SERMONELLE 17.6.2018

„Mein Geist soll unter euch bleiben. Fürchtet euch nicht!“, sagt die Tageslosung.
Etwas ruppig herausgeschnitten aus dem Kontext. Es geht dort nämlich um Wiederaufbau, um Restauration, um ein Land, in dem man gut und gerne leben kann und will. Und es geht um die Erinnerung an diesen einen guten Geist und Beistand, der jüdischer Migration nach Ägypten einst schon Motiv, Identität und Hoffnung gab. Hoffnung auf Rückkehr.
Gottes Geist.

Und nun geht es um einen erneuten Aufbruch, nicht in die Fremde, wohl aber in den Aufbau des Landes, um die Heimat des Gottesdienstes und das Ankerzentrum der Barmherzigkeit. Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt.

Als im Zuge des Zionismus verstärkt Juden das Land zwischen Jordan und Mittelmeer besiedelten, spuckten sie in die Hände, machten lebenwert die Malariasümpfe an der Küste, ebneten die Wege in der judäischen Wüste, brachten sie zu zum Blühen, Meerwasser wird entsalzt, Ströme reinen Wassers fließen von Zion: Heute blüht das ganze Land, in welchem alle gut und gerne wohnen wollen, welches seine Identität einem Glauben und einem Geist verdankt, der die Hoffnung immer wieder erblühen lässt. Dem Geist der Liebe.

An dieser Liebe müssen sich alle messen: die dort aufbauen, die dort profitieren wollen ebenso wie alle, die sich von außen ein Urteil anmaßen.
Ihr wisst ja, wie das mit der Liebe immer so ist.
Fürchtet euch nicht!

Mein Geist soll unter euch bleiben. Fürchtet euch nicht!
(Haggai 2,5)

Hoffnung lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.
(Römer 5,5)

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SERMONELLE 16.6.2018

Trost kommt von trausta, könnte man mit Traute übersetzen.
Haste keine Traute? Traust du dich nicht? Das sagt sehr gut, was fehlt, wenn Trost fehlt.
Wird dann stets schmerzlich vermisst, was ein Zeichen für Aufbegehren und Widerstand gegen die Trostlosigkeit und ihre Bedingungen ist. Trostlosigkeit ist von Übel.

In der Seele liegt das Ankerzentrum, Kraft zu schöpfen. Mit all den Angeboten, die Gott der Seele zur Verfügung stellt. Allen voran und am wenigsten diskutierbar: seine Liebe. Liebe ist von Gott. Ein ewiger Trost.
Gläubigen Menschen wirft man oft vor, nicht ganz bei Troste zu sein und auf
Ver-Tröstung statt auf Annahme der Realität zu setzen. Doch diese Religionsablehnung, diese spezielle Form der Realitätsverweigerung, auch sie kann im Ernstfalle nicht helfen. „Wenn mit am allerbängsten wird um das Herze sein, dann reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein.“ Das ist indiskutabel. Amen.

Siehe, um Trost war mir sehr bange. Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, dass sie nicht verdürbe; denn du wirfst alle meine Sünden hinter dich zurück.
(Jesaja 38,17)

Unser Herr Jesus Christus und Gott, unser Vater, der uns geliebt und uns einen ewigen Trost gegeben hat und eine gute Hoffnung durch Gnade, der tröste eure Herzen und stärke euch in allem guten Werk und Wort.
(2.Thessalonicher 2,16-17)

Abide with me, fast falls the eventide
The darkness deepens Lord, with me abide
When other helpers fail and comforts flee
Help of the helpless, oh, abide with me

Swift to its close ebbs out life’s little day
Earth’s joys grow dim, its glories pass away
Change and decay in all around I see
O Thou who changest not, abide with me

I fear no foe, with Thee at hand to bless
Ills have no weight, and tears no bitterness
Where is death’s sting? Where, grave, thy victory?
I triumph still, if Thou abide with me

Hold Thou Thy cross before my closing eyes
Shine through the gloom and point me to the skies
Heaven’s morning breaks, and earth’s vain shadows flee
In life, in death, o Lord, abide with me
Abide with me, abide with me
(Songwriter: Henry Francis Lyte / Will Henry Monk
Songtext von Abide with Me © Universal Music Publishing Group, Kobalt Music Publishing Ltd.)

https://www.youtube.com/watch?v=_cC4EvrvK7c

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SERMONELLE 15.6.2018

Jahrzehntelang – was nicht viel ist – haben Theologen und Gemeindetheologen gefordert und umgesetzt, dass das Evangelium in unsere Zeit hinein spricht, übersetzt wird, den aktuellen Fragen eine Antwort gibt und Menschen hilft, sich zu orientieren. Da wusste man noch, was das Evangelium ist. Als Bonhoeffer riet, Kirche ist immer Kirche für andere, da war fraglos klar, dass es Kirche für andere ohne Kirche eben nicht gibt.

