektierte?

Der Expertenkreis kommt zu dem Schluss: „Man darf also die Zahlen der PMK-Statistik nicht als Abbild der Realität missverstehen.“20 Eine bemerkenswerte Aussage. Denn selbstverständlich tritt in der öffentlichen Wahrnehmung eine amtliche Statistik durchaus mit dem Anspruch auf, die „Realität adäquat abzubilden“, was sonst? Auch in der öffentlichen Debatte wird sie natürlich mit klarem Faktizitätsanspruch verwendet.

Wenn nun eine Regierungskommission feststellt, dass eine staatlich publizierte Statistik zu einem hoch brisanten Thema seit Jahren ein schiefes Bild zeichnet, liegt ein Problem vor. Wenn offizielle Statistiken die Realität nicht adäquat abbilden, das Problem bekannt ist, sie aber trotzdem weiter in gleicher Form erstellt werden, fördert dies das gesellschaftliche Misstrauen und nährt die Wahrnehmung, „die da oben lügen und verschweigen“, und das geschehe insbesondere bei Problemen im Zusammenhang mit Muslimen.21Hilfreich wäre es, wenn die PMK-Statistik verbessert oder zumindest mit einschränkenden Erläuterungen zu ihren methodischen Fehlern publiziert und vor allem auch entsprechend medial rezipiert würde.

Entlastungsfunktion der offiziellen PMK-Statistik

Es wäre aber ebenfalls ein Fehlschluss zu glauben, die in der Bielefelder Umfrage ermittelten 81 % muslimischen Täter seien ihrerseits das Gelbe vom statistischen Ei. Eine Umfragestatistik zu Straftaten hat ihre methodischen Grenzen.22 Die Bielefelder legen diese aber offen. Außerdem passt ihr Befund zumindest sehr viel besser zur Wirklichkeit, die aus dem Ausland bekannt und aus Medienberichten über konkrete antisemitische Vorfälle erkennbar ist. Sie passt auch besser zu dem, was man selbst im Alltag beobachten kann, ob im Gespräch mit Lehrern (nicht nur) in Brennpunktschulen oder bei pro-palästinensischen Demonstrationen.23

Es ist unstrittig, dass im rechtsextremen Milieu der alte europäische Judenhass integraler Identitätsbestandteil und hier ein großes Gewaltpotenzial vorhanden ist. Und es gibt zweifellos in der Mehrheitsgesellschaft bis in die großen Parteien hinein auch einen messbaren, oft israelbezogenen Antisemitismus, der nie ausgestorben ist (sich allerdings selten in Gewalt äußert). Der Angriff von Neonazis auf ein koscheres Restaurant in Chemnitz Ende August 2018 ist aber bislang ein eher untypisches antisemitisches Ereignis und ändert vorläufig nichts am statistischen Gesamtbefund.

Es bedeutet aber keine Verharmlosung dieses Sachverhalts, wenn man darauf hinweist, dass die jüngste Zunahme des Phänomens in direktem Zusammenhang mit der islamischen Präsenz steht und die von dieser Seite kommende Bedrohung für das Judentum momentan erheblich größer ist. Dies sagten in den vergangenen Jahren wiederholt die Führer der jüdischen Verbände in Frankreich, Deutschland und Britannien. Frankreichs Juden haben jahrzehntelang mit einem offen antisemitischen Front National gelebt (der allerdings keine Terroranschläge verübte) – aber jüdische Auswanderungswellen gibt es erst jetzt unter dem Druck, der parallel zum islamischen Bevölkerungsanteil wächst (52000 Juden, also 10 %, sind seit 2000 allein nach Israel ausgewandert). In Frankreich zeigen Untersuchungen obendrein, dass Judenhass inzwischen auch in der islamischen Community Bestandteil der normalen Identität wird. Die Soziologin Nacira Guénif-Souilamas erklärte kürzlich als Verteidigung (sic!) in einem französischen Gerichtsverfahren, „Du Jude“ sei eine alltägliche Beschimpfung in muslimischen Familien und daher kein Zeichen von Antisemitismus. Das Problem in Frankreich wie in Deutschland: Es gibt viel mehr Muslime als Neonazis, und Letztere haben auch keine sozial akzeptierte Lobby in Medien und Politik.

