Aphorismus: Was ich eigentlich möchte

Wenn ich verstorben bin, dann werdet ihr euch Gedanken machen, was erinnernswert an mir sein solle. Gut, ich war sicherlich kein ausgeprägter Familienmensch. Dafür wollte ich immer auch ein besonders guter Theologe sein. Ich war manchmal hart und unnachgiebig, dafür aber auch ein einfühlsamer Seelsorger, der mit den schwersten Kalibern zurecht kommen konnte. Ihr werdet euch an meinen Motorradfahrstil erinnern: so elegant und zum Niederknien schön. Und anderes werdet ihr mit Recht benennen, offen, schonungslos, humorvoll, liebevoll.

Eines ist mir aber wichtig: Dass ihr nie vergesst, wie charmant ich eigentlich war!

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Aphorismus: Mein schönste Zier

Vor 25 Jahren hörte ich auf einem ökumenischen Sommerkirchenfest den wunderschönen mehrstimmigigen Chorsatz von dem Kirchenlied „Mein schönste Zier und Kleinod bist“. Seither mein absolutes Lieblingskirchenlied. Das betonte ich stets gern, nicht ohne den Hinweis, es umgedichtet zu haben für den Fall meines frühen Ablebens.

Dann solltet ihr euch an die Variation erinnern: „Mein schönstes Tier du Schweinhund bist“; und das ich damit den inneren Schweinehund, den von Gott gerechtfertigten meinte. Und das sollt ihr tun, aufdass eure Trauer vollkommen werde.

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Befreiung?

Zur Diskussion:

Befreit wurden am 8.Mai 45 wohl einige Menschen, KZ-Insassen zB. Und einige andere auch.

Aber wurde die Welt oder auch nur Europa oder Deutschland vom Nationalsozialismus befreit, in der Weise, dass es nun keinen mehr gab oder gibt? Wurde Deutschland von den Nazis befreit, wo sind sie dann alle plötzlich geblieben in der Stunde Null und heute? Das Thema Antisemitismus hab ich noch gar nicht einmal erwähnt.

Sinnvoll wird die Rede von der Befreiung nur, wenn man nicht fragt, wovon, sondern wozu diese Befreiung stattfand. Die Antwort wird lauten: zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Was meinst du?

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Heute herrscht Ungewissheit

Heute herrscht Ungewissheit. Das ist per se nicht schlecht, denn sie drängt zur Vergewisserung, nicht zu vorschnellen Antworten, wie sie die nackte Angst fordern würde.

Zwischen dem Auszug Israels aus Ägypten und seiner Ankunft im Gelobten Land entfaltet die Heilige Schrift das großartige Drama der 40jährigen Wüstenwanderung voller Ungewissheit, Gefahren, Krankheit, Rebellion und Revolte gegenüber den Führern, aber auch der 10 Gebote, des Segens, der Rechtleitung und Bewahrung durch Gott.

Corona hat nicht ein Volk, sondern alle Völker der Erde in eine Zeit der Ungewissheit gestürzt. In die Wüste quasi. Und die Frage lautet: Woher kommt uns Gewissheit? Erreichen wir das große Ziel, möglichst gesund und wirtschaftlich stark eine Zukunft zu gestalten, in welcher wir alle gemeinsam nicht nur die Herausforderungen, sondern auch Frieden, Freiheit und die allgemeinen Menschenrechte teilen? Eine Zukunft, in welcher die Religionen der Menschheit genau diesem Ziele dienen, weil dieses Ziel Gottes Ziel mit seinen Erdbewohnern ist? 

Ein Zurück gibt es nicht mehr – „show me the way to go home. I’m tired and I wanna go home“ singt ein düsteres Lied vergangener Tage. Heute jedoch stehen wir vor der aktuellen Frage, woher die Kraft zum Durchhalten, woher uns Gewissheit kommt. Solange die Antwort ausbleibt, bleibt immerhin diese Frage. Und sie bleibt aushaltbar, wegen der vielen Hilfen, die uns zu Gebote stehen.

Ein sehr viel älteres Lied stimmt andere Klänge an:
„Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Gewissheit? Meine Gewissheit kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde geschaffen hat* (Psalm 121).