Und nun?
Ist das Evangelium selbst wieder fragwürdig geworden. Und das ist gut so. Das Wort Gottes ist zunächst das Wort Gottes, nicht das Wort von politischen Parteien oder gesellschaftlichen Strömungen und Kräften. Als solches, als Wort Gottes nämlich, kann es durchaus zu einem politischen Wort werden. Und muss und wird es auch.
Gottes Wort ist lebendig und setzt sich durch, manchmal mit den Worten der Predigenden, manchmal trotz dieser.

Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen.
(Jesaja 53,5)

Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden.
(1.Johannes 4,10)

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SERMONELLE 12.6.2018

Und am schärfsten sind die: sagen, wir seien alle natürlich Kinder Gottes. Und nichts folgt daraus. Ist vielleicht so ne Art Riesen-Kindergarten. Altersgerechte Bildung, Sozialverhalten, Tischregeln, Lieder nach Jahreszeit – das Team müht sich tariflich redlich, vor allem aber: das Team ist Gott, dreifältig, vielfältig. Solange, bis Mama kommt.

Alle Gottes Kinder. Das bewährt sich abseits behüteter Kindheitsidylle. Wenn dem Gefühl von Verlassenheit eine schreckliche Realität zugrunde liegt. Wenn die Stimmen deiner Umgebung, der Politik und Gesellschaft auf dich eindringen. Weil jeder dich für sich will, egal, wes Geistes Kind sie sind. Moralisch drohend, die doch Moral so sehr ablehnten. Liebreizend lockend, die doch nur dein bestes wollen. Bekenne: Wo stehst du?!

Du bist ja doch unter uns, HERR, und wir heißen nach deinem Namen; verlass uns

nicht!

(Jeremia 14,9)

Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus.

(Galater3,26)

Ich bin getauft auf deinen Namen, Herr Jesu Christ. Du kamst auf Erden zu mir Armen, der du Gott, der Dreieinge bist.

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SERMONELLE 10.6.2018

„Der, welcher etwas Großes schenkt, findet keine Dankbarkeit; denn der Beschenkte hat schon durch das Annehmen zuviel Last.“, sagt Nietzsche. Und wird bestätigt durch aller Welts Weisheiten wie „Undank ist der Welt Lohn“.

Als größtes Geschenk Gottes an die Kreaturen bezeichnet man das Leben. Und weiß um die alltäglichen Mühen und die tatsächlichen Grausamkeiten. Wenig wird dem Schöpfer dafür gedankt. Für alles, was zum Leben eben gehört. Für das Negative schon gar nicht. Und das Positive wird als Genugtuung verstanden. Du hast es dir redlich verdient.
Und gab es Gutes im Überfluss, machte es trunken.

Nicht jeden!
Wie kommt jemand wie Jean-Baptiste Massillon zu dieser dann doch erstaunlichen Erkenntnis: „Dankbarkeit ist das Gedächtnis des Herzens“?
Weil er Kinder beobachtet, weil er das Kind in sich wahrnimmt, welches mit noch jeder Kummerlage nur kurz hadern möchte, um seinen Anteil an der Lebensfreude gebührend genießen zu können. So ist der Aufruf zum gemeinsamen Dankesagen keine Ermahnung oder inadäquate Forderung, sondern entspricht einem Herzenswunsch.
Gemeinsam machts einfach mehr Spaß.

Lasst uns unser Herz samt den Händen aufheben zu Gott im Himmel!

(Klagelieder 3,41)

Seid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung!

(Kolosser 4,2)
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update zum Thema „Blankenburger Süden“

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Die Menschen im Blankenburger Süden werden oft als Gegner von nötigem Wohnungsbau dargestellt und nicht als Betroffene einer Planung, die sie enteignen und vertreiben soll und wird. Doch die zuständigen Senatsstellen argumentieren schwarz-weiß, wenn es um rücksichtslose Durchsetzung ihrer Ziele geht. Dabei hat die Bürgerinitiative von Anfang an ein stehendes Kooperationsangebot und unterstützt die Ziele. Der mündige Bürger, welcher informiert und einbezogen werden will, formt eine Gesellschaft mit.

Hier eine Möglichkeit, die mündigen Menschen zu unterstützen.
Democracy rules!

Postkarte an RegieBü0001

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schweige und höre

Wenn ich mit anderen gemeinsam und vom Herzen her schweigend eines Opfers gedenken möchte – ich könnte das ja auch gut mit mir allein abhalten – dann bitte ich die anderen um ihre Einwilligung. Eine Schweigeminute wäre dann die geeignete Methode, auf die man sich verständigt. Freiwillig, nicht aufgezwungen.

Dazu wendet man sich im Bundestag zum Beispiel an den Bundestagspräsidenten, welcher dem Ansinnen entsprechen und die nötigen Schritte dazu einleiten möge. Hierbei hat Vorrang die Sache an sich vor der die Sache einbringenden Person.

Das Gedenken eines Opfers darf nicht verzweckt und missbraucht werden.
Weder dadurch, dass man es einem ganzen Haus oktroyieren will, noch durch empörte Gegenreaktionen. Man könnte das souverän lösen.
Wenn man wollte.