Die vorhandenen Statistiken haben also ihre methodischen Begrenzungen (was nicht heißt, dass sie alle gleich unzuverlässig sind). Problematisch ist aber, dass die PMK-Statistik viel weiter verbreitet ist als andere Statistiken und im politischen Meinungsstreit routinemäßig als unumstößliche Tatsachenbehauptung auftaucht, mit der man die Thematisierung des islamischen Antisemitismus im Keim zu ersticken oder gar in die „rechte Ecke“ zu rücken sucht.

Bemerkenswert ist dabei die Mitwirkung der Medien, obwohl die statistische Verzerrung ganz offensichtlich ist und deren Ursache ohne großen Aufwand herauszufinden wäre. Die Statistik widerspricht ja sogar dem Bild, das sich aus bekannt gewordenen Einzelfällen ergibt, über die ebendiese Medien berichtet haben. Doch seit Jahren bringen Zeitungen und Nachrichtensendungen im Frühjahr nach Veröffentlichung der PMK-Statistik Meldungen mit Überschriftvarianten des geradezu erleichterten Tenors: „Vornehmlich rechtsextreme Täter“ (afp/TAZ 5.3.2015), „Über 95 % antisemitischer Taten gehen auf das Konto von Rechtsextremen“ (Rheinische Post 29.1.2018) usw.24  In dieser Weise wird die PMK-Statistik zur Beschwichtigung benutzt und aus Sorge vor Islamophobie politisch instrumentalisiert. Sogar kurz nach den antisemitischen Morden von Paris durch muslimische Terroristen im Januar 2015 stritt die damalige Berliner Integrationssenatorin Dilek Kolat mit dem Hinweis auf diese Zahl die Erfahrung der Betroffenen in Deutschland beim Thema islamischer Antisemitismus schlicht ab.25

Viele Medien sahen lange Zeit keinen Anlass, das Zustandekommen der PMK-Zahl von 94 bis 95 % rechtextremen Tätern auch nur ansatzweise zu recherchieren.

Selbst der Bundestag setzte sich kürzlich über die Befunde seines eigenen Expertenkreises hinweg und konstatierte bei der Einrichtung der Stelle eines Bundesbeauftragten für jüdisches Leben und Antisemitismus: „Der größte Teil antisemitischer Delikte ist weiterhin rechtsextrem motiviert, antisemitische Einstellungen im Rechtsextremismus sind seit Jahrzehnten stark ausgeprägt.“ Erst im Nachsatz wird hinzuzugefügt: „[N]eu tritt durch Zuwanderung ein verstärkter Antisemitismus aus den Ländern Nordafrikas, dem Nahen und Mittleren Osten hinzu, in denen Antisemitismus und Israelfeindlichkeit einen besonderen Nährboden haben.“26 

Wie weit unbegründete Selbstgewissheit und absolutes Vertrauen auf eine zweifelhafte amtliche Statistik bei der Ausblendung der Realität zugunsten ideologischer Weltbilder führen können, soll abschließend eine Episode beleuchten.

Während einer Antisemitismus-Podiumsdiskussion am 5.2.2018 im Berliner „Theater Coupé“ kam bald der muslimische Antisemitismus zur Sprache. Als einziger Jude saß Yorai Feinberg, Israeli und Besitzer eines israelischen Restaurants, auf dem Podium. Er war 2017 durch ein YouTube-Video bekannt geworden, in dem er vor seinem Restaurant von einem (wahrscheinlich nicht-muslimischen) Heilpraktiker aus der Nachbarschaft minutenlang beschimpft und bedroht wurde. Feinberg schilderte differenziert seine alltäglichen Antisemitismuserfahrungen. Noch schlimmer als für ihn sei allerdings die Situation für seine muslimischen Angestellten, die zum Teil ihr privates Umfeld fürchten müssten, wenn herauskäme, wo sie arbeiten. Als Antwort auf Feinberg wurde sofort dezidiert auf die PMK-Statistik und die „95 % rechtsextremen Täter“ hingewiesen (für das Jahr 2016). Daraufhin Feinberg: „Ich lebe seit sieben Jahren in Deutschland und habe täglich mit antisemitischen Beschimpfungen zu tun. Ich bin sozusagen eine nicht-wissenschaftliche Ein-Mann-Studie. Nach meiner Erfahrung sind mindestens 80 % der für mich aufgrund von Aussehen, Akzent oder Aussageinhalt identifizierbaren Täter wahrscheinlich muslimischer Herkunft.“ Demnach wäre das Video, das ihn bekannt machte, zwar nicht die absolute Ausnahme, aber doch eher untypisch. Feinbergs Schätzung entspricht übrigens der oben zitierten Bielefelder Umfrage. Angesichts zustimmenden Murmelns aus dem Publikum ereiferte sich daraufhin auf dem Podium die Historikerin Juliane Wetzel (Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin), sekundiert von der Moderatorin Lea Rosh. Sie wies Feinbergs Erfahrungswerte zurück und beharrte vehement immer wieder auf der PMK-Statistik. Diese beweise doch wissenschaftlich, dass „95 % der antisemitischen Taten rechtsextrem motiviert“ seien. Ein beklemmender Moment, in dem die Wissenschaftlerin den durchweg differenziert und eloquent auftretenden Betroffenen für ahnungslos erklärte.

In der verbliebenen halben Stunde diskutierten dann die drei deutschen Expertinnen unter sich. Der einzige Jude, Betroffene und Nicht-Deutsche in der Runde wurde fortan ignoriert und kam erst zum Abschied aller Podiumsteilnehmer noch einmal für ein paar Sekunden zu Wort.
Anmerkungen

1 Polizeistatistiken abrufbar über http://www.bmi.bund.de/DE/themen/sicherheit/kriminalitaetsbekaempfung-und-gefahrenabwehr/politisch-motivierte-kriminalitaet/politisch-motivierte-kriminalitaet-node.html.
2 Nach dem Düsseldorfer Anschlag – die Täter wurden erst nach zwei Monaten gefasst – initiierte die rot-grüne Bundesregierung ein bis heute in verschiedenen Varianten immer weiter ausgebautes „Programm gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“.
3 So Aaron Eckstaedt, Direktor des Jüdischen Gymnasiums Friedenau im Interview (Jüdische Allgemeine, 6.4.2017, 1). Zur aktuellen Situation vgl. auch American Jewish Committee Berlin: Salafismus und Antisemitismus an Berliner Schulen. Erfahrungsberichte aus dem Schulalltag. Eine Studie im Auftrag des AJC Berlin, Berlin 2017. In Frankreich ist der erste Fall von Schülern, die vor dem Mobbing muslimischer Mitschüler auf eine andere Schule wechseln mussten, übrigens schon für 1998 dokumentiert. Chronologie antisemitischer Vorfälle in Berlin 2018: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/polizei/beschimpft–beleidigt–bespuckt-antisemitische-angriffe-in-berlin—eine-chronologie-30929660 (Abruf der angegebenen Internetseiten: 12.9.2018).
4 Vgl. Bruno Schrep: Der Krieg im Klassenzimmer, in: Der Spiegel vom 23.11.2015, 48ff.
5 European Agency for Fundamental Rights: Discrimination and hate crime against Jews in EU Member States: experiences and perceptions of antisemitism, Brussels 2013, http://fra.europa.eu/sites/default/files/fra-2013-discrimination-hate-crime-against-jews-eu-member-states_en.pdf.
6 Andreas Zick/Andreas Hövermann/Silke Jensen/Julia Bernstein: Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus in Deutschland. Ein Studienbericht für den Expertenrat Antisemitismus, Universität Bielefeld 2017, 25, https://uni-bielefeld.de/ikg/daten/JuPe_Bericht_April2017.pdf. Die Studie unterscheidet „Andeutungen“, „Beleidigungen/Belästigung“ und „Körperliche Angriffe“. In allen Bereichen liegen muslimische Täter weit vorn, gefolgt von Linksextremisten. Am deutlichsten ist der Abstand bei körperlichen Angriffen.
7 Stefan Laurin: Hass in Zahlen, in: Jüdische Allgemeine vom 15.2.2018, http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/30850.
8 Vgl. Unabhängiger Expertenkreis Antisemitismus, Bundestags-Drucksache 18/11970 (7.4.2017), 34.
9 JFDA: Grundsatzerklärung zur Bekämpfung des Antisemitismus (9.7.2018), https://jfda.de/blog/2018/07/09/grundsatzerklaerung (Kurzfassung); JFDA: Die freiheitliche Demokratie gegen Antisemitismus verteidigen! Fünf Punkte zu einer nachhaltigen Strategie, Berlin 2018 (lang), https://jfda.de/wp-content/uploads/2018/07/Eckpunkte-zur-Verteidigung-der-freiheitlichen-Demokratie-gegen-Antisemitismus_FIN.pdf (Langfassung).
10  Allerdings konterkariert sich die Erklärung gerade an diesem Punkt selbst. Denn aus Sorge vor Eindimensionalität begnügt sie sich nicht damit, den Antisemitismus zu thematisieren, sondern fordert gleich noch das Eintreten gegen „rassistische, kulturalistische, ethnozentrische, sozialchauvinistische, sexistische, homo- und transphobe oder muslimfeindliche Ressentiments“, um zuletzt auch noch die „LSBTIQ-Feindlichkeit“ anzusprechen. Diese Rundreise durch das zeitgenössische Betroffenheitsvokabular immer zahlreicherer „Opfer“gruppen ist genau die Art von rhetorischer Nebelkerze, die den Blick auf den neuen Antisemitismus verstellen muss.
11 „Antisemitismus unter Muslimen ernst nehmen“. Jüdische Organisationen fordern konsequente Maßnahmen gegen Judenhass, in: Jüdische Allgemeine Zeitung vom 9.7.2018, http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/32153.
12  Claudia van Laak: Grundsatzerklärung gegen Antisemitismus, DLF, Sendung: Deutschland heute, 9.7.2018 (https://srv.deutschlandradio.de).