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SERMONELLE 9.6.2018

Gott sah auch die Situation von Hagar und ihrem Sohn Ismael, der Alleinerziehenden, die in die Wüste geschickt wurde. Auch für sie hatte er einen Plan. Nämlich Errettung und Zukunft. Man könnte alle seine Pläne darunter subsumieren: Errettung und Zukunft, wenn man geneigt ist, diesen Worten Weite zu lassen. Geistliche Weite. Dann könnte man hinter allem göttlichen Handeln die eine göttliche Kraft am Wirken sehen, auf die sich alle beziehen wollen. Müssen.

Dann könnte eine Neugierde entstehen, wie dieser Gott im und durch den anderen wirkt, Errettung und Zukunft. Denn beides – Errettung und Zukunft – ist immer und überall die Errettung und Zukunft des Andersglaubenden.
Das möge ER wirken in jedem Menschen!!

Der HERR erforscht alle Herzen und kennt alles Sinnen und Trachten der Gedanken.
(1.Chronik 28,9)

Nathanael spricht zu Jesus: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bevor Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, habe ich dich gesehen.
(Johannes 1,48)

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Lebens Kraft

Mit Gott per Du, auf direktem Weg.
Auf Augenhöhe.
Vertrauensvoll, hingegeben.
Der eine hält’s für absurden Aberglauben, für eine psychische Auffälligkeit,
der andere für Gotteslästerung.
Juden dürfen das. Und Christen auch, weil Gott in Jesus den Heiden die Bahn geebnet hat. Wissend, wo Hilfe zu finden ist, entwickelt sich Hoffnung wie von selbst.
Und Hoffnung ist ein Stück Lebenskraft.Ich habe nie verstanden, weshalb glauben und wissen Gegensätze sein sollten. Setze hoffen statt glauben, dann wird ein Schuh draus. Und reiße keinen künstlichen Graben auf zwischen Geduld und Aktivität. Denn hoffen ist ein Stück Lebenskraft.

Du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf dich.
(Psalm 25,5)
Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld.

(Römer 8,25)
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SERMONELLE 29. Mai 2018

Heutige Losung- und Lehrtextkombi zwingt uns, Migration und Mission zusammen zu denken. Das ist reizvoll und die gute Erkenntnis, Menschen nicht vereinnahmen zu wollen, die sich in Not befinden, auch nicht religiös, sollte leitend sein. Doch was tun, wenn jemand an deine Tür klopft und unbedingt will? Wenn jemand ein neues geistliches Leben sucht – zusätzlich zu der neuen sozialen Existenz?
Weist du ihn dann ab, aus Angst, des Missionierens verdächtigt zu werden? Prüfst du sein Gewissen, um deines rein zu halten? Bist doch sonst nicht so zimperlich!

Der Theologe Kim Strübind hat schon Recht: „Alle biblische Migration beruft sich auf GOTT als Urheber derselben.“ Einer niederen Gewalt wollte man sich nicht beugen, wenn man auf ein gutes Ende setzt. Ein gutes Ende liegt in der Hand des GOTTES, der dich auf den Weg schickt. Das gute Ziel liegt in SEINEM Land. Schlepper und Schleuser unterscheiden sich von Menschenfischern, also denen, die zuvor schon gerettet waren. Und zwar total, totalitär: Jene machen Geschäfte mit dem Elend derer, die von Heilsversprechern auf die Reise geschickt wurden. Das zweitgrößte Elend der Menschheit, gleich nach den Kriegen. So wie jene handeln wir am liebsten, wenn es nach uns ginge.
Aber:

Nach dem Wort des HERRN brachen die Israeliten auf, und nach seinem Wort lagerten sie sich.
(4.Mose 9,18)
Simon sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.

(Lukas 5,5)

vertraut den neuen Wegen

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GEGENWÄRTIG

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es keinen Gott gibt.
Die Gewissheit zieht sich durch mein gesamtes Leben hindurch, hat mich in Ruhe Dinge tun lassen, wo andere paniken, hat mich in Bewegung gebracht, wo andere erstarren.
Und wird auch weiter durchtragen.

Gottes Geist hat mich versiegelt in dieser Gewissheit.
So bin ich getauft worden. Dazu ist es nicht notwendig, erst als Erwachsener getauft zu werden. Es genügt, wenn die Eltern es mit Gewissheit tun. Das spürt man dann, soweit, wie SEINE Liebe sie umgreift.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es keinen Gott gibt.
Wozu auch?!

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Texte für Bikergottesdienste 5

Bikersegen

Gott sei die rotierende Kraft deiner Maschine,

um dein Leben in Bewegung zu halten.

Gott sei Protektor und Helm

für den Fall der Fälle.

Gott sei dein Zusatzscheinwerfer,

dass du ausstrahlst und wahrgenommen wirst.

Gott sei deine Bremsscheibe,

damit du Freunde findest, wo du Halt machst.

Gott segne und behüte dich.

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Texte für Bikergottesdienste 4

Schutz Engel

Hast du Sand in der Kurve,
musst du höllisch aufpassen.
Hast du Bitumen bei Nässe,
musst du teuflisch auf der Hut sein.
Hast du ein Kind vor der Gabel, stell dir vor,
der Satansbraten könnte von dir sein.
Hast du die Sozia mit dabei,
fahre nicht so, als sei der Leibhaftige hinter dir her.
Hast du die Sonne im Angesicht,
dreh nicht am Quirl wie ein Besessener.
Hast du vor dem Linksabbieger gerade so noch mal Glück gehabt,
dämonisiere ihn nicht.
Hast du viel Platz im toten Winkel,
stehen dir die Tore des Hades offen.
Hast du abgefahrene Reifen,
beschwörst du die Geister der Unterwelt herauf.
Hast du zu viel Tempo drauf,
wirst du zur Hölle für die anderen.

Bedenke:
Du hast Eltern oder du hast Kinder,
du hast Freunde oder du hast Kollegen,
du hast einen Ehemann oder du hast eine Partnerin.
Du hast einen, der dich liebt.
Irgendeinen hast du bestimmt.

Du hast einen Schutzengel.
Schütze ihn!

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Texte für Bikergottesdienste 3

Gebet eines Motorradfahrers
(mit Psalm 139)

Gott, du erforschst und kennst mich.
Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.
Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch; ich kann sie nicht begreifen.
Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?Führe ich gen Himmel, so bist du da: bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Aber wir schwer sind für mich deine Gedanken. Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich, und erkenne, wie ich´s meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf gutem Wege.

Wohin soll ich fliehen? Ja, Herr, manchmal – öfter als ich es mir eingestehen will – fühle ich mich wie jemand auf der Flucht. Vor Stress, vor Überforderung, vor Verantwortung, auf der Flucht vor den Sorgen und Nöten der Menschen um mich herum, vor dem unnützen Gerede, vor quälender Langeweile – ja – und letztlich auf der Flucht vor mir selbst. Dann setz ich mich auf meine Maschine, will Abstand gewinnen, will frei und unabhängig sein. Gott – du weißt das.

Und wenn ich den Hahn so richtig spanne, wenn das Drehmoment voll greift, dann packt mich oft so ein Gefühl, als hätte meine Maschine Flügel bekommen, Flügel der Morgenröte, als könnte sie mich bis ans Ende der Welt tragen, bis ans Ziel meiner Sehnsüchte. Aber das Gefühl hält nicht lange an. Denn Drehmoment – Power – kann ich nie genug bekommen. Und irgendwann werde auch ich müde und drehe erschöpft um. Sinnlose Flucht im Kreise. Gott, was könnte mich da trösten?

Sehnsüchtig lausche ich auf die Worte des Psalms: Nähme er Flügel der Morgenröte, flöge er gen Himmel oder bis zum Ende der Welt, so wärst du – Gott – da bei ihm.
Voller Gewissheit spricht dieser Mensch! Ach Gott, schenke mir doch ein klein wenig von dieser Gewissheit, damit auch ich sagen kann: Wo ich gehe, wo ich stehe, bist du, großer Gott, bei mir.
Dann soll mein Motorrad auch nicht mehr mein Fluchthelfer sein, sondern ein Mittel, mit dem ich meine Lebensfreude und Lebensgewissheit zum Ausdruck bringen kann.
Ein Mittel, mit welchem ich dich lobe.
Gott, darum bitte ich dich – erbarme dich.
Amen.

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Texte für Bikergottesdienste 2

Eingangsgebet

Herr Jesus Christus,
wir danken dir dafür, dass wir uns in deinem Namen frei versammeln dürfen.
Wir danken dir für unsere Lebensfreude und die Fähigkeit,
auch mit schwierigen Situationen umgehen zu können.

Bewahre uns vor allem Bösen,
behüte unsere Mitmenschen
und segne uns diesen Gottesdienst.
Amen

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Texte für Bikergottesdienste 1

Eröffnung

Im Namen Gottes,
der dich als Motorradfahrer schuf,
im Namen Jesu,
der dir zeigt, dass Lebensfreude was anderes ist als Rücksichtslosigkeit,
und im Namen des Heiligen Geistes,
der dich Lächeln sieht, auch wenn dein Visier geschlossen ist.

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SERMONELLE 27.4.2018

„Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand. Nur werden die Ämter leider nicht von Gott vergeben“, sagt Gerhard Uhlenbruck. Da könnte ich es mir leichtmachen mit dem Leben. Leicht wie der Lakedaimoniker Phedaretes, der sich um Aufnahme in den Rat der Dreihundert bewirbt. Er wird verworfen. Voller Freude, dass es in Sparta dreihundert bessere Männer als ihn gibt, geht er wieder nach Hause.
Frei, doch nicht frei jeder Verantwortung. Freiheit will sinnvoll gestaltet sein, das Zuhause soll heimelig und behaglich anmuten. Jedes Leben ohne Fasson verläuft sich im Sande.