13 E-Mail von Daniel Focke (BKA Bund) an den Vf. vom 12.5.2015.
14 Vgl. PKS Hasskriminalität 2017, http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2018/pmk-2017-hasskriminalitaet.pdf?__blob=publicationFile&v=3.
15 Vgl. Timo Kather: 192 Straftaten aus Judenhass, in: Der Tagesspiegel vom 6.3.2015, http://www.tagesspiegel.de/berlin/antisemitismus-in-berlin-192-straftaten-aus-judenhass/11470932.html.
16 E-Mail von Daniel Focke (BKA Bund) an den Vf. vom 12.5.2015.
17 Vgl. Ansgar Graw: Zahl der antisemitischen Delikte in Deutschland steigt, in: Die Welt vom 7.9.2017, http://www.welt.de/politik/deutschland/article168436745/Zahl-der-antisemitischen-Delikte-in-Deutschland-steigt.html.
18 Vgl. Richard Diesing: Heil Hisbollah!, in: Jüdische Rundschau vom 6.7.2015, http://juedischerundschau.de/heil-hisbollah-135910134.
19  Unabhängiger Expertenkreis Antisemitismus, Bundestags-Drucksache 18/11970 (7.4.2017), 34. Außerdem liefere die polizeiliche Statistik bedingt durch ihre Systematik „Werte, die das Ausmaß von Antisemitismus tendenziell verkleinern“, so die Landeskommission Berlin gegen Gewalt: Berliner Forum Gewaltprävention Nr. 52: Antisemitismus als Problem und Symbol, 31, https://depositonce.tu-berlin.de/bitstream/11303/4866/1/kohlstruck_et-al.pdf.
20 Unabhängiger Expertenkreis Antisemitismus, Bundestags-Drucksache 18/11970 (7.4.2017), 32.
21 Eine schiefe Statistik nährt gesellschaftliches Misstrauen. Das könnte auch dazu beitragen, was derzeit in Ostdeutschland zu beobachten ist, wo die Menschen – aus DDR-Erfahrung klug geworden – besonders sensibel reagieren, wenn für viele Menschen medial vermittelte und sichtbare Wirklichkeit dauerhaft auseinanderklaffen. Hierzu erhellend: Klaus-Rüdiger Mai: Alles beginnt mit Herkunft – weshalb Ostdeutschland sich zur Provokation entwickelt, in: Neue Zürcher Zeitung vom 3.9.2018, http://www.nzz.ch/feuilleton/alles-beginnt-mit-herkunft-weshalb-ostdeutschland-sich-zur-provokation-entwickelt-ld.1415437.
22 Auch die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) erhebt eine wiederum andersgeartete Statistik (aufgrund derer man allerdings die PKM-Statistik ebenfalls anzweifelt). Einen guten Kurzüberblick über die methodischen Ansätze und die dadurch bedingten begrenzten Aussagewerte aller dieser Statistiken gibt Andrej Reisin: Sind die Statistiken irreführend?, ARD 26.4.2018, https://faktenfinder.tagesschau.de/hintergrund/antisemitismus-147.html.
23 Als ich nach der Grenzöffnung 2015 eine Zeitlang bei der Bewältigung der vielen Flüchtlinge aushalf, brachte ich regelmäßig das Gespräch nach einigen Tagen des Kennenlernens auf Juden. Ausnahmslos alle muslimischen Gesprächspartner, ob aus der Levante, Eritrea oder dem Maghreb, hatten a) in der Schule erstaunlich viel über Juden gelernt (selbst in Ländern, wo alle Juden schon nach 1948 vertrieben worden waren) und b) eine Meinung dazu. Keiner hatte irgendwelche Gewaltfantasien, aber das Freundlichste und Neutralste, was ich hörte, war: „Juden sind oft reich und haben viel Macht. Sie arbeiten eben hart.“ Man kann im Alltag den islamischen Antisemitismus recht leicht entdecken, man darf nur nicht um des lieben Friedens und der guten Beziehung willen heikle Themen aussparen.
24 Vgl. http://www.taz.de/!5017858; https://rp-online.de/nrw/panorama/antisemitismus-in-nrw-polizei-zaehlt-weniger-judenfeindliche-straftaten-in-nordrhein-westfalen_aid-17115899.
25 Vgl.: Integrations-Senatorin sieht keine „Problemviertel“ in Berlin, in: Der Spiegel vom 1.3.2015,
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/antisemitismus-juden-kippa-kolat-widerspricht-schuster-a-1021165.html.
26 Deutscher Bundestag, Drucksache 19/444, 18.1.2018, 2, http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/004/1900444.pdf. Auffällig ist in der Formulierung auch: Anscheinend spielt der Antisemitismus der schon lange hier lebenden Muslime keine nennenswerte Rolle, sondern nur derjenige der jüngst Eingewanderten aus dem arabischen Raum. Vgl. Marc Felix Serrao: Deutschlands neuer Antisemitismusbeauftragter wird wenig an den Problemen ändern können, in: Neue Zürcher Zeitung vom 18.1.2018.

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Das Wort ward Fleisch

„Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit.“

Das Christentum ist weniger eine Schrift-Religion – das BUCH stand nie als Ganzes im Mittelpunkt, wie zum Beispiel im Islam – , sondern das Christentum ist Inkarnations-Religion. Die Bewegung ist eine andere.

Das nimmt auch die erste von sechs Thesen der Barmer Theologischen Erklärung sehr elegant auf: „Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.“

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Todesurteil

Wir wissen weder Tag noch Stunde, zu der wir abberufen werden aus diesem zeitlichen  Leben. Na ja, manche können das mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit schon sehr eng eingrenzen: bei Hinrichtungen oder Suiziden. Die anderen bewegen sich eher unklug durch die Tage; das Bedenken der eigenen Sterblichkeit zählt nicht gerade zu unseren beliebtesten Alltäglichkeiten. Ist triste. Doch das Ende kommt gewiss. Es sollte eine der vornehmsten Aufgaben sein, dies sich zu vergegenwärtigen. Sich wissentlich des Todes zu vergegenwärtigen.

Man sagt, diese oder jene Krankheit sei ein Todesurteil. Und ja, manch einer fängt erst an, wieder aufzuleben unter solch starkem Eindruck. Doch wir wissen auch dann weder Tag noch Stunde, hoffen, dass er noch etwas verzieht, der Tod. Es wäre doch noch so viel unerledigt, ungelebt, ungeliebt, bis das Todesurteil vollstreckt wird.