Dieses Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, zu nichts nutze zu sein, stellt sich mit dem Älterwerden häufiger und nachdrücklicher ein. Manche Zeitgenossen altern früher als andere und denken früher zurück an früher. Andere wollen wenigstens einmal im Leben so richtig auffallen, Schlagzeilen machen, „im Fernsehn kommen“. Fussballstadion-Flitzer sind noch die harmloseste Variante.
…verläuft im Sande.
Ungesegnet.

Wem Gott Segen schenkt, dem gibt er auch ein Amt.
Eine Aufgabe nicht von dieser Welt, doch in dieser Welt. Eine Bedeutung. Einen Sinn.
Versteht: Gott loben, das ist unser Amt.

Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
(Psalm 103,2)

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.
(Epheser 1,3)
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SERMONELLE 26.4.2018

Das Licht scheint AUS der Finsternis

„1. Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

2. Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.

3. Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

4. Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.

5. Laß warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

6. Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so laß uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.

7. Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Josef blieb im Gefängnis, aber der HERR war mit ihm.
(1.Mose 39,20.21)

Das Licht scheint in der Finsternis.
(Johannes 1,5)

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SERMONELLE 25.4.2018

Gott ist die Konstante in meinem Leben.
Stets habe ich auf Verlässlichkeit gesetzt, auf etwas, das Bestand hat.
Sicherheit hatte ich großgeschrieben. Was heißt „hatte“…
Ordnungen sind mit lieb und wert. Sobald ich ihre Strukturen erkenne, weiß ich um meine Freiräume. Und wenn sich etwas ändert, überraschender weise, dann nehme ich es dankbar aus Gottes guter und geliebter Hand.

„Bin vor Freude außer mir,
will langsam mit dir untergehn,
kopflos, sorglos, schwerelos in dir verliern.
Deck mich zu mit Zärtlichkeiten,
nimm im Sturm, die Nacht ist kurz!
Friedvoll, liebestoll, überwältigt von dir…
Schön, dass es dich gibt!“

Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
(Hiob 1,21)
Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.
(Römer 8,28)
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SERMONELLE 24.4.2018

     Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer,
     wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus.
Kulturell bedingt:
Erinnerungen an Jugendtage stellen sich ein. Nordsee, Erkältungswetter, Grog und Bibelarbeit. Gemeinschaft und Gotteserleben.
Warum Gotteserleben? Weil die Jugendleiter es vorleben.

     Himmel, Erde, Luft und Meer zeugen von des Schöpfers Ehr; 
     meine Seele, singe du! Bring auch jetzt dein Lob herzu! 
Die Gotteserfahrung stellt sich dem Bewussten unmittelbar dar.
Regional bedingt sind dessen jeweilige Ausprägungen. Wind und Weite gibts zur Genüge beispielsweise auch in der Taiga. Und ohne Christianisierung wäre der eurasische Raum wohl eher schamanistisch geprägt. Doch das Heil, welches von den Juden kommt, konkretisiert sich als liebevolle Verbindung der Judentümer mit den Heidentümern.
Gott konkretisiert sich in diesem „Judenbengel“ Jesus, geboren aus dem Hause und in der Stadt Davids, aufgewachsen im Galiläischen, ist hier zur Schule gegangen: TEMPEL, wohnt: in den Himmeln und den Erden.

     Ach, mein Gott, wie wunderbar stellst du dich der Seele dar,
     drücke stets in meinen Sinn, was du bist und was ich bin.

HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
(Psalm 36,6)

Gott, der reich ist an Erbarmen, hat uns in seiner großen Liebe, die er uns entgegenbrachte, mit Christus zusammen lebendig gemacht, obwohl wir tot waren in unseren Verfehlungen – durch Gnade seid ihr gerettet.
(Epheser 2,4-5)
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SERMONELLE 23.4.2018

Böse Mama!! Gute Mama…
Alle Sorgen wirft das Kind auf die Mutter, manchmal auf rabiate robuste Art.
Und es erwartet robuste Gegenreaktionen. Mutti ist die für das Kind überschaubar erste und zugleich letzte Instanz. Alle Welt entfaltet sich dazwischen. Gerechtigkeit fällt nicht vom Mutterschoß, sondern wird ausgehandelt, gar erstritten.
So ist Läbbän.

Gott gelebt als Gegenüber.
Ich bin den Gottesbildern abhold, die zu stark auf den „Gott in mir“ abstellen.
Damit müsste nämlich eine deutlich sichtbare Umsetzung dessen einhergehen, was man gemeinhin unter dem Willen Gottes versteht, zurecht versteht. Viel eher nehme ich ein Ringen darum war. Wenn überhaupt. Oft nur der Wunsch, von religiösen Dingen nicht behelligt zu werden. Also Gott nicht in mir, Gott nicht im Gegenüber, sondern Gott im Privatleben irgendwelcher sonderbaren Zeitgenossen.

Ist’s recht, wenn ich in der Weihnachtszeit einen LED-Adventsstern ins Fenster hänge?
Oder ist auch das schon Belästigung?

Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen.
(4.Mose 24,17)
Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.
(1.Petrus 5,7)
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SERMONELLE 22.4.2018

Kein Nullsummenspiel.
Kein Werden und Vergehen.
Kein Sterben und Fruchtbringen.
Sondern eine höhere Qualität.
Mit den Jahren habe ich die Tragfähigkeit vieler weltlicher Konzepte geprüft. Es ist alles Stückwerk, Eitelkeit, auch Blendwerk. Nichts ist endgültig, panta rhe – alles fließt. Doch nicht einmal das stimmt wirklich. Manches erkaltet und erstarrt.

Geblieben ist mir die Ehrfurcht vor dem Gott, der Leben schafft, vor Gott also, der ordnet und Vielfalt ermöglicht. Geblieben ist mir das Wissen um eine viel größere Wirklichkeit, die alles Denken und Wissen gründet und übersteigt.

Geblieben ist mir auch ein anderes: die immer stärker werdende Hinwendung zu diesem einen Grund des Lebens, der zugleich die Erfüllung dessen ist. Ich binde mich ein.
Damit einher geht keineswegs eine Abwertung oder Verachtung der Welt.
Im Gegenteil, je mehr der spirituelle Mensch wächst, desto zutreffender bewertet er alles Materielle. Spirituelle Menschen sind die wahren Materialisten.

Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.
(2. Korintherbrief, 4,16)

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SERMONELLE 21.4.2018

The storm is over – over me. 
Dann wurden sie in die Wüste getrieben. Erst hatten sie Hoffnung, dass man ihnen neuen Lebensraum zuweisen würde. Aber je länger der Marsch, desto tödlicher.
Sie aßen die kärglichen Pflanzen vom Wegesrand. Wer entkräftet liegen blieb, wurde getötet. Viele ergaben sich in dieses Schicksal, gaben die Hoffnung auf.
Am längsten hielt sich die Hoffnung bei den Müttern kleiner und kleinster Kinder. Sie gaben alles, was sie hatten, um die schreienden Münder irgendwie zu sättigen. Doch die Brüste waren schlaff und leer. Und Wasser gab es keines. Gegen Mittag erreichten sie ein verlassenes und zerstörtes Gehöft. Die Babies schrien sich vor Hunger die Seele aus dem Leib, sodass sie diese Töne nicht mehr ertragen konnten. Sie legten sie zum Sterben nebeneinander im Innenhof in die Sonne und gingen fort, als das letzte Kindlein verstummte.

Was dieses Sterben ermöglicht, ist das Schweigen der irdischen Machthaber über das Leiden der Menschen. Die Todesstille in den verdorbenen oder verzweifelten oder ratlosen Gewissen. Das Fehlen des Aufschreies für die Unterdrückten. Das Ende der Menschlichkeit eben.

Es gibt zwei Arten von Stille, zum einen diese Todestille, die nichts mehr erhofft und Tod bewirkt. Zum anderen und ganz gegensätzlich dazu jene Stille, aus der heraus der Mensch Antwort ersehnt, Antwort von Gott. Der Gekreuzigte erhielt in seiner Gottverlassenheit Antwort: Auferweckung.
So beginnt Menschlichkeit.

Stricke des Todes hatten mich umfangen, ich kam in Jammer und Not. Aber ich rief an den Namen des HERRN: Ach, HERR, errette mich!
(Psalm 116,3.4)

Die Jünger weckten Jesus auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen? Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig! Verstumme! Und der Wind legte sich und es ward eine große Stille.
(Markus 4,38-39)
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SERMONELLE 20.4.2018

Während Götzenbilder in der Umwelt immer menschenähnlicher wurden, war man im aufgeklärten alten Israel schon weiter. Das Bilderverbot machte G*tt einzigartig und universell. Der Tempel konnte G*tt weder fassen noch einsperren, da doch das Universum und alle Paralleluniversen höchstens seine Spielwiese, sicher aber seine Schöpfung sind. So bleibt geboten, den NAMEN angemessen zu verehren. Seine Gegenwart bei den Menschen realisiert sich in der Verehrung des einzig Heiligen.

Mit der Feindesliebe hat der Mensch gewordene Gott eine rote Linie überschritten.
Volles Risiko, Wagnis aller Wagnisse, geht die LIEBE der Frage des rechten Umgangs mit Feinden voraus und beeinflusst sie. An dieser roten Linie scheitert, wer schon die Nächstenliebe zerredet, statt tut, wer schon den Bruder oder die Schwester zu „Nächsten“ erklärt. Da lässt sich trefflich und ewig streiten, wenn es im inner circle nicht stimmt. Bruder und Schwester kann man sich nämlich nicht aussuchen.
Und Jesus – ja, Jesus nimmt die Sünder an!
Konsequenz aus dem Bilderverbot.

Wo ist Gott?