Wann wird die Todesurkunde eigentlich ausgefüllt?
Jede Geburtsurkunde ist auch eine Todesurkunde, denn zu sterben setzt notwendig leben voraus. „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…“ Wie sie aufleben! Erleben! Gedeihen! Sich qualifizieren!
Die Frage ist weniger, wann das Urteil vollstreckt wird, sondern vor allem welche Qualität wir unserem Leben in der Zwischenzeit zu geben bereit waren.

1. Abend ward, bald kommt die Nacht, 
schlafen geht die Welt; 
denn sie weiß, es ist die Wacht 
über ihr bestellt. 

2. Einer wacht und trägt allein 
ihre Müh und Plag, 
der lässt keinen einsam sein, 
weder Nacht noch Tag. 

3. Jesu Christ, mein Hort und Halt, 
dein gedenk ich nun, 
tu mit Bitten dir Gewalt: 
Bleib bei meinem Ruh’n. 

4. Wenn dein Aug ob meinem wacht, 
wenn dein Trost mir frommt, 
weiß ich, daß auf gute Nacht 
guter Morgen kommt.

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„Er hätte nie gewollt, dass…“

Stimmt das wirklich, dass der Tod einen Menschen unabänderbar auf etwas festlegt? Oder ist es die Nachwelt, die nach seinem Ableben ihre Interpretationen verewigen möchte? Mit ihren Narrativen Geschichte schreiben?

Wenn leben heißt, sich regen, wenn Leben Veränderung, kurz: metanoia ist, dann ist Buße Befreiung aus festlegenden Zwängen, aus Korsetten und Schubladen.

Auch auf die Gefahr hin, den eigenen Bekanntenkreis zu verunsichern oder sich gar selbst eine zeitlang nicht ausstehen zu können: Es gibt einen, der dich liebt. Das ist die Kraft der Buße. Der hätte nie gewollt, dass… du erstarrst. „Christus ist mein Leben und sterben mein Gewinn“. Tagtäglich.

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Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch der Mutter.

„Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?“ fragt der eine Zwilling.

„Ja, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden groß und stark für das was draußen an der frischen Luft kommen wird.“ antwortet der andere Zwilling.

„Ich glaube, das hast du eben erfunden!“ sagt der erste. „Es kann kein Leben nach der Geburt geben – und wie soll den ‚frische Luft‘ bitte schön aussehen?“

„So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller sein als hier. Und vielleicht werden wir mit den Beinen herumlaufen können und mit dem Mund tolle Sachen essen?“

„So einen Schwachsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns nährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist doch die Nabelschnur viel zu kurz.“

„Doch, das geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders sein.“

„Du träumst wohl! Es ist doch noch nie einer zurückgekommen von ’nach der Geburt‘. Mit der Geburt ist das Leben einfach zu Ende! Punktum!“

„Ich gebe ja zu, dass keiner genau weiß, wie das Leben ’nach der Geburt‘ aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und sie wird sicher für uns sorgen.“

„Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo soll denn die nun sein, bitteschön?“

„Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!“

„So ein Blödsinn! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht! Schluss damit!“

„Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie leise singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt ganz sanft und liebevoll streichelt …“

Henry Nouwen

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Das Sterben hat verschiedene Dimensionen

– Da ist zum einen die Frage, wie man stirbt. Wir wünschen uns ein gnädiges, wenig leidvolles, sanftes Dahin- oder Hinüber- oder Fortgleiten.
– Zum anderen ist äußerst spannend, was in den allerletzten Sekunden des Ablebens mit einem geschieht. Eine völlig neue Konfrontation, Herausforderung und mithin Erfahrung.
– Die dritte Dimension ist die des Todes selbst: Welche Realität ist damit verbunden? Wir wissen es nicht.

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GRUNDIRRTUM

Ich bin mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Ich weide mich auf einer grünen Aue
und führe mich zum frischen Wasser.
Ich erquicke meine Seele.
Ich führe mich auf rechter Straße um meines Names willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal
fürchte ich kein Unglück; denn ich bin bei mir,
mein Stecken und Stab trösten mich.
Ich bereite vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Ich salbe mein Haupt mit Öl und schenke mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang
und ich werde bleiben in meinem Hause immerdar.