Salomo sprach: Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen – wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe?
(1.Könige 8,27)

Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.
(1.Johannes 4,12)
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SERMONELLE 19.4.2018

Von Damaskus nach Kairo führt die Straße an den Gestaden des Mittelmeeres durch Haifa oder Tel Aviv. Heute wie einst. Die Namen der Städte dort haben sich geändert, die Straße blieb. Der Bergrücken der judäischen Wüste lag immer etwas etwas abseits; die Gegend ist einfach viel zu unwegsam. Kein Wunder, wenn sich die Israeliten dort einnisteten auf dem Zion. Er bot Schutz vor den Truppen kleinerer Völker ringsum.
Die Heere der Großmächte hingegen waren nur schwer fernzuhalten.
So ging man Bündnisse ein, je nachdem, welche Großmacht sich durchzusetzen schien. Eine von ihnen trägt heute noch ihren alten Namen: Ägypten. Die anderen kamen und gingen. Und drückten der Region den immer gleichen Stempel auf: Die Gefahr droht von Norden.

Politische Bündnisse taugen nur bedingt und temporär. Die wechselvolle Geschichte der Menschen um den Zion herum bis hin zur Zerschlagung und Vertreibung durch die Römer spricht Bände. Das Diasporajudentum nahm mit sich die Sehnsucht nach Zion, nach Jerusalem und hielt sie über all die Jahrhunderte wach. In fernen Ländern wurden sie Teil der jeweiligen Bevölkerung und verloren dennoch nicht den Boden unter den Füßen, blieben gegründet in G*tt, der sie kennt.

G*tt ist beides möglich:
„Gleich wie ein Löwe und ein junger Löwe brüllt über seinem Raub, wenn man wider ihn aufruft die Menge der Hirten, so wird der HERR Zebaoth herniederfahren, um zu kämpfen auf dem Berg Zion und auf seinem Hügel.
Und
Der HERR Zebaoth wird Jerusalem beschirmen, wie Vögel es tun mit ihren Flügeln, er wird beschirmen und erretten, schonen und befreien.“
Seit meinen Besuchen im Heiligen Land weiß ich: Die zweite Variante ist mir lieber.

Der HERR Zebaoth wird Jerusalem beschirmen, wie Vögel es tun mit ihren Flügeln, er wird beschirmen und erretten, schonen und befreien.
(Jesaja 31,5)

Der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen.
(2.Timotheus 2,19)
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SERMONELLE 18.4.2018

Jedes Kind, das Hunger hat, ist dein Kind.
Es gehört zu den Erfahrungen der Menschen, die vielleicht am schlechtesten zu ertragen sind: zu sehen, wie dein Kind verhungert und du nichts dagegen halten kannst.
Der Dokumentarfilm „Aghet“ über den Völkermord an den Armeniern zeigt solche Szenen, die erschütternd sind. Bilder von Kinderhilfwerken machen auf die Not des Hungerns von Kindern der Welt aufmerksam und bringen diese Kinder nahe. Motorradfahrer engagieren sich für die Kleinsten der Gesellschaft.  Es lässt einen nicht unberührt, wenn man es an sich heranlässt.

Kinder sind Gabe und Aufgabe. Und schon im Mutterleibe formt sich ein Eigenes, ein Eigentliches, ein Leben, welches behütet werden muss. Jesus ließ die Kinder an sich heran, berührte und wurde berührt. Behütend legte er die Hände auf sie – ein Schutzraum der höheren Ordnung. Ein Raum der Freiheit zugleich.

Im Jahre 2016 brach eine Gruppe Motorradfahrer auf von Berlin mit dem Ziel Albanien. Im Gepäck 1000 Euro, gesammelt zur Unterstützung der Arbeit mit Kindern des Franziskanerinnenklosters in Velipoje. Bekämpfung von Hunger, Armut und Bildungslosigkeit vor Ort. Zu Christi Himmelfahrt 2018, also in drei Wochen werden wir wiederum in Velipoje/Albanien sein. Diesmal überbringen wir eine Spende in Höhe von 4500 Euro. Warum? Weil es uns Spaß macht, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden.

Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN.
(Psalm 127,3)
Da wurden Kinder zu Jesus gebracht, dass er die Hände auf sie legte und betete.
(Matthäus 19,13)
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SERMONELLE 17.4.2018

Das spricht für sich selbst – das Prophetenwort.
Ist nicht mehr viel hinzuzufügen. Außer vielleicht, dass es Obdachlose nicht erst seit zwei Jahren gibt, sondern zu allen Zeiten ein so alltägliches Phänomen waren, dass man sich an die Tatsache ihrer Existenz gewöhnen konnte. Wenige nur informieren und konfrontieren sich über die Tatsache derer Existenz hinaus mit den konkreten Bedingungen obdachloser Existenz. Und erfahren, man kann durchaus präventiv wirken, um entstehende Obdachlosigkeit zu bekämpfen oder gar zu vermeiden. Da wird dann schnell an politische Stellen verwiesen, menschliches Leid auf der Sachebene diskutiert und anderen das Prophetenwort vorgehalten oder um die Ohren gehauen. Der/die Obdachlose – jeder ein Einzelfall – aber erlebt und durchlebt ein Elend. Sein Elend, sicherlich, aber mehr noch: unser aller Elend, die wir es zulassen.
Auch das spricht für sich selbst.