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ABSCHIED

Und du liegst im Krankenhaus – Dreibettzimmer:
Erwartungsgemäß öffnet sich eines Vormittags die Tür und herein kommt die Weiße Wolke: Chefarztvisite. Alle, die du selten zu Gesicht bekommst stellen sich in respektvoller Entfernung um dein Bett. Und der Chefarzt spricht – und alle nehmen begierig seine goldnen Worte auf – : „Nun, mein Lieber, jetzt wäre eigentlich der rechte Zeitpunkt, sich darüber Gedanken zu machen, was man gerne noch erleben möchte.“

Du denkst bei dir selbst:
Was ich gern noch alles erleben möchte?
Was ist das denn für ein Unsinn?!
Wie es um mich steht, weiß ich am allerbesten selbst.
Ich habe alles erlebt, was ich erleben wollte.
Da ist nichts mehr offen.

Und du denkst weiter:
Wenn meine Zeit nun kommt und meine Frist nicht mehr zu verlängern ist: Dann werde ich mich doch nicht mehr mit Dingen beschäftigen, die in der Vergangenheit liegen und nach mir greifen wollen! Da will ich doch offen sein für die Gegenwart und alle Zukunft!

Du lächelst den Chefarzt an:
„Meine Erfahrungen, meine Erlebnisse haben mich geprägt; ich werde sie überall hin mitnehmen. Aber sie sollen mich nicht binden, sie sollen nicht bestimmen, was ich heute tue und morgen will! Ich habe meine Vergangenheit deshalb auf inaktiv gestellt.
Ich bin frei für neues Leben. Ich, der ich bin, lebe neues Leben.

Heute schauen wir durch einen Spiegel in einem trüben Glas; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Ich werde erkennen, wie ich erkannt bin.

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Für Berlinerinnen und Berliner – und nicht nur für diese

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„Aus Freude am Glauben“ präsentieren Christen beim 5. Berliner Fest der Kirchen am 08. September 2018 ihre bunte Vielfalt und stellen ihr religiöses, soziales und kulturelles Engagement vor.
Grußwort des Senators für Kultur und Europa, Klaus Lederer

Auch 2018 findet das Fest wieder auf dem Alexanderplatz statt.

Bühnenprogramm

ab 12 Uhr internationales Street Food, Markt der Möglichkeiten, buntes Bühnenprogramm, Aktionen und Angebote für Kinder

18 Uhr ökumenischer Gottesdienst mit den Bischöfen und leitenden Vertretern der Kirchen

20 Uhr Open-Air-Konzert mit Hillsong Berlin

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Autobahnkirche Zeestow

slider_RuFH_mit_Kirche-1600x600Die Dorfkirche Zeestow wurde vierzig Jahre nicht mehr von der Gemeinde genutzt. Seit Juni 2014 steht sie nun nach aufwändiger Renovierung wieder allen Interessierten täglich von 08 bis 18 Uhr offen. Als Ausflugsziel, Kunsterlebnis und Tankstelle für die Seele.
http://www.autobahnkirche-zeestow.de

Als Dauerausstellung beherbergt das Kirchgebäude Gemälde von Prof. Volker Stelzmann. Er hat diese Bilder „die Berufenen“ genannt. 
http://autobahnkirche-zeestow.de/gemaelde/

Zur Kirche gehört ein Rüst- oder Freizeitheim, „Bei den Aposteln“.
Es bietet ein modernes Interieur und ein unkompliziertes Gelände für selbstorganisiertes Freizeitprogramm. Wir Biker haben es schon wiederholt genutzt und fühlen uns dort heimisch. Aber das liegt am Geist der Apostel.
http://www.apostel-zeestow.de

Allein schon die liebevoll gestaltete Webseite ist eine Tankstelle für die Seele und lädt zum Verweilen und zur Freizeitgestaltung ein. Einfach mal vorbeischauen. Nicht nur virtuell.
Autobahnkirche Zeestow – ein Ort auf der Landkarte.
Anfahrt über A10 Westlicher Berliner Ring | Abfahrt 27 – Zeestow | https://goo.gl/maps/ZkHLa

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Vorsorge

Nicht so sicher, ob, wenn jemand gleich sagt: „Dein Wille geschehe“, er nicht eigentlich meint: Mein Wille.
Weshalb Jesus vorsorglich empfiehlt mitzubeten: wie im Himmel, so auf Erden.