Mit Moral kommt man heutzutage weit, bis tief hinein in die Finanzierungsfragen der Bekämpfung von Obdachlosigkeit. Mit Liebe aber setzt man beim Betroffenen an; man setzt bei sich selbst an; man setzt bei Gott an.
Gott liebt.

Die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus!
(Jesaja 58,7)

Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.
(1.Johannes 4,19)
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SERMONELLE 16.4.2018

„Du bist weite Wege gegangen“, so anerkennende Worte einer Person, die selbst viel davon versteht. Gemeint sind die Erfahrungen, die Entbehrungen, das Ausloten der seelischen Tiefen, das Erreichen ihrer Höhen, die Irrwege, das finster Tal, der schmale Grat. Aber auch die Weggabelungen, die nicht nur zur Entscheidung zwingen, sondern auch Menschen aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen zusammenbringen.
Man muss weite Wege gegangen sein, um beurteilen zu können.

Als Israel aus Ägypten und durch das Meer und durch die Wüste zog, da wandelte es nicht auf ausgetretenen Pfaden. Sondern das Volk bahnte sich seinen Weg. Und Gott ging mit. Als Jesus kaum geboren, flüchtete die kleine Familie nach Ägypten. Vertraute Wege eines Volkes, die individuell nachvollzogen wurden. Als Jesus zum Manne ward, trieb es ihn in die Wüste – Realität eines geistlichen Kampfes. Nichts blieb dem Mensch gewordenen Gotte erspart. Nichts sparte er für sich aus, keiner Erfahrung ging er aus dem Wege. Der „Gott-bei-uns“.

Glücklich, glückselig, selig, wer singen kann:
Wir haben Gottes Spuren festgestellt auf unsern Menschenstraßen,
Liebe und Wärme in der kalten Welt, Hoffnung die wir fast vergaßen.
Blühende Bäume haben wir gesehn, wo niemand sie vermutet;
Sklaven, die durch das Wasser gehn, das die Herren überflutet. 
Bettler und Lahme sahen wir beim Tanz, hörten, wie Stumme sprachen.
Durch tote Fensterhöhlen kam ein Glanz, Strahlen, die die Nacht durchbrachen
Zeichen und Wunder sahen wir geschehn, in längst vergangnen Tagen.
Gott wird auch unsre Wege gehn, uns durch das Leben tragen.

Eines jeden Wege liegen offen vor dem HERRN.

(Sprüche 5,21)

Jesus spricht: Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.
(Johannes 10,14)
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SERMONELLE 15.4.2018

…if the russians love their children too… 
Wenn es um wirklich ernsthafte Dinge geht, werden die Gebetsinhalte ungewisser.
Im Zweifel für die eigenen Kinder. So denkt vermutlich auch der Feind.
Militärische Erziehung in Moscheen, Segnung von Waffen im Feldgottesdienst sind da noch die martialischsten Demonstrationen der Hilflosigkeit. Sie korrespondieren mit einer verbreiteten inneren Einstellung, die man ja auch verstehen kann.
Die Ein-Gott-Theorie – wird auf diese Weise ad absurdum geführt.

…if we love our children more than we hate the enemies…
Auf der anderen extremen Seite steht der radikale Pazifismus, auch unterlassene Hilfeleistung genannt. Es wird schon nicht so schlimm kommen, wir werden Schäden kompensieren. Du hast solange eine Plan, bis du das erste mal richtig hart getroffen wirst. Auch dieses also ist ein Zeichen der Hilflosigkeit. Der Olymp ist in Aufruhr.

Vielleicht, so kann man glauben, bewährt sich ein Beten, welches nicht wortreich ist, kein Plappern, kein Argumentieren. Vielleicht, so kann man glauben, ist das Eingeständnis Not wendig, nicht zu wissen, was jetzt dran ist. Vielleicht ist beten schweigen und hören in Gott, ein Vernehmen, einvernehmen, Vernunft.

Schweige und höre
neige deines Herzens Ohr
suche den Frieden

HERR, sei mir gnädig, denn ich bin schwach; heile mich, HERR, denn meine Seele ist sehr erschrocken.
(Psalm 6,3.4)
Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt, sondern der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichem Seufzen.
(Römer 8,26)
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SERMONELLE 14.4.2018

„O, du, mein holder Abendstern“.
Oder Morgenstern, was ja dasselbe ist: Venus was her name.
Wir hielten die Gestirne für Gottheiten und gaben ihnen Namen.
Nachts, wenn die Welt schlafen gegangen und der Mensch zu sich selbst kommt.

Dass die leuchtenden Gestirne am Himmel nichts als Lampen sind und der göttlichen Eigenschaften vollkommen entbehren, war eine frühe aufklärerische Erkenntnis der Heiligen Schrift. So kam Licht in die Sache zwischen Mensch und Gott; wie die heilsame Erkenntnis, Gott besser keine Namen zu geben und stattdessen fürderhin auf seine Selbstbekundungen, seine Offenbarung zu hoffen.

Wer in der Finsternis geht und wem kein Lichtstrahl scheint, der hoffe auf den Namen des HERRN!
(Jesaja 50,10)

Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes.
(Kolosser 1,13)
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