Es ist der HERR; er tue, was ihm wohlgefällt.
(1.Samuel 3,18)

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Ach ja, die 10 Gebote sind universell

Es wird beim Lesen alttestamentlicher Texte oft ignoriert, für wen sie eigentlich geschrieben sind. Aus Worten an das Volk Israel werden dann – ganz unbekümmert – Aussagen an alle Welt. Vor allem, wo es sich um den Einsatz für Arme, Elende, etc., pp… handelt. Die Gerichtsansagen, also da nimmt man es denn schon etwas genauer, die stammen entweder aus archaischen Zeiten, oder von einem israelischen Rachegott.

Also entweder ihr lasst die Texte des sog. Alten Testaments den Juden, und dann eben alle Texte, und schert euch nicht weiter drum, denn sie gelten ja nicht euch, oder ihr lasst sie euch gesagt sein. Dann aber alle Texte. Und ihr müsst begründen, warum sie euch gelten.

Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden; und die nach dem HERRN fragen, werden ihn preisen.
(Psalm 22,27)

Jesus spricht: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.
(Johannes 6,35)

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gehört zusammen

Einen Fremden sollst du nicht quälen. Denn ihr wisst, wie dem Fremden zumute ist, seid ihr doch selbst Fremde gewesen im Land Ägypten.
(2.Mose 23,9)


Tritt ein zu dieser Schwelle! Willkommen hierzuland!
Leg ab den Mantel, stelle den Stab an diese Wand!

Sitz obenan zu Tische! Die Ehre ziemt dem Gast.
Was ich vermag, erfrische dich nach des Tages Last!

Wenn ungerechte Rache dich aus der Heimat trieb,
nimm unter meinem Dache als teurer Freund vorlieb!

Nur eins ist, was ich bitte: Lass du mir ungeschwächt 
der Väter fromme Sitte, des Hauses heilig Recht!
(Ludwig Uhland)

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Wenn Recht zu Unrecht wird…

Wo Recht zu Unrecht wird…
Der Begriff SELBSTJUSTIZ legt nahe, dass es sich bei Getreibjagten um Beschuldigte handelt, um welche sich eigentlich die Polizei zu kümmern hätte. In Wahrheit sind es unbescholtene Passanten, die dem Hass zum Opfer fallen.

Wer etwas ändern möchte, darf friedlich demonstrieren und von seinem Wahlrecht Gebrauch machen. Selbstjustiz ist nicht vorgesehen, also Unrecht.

…da wird Widerstand zur Pflicht.
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SERMONELLE 28.7.2018

„Ich liebe dich“, sagte sie mit leiser und eindringlicher Stimme, und sofort war ich mit jeder Faser meines Körpers erfasst, wohlig erregt und durchdrungen, von einem Moment auf den nächsten in einen anderen seelischen Aggregatzustand versetzt. Verweile doch, du bist so schön!

Als sie die Diagnose Krebs erfuhr, drang es ihr durch Mark und Bein. Wie ins Herz gestochen brach sie zusammen. Nichts würde mehr so sein, wie es eben zuvor noch gewesen. Am liebsten wollte sie es nicht wahrhaben. Das kann ja gar nicht sein!

Die Macht der Worte hat jeder schon einmal am eigenen Körper erfahren; und sich über die Ohnmacht der eigenen Worte geärgert, die sooft das Gegenüber NICHT mit einer solch durchschlagenden Wucht trafen, wie beabsichtigt. Manch einer sieht sich gar mit einer Strafanzeige konfrontiert, weil seine Worte beim anderen wohl nicht so gut ankamen.
So kann es einem ergehen. So ist das mit den Worten.
Es kommt eben doch darauf an, wer was sagt: WER was sagt und WAS er oder sie sagt.

Das rechte Wort zur rechten Zeit in Vollendung, in untrennbarer Einheit, erst- und letztgültig, es ist das fleischgewordene Wort Gottes, welches wir Jesus, den Christus genannt haben und der Welt in einzigartiger Weise bezeugen sollen.

Ich will wachen über meinem Wort, dass ich’s tue.
(Jeremia 1,12)

Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch.
(Hebräer 4,12)

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Update zum Thema „Blankenburger Süden“

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