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Wunderbare Verwandlung. (D. Bonhoeffer)

 

Leiden

Wunderbare Verwandlung. Die starken, tätigen Hände
sind dir gebunden. Ohnmächtig, einsam siehst du das Ende
deiner Tat. Doch atmest du auf und legst das Rechte
still und getrost in stärkere Hand und gibst dich zufrieden.
Nur einen Augenblick berührtest du selig die Freiheit,
dann übergabst du sie Gott, damit er sie herrlich vollende.

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Gedenken: 75 Jahre Befreiung der Konzentrationslager

ein AUSRUF

Ich war mit Leon Schwarzbaum (Auschwitz- und Todesmarschüberlebender) auf einer Kurzreise und bin als evangelischer Pfarrer immer noch voller Demut, dass Leon mich in seinem Zuhause empfing und mich würdigte, seiner Lebensgeschichte zuhören zu dürfen. Und ich bin dankbar, mit ihm ein Glas Wein getrunken zu haben. Solche eigentlich menschlichen Kleinigkeiten werden groß angesichts der Schwere der Schuld, die Deutsche und deutsche Geistliche in Nazizeiten auf sich geladen haben.

Ich bin unendlich dankbar dafür, in Auschwitz-Birkenau, dort, wo das Krematorium 2 stand, gemeinsam mit einem Rabbi einen kurzen Gottesdienst unter seiner Führung gestaltet und gefeiert zu haben. Das ist keineswegs selbstverständlich. Meinerseits war es ein Zeichen der Bitte um Vergebung und Versöhnung. Und der Rebbe gewährte uns beiden dort gemeinsame Zukunft. Los werde ich die Vergangenheit nicht; er ebenfalls nicht. Aber dass man gemeinsam einen kleinen Schritt Richtung gemeinsamer Zukunft getan hat, und das an diesem Orte, ist mir ein kostbares Gut und ein göttliches Geschenk.

Umso mehr, und das gehört genau hier hin, erschreckt und entsetzt es mich, dass Juden sich in Deutschland nicht sicher fühlen und ernstlich erwägen, dem Land den Rücken zu kehren. Heute!, wo wir vor wenigen Jahren erst erstaunt und erfreut waren, dass jüdisches Leben im Geltungsbereich unseres Grundgesetzes frühlingshaft zart erblühte und sich entwickelte.

Dieses Pflänzlein kann und darf nicht zertreten werdend !

Wir MÜSSEN (ich mag diesen Ton sonst nicht so) alles dafür tun, dass sich Mitbürger jüdischen Glaubens hier in ihrer Heimat heimisch und sicher fühlen !

Wehret den bösen Geistern in allen ihren Erscheinungsformen, den rechten und den linken wie den islamistischen !

Deckt auf den Antisemitismus in unserer Mitte und vertreibt ihn aus dem Alltag !
Er ist Gift für uns alle.

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Gottesdienst, digital statt analog? Ein Hinweis

Das Digitale hat Reichweitenvorteile. Unbedingt. Aber – und das ist weniger seine Stärke, sondern seine Schwäche – es drängt zur Unverbindlichkeit. Sehen und gesehen werden, ist nicht nur auf dem Motorrad im Straßenverkehr bedeutsam, sondern eben auch in der und für die Gemeinde Gottes. In der Kirche singe ich die liturgischen Texte, wenn alles sie singt, zuhause tue ich das eher selten, schon gar nicht, wenn Unbeteiligte durch die Wohnung laufen; ich erhebe mich nicht zum Schlussegen oder zum gemeinsamen Vaterunser. Usf…

Aber manche mögen es ja, in Unterwäsche am Schreibtisch vor dem heimischen PC lümmelnd Abendmahl zu feiern zwischen Schmierzetteln und Rechnungen, mit einer klebrigen Computermaus und Tastatur, die sonst auch zum liken auf Facebook, zum Posten aggressiver Tweets, zur Erledigung dienstlicher E-Mails, zur Ebay-Schnäppchenjagd, zu Amazon-Einkäufen und zum Aufruf von Pornoseiten genutzt werden.

Sorry, nicht mein Geschmack!
Festlichkeit galt nicht nur C.G.Jung als vierte Gnadengabe, sondern ist ein Teil der liturgischen Haltung, mit der ich mich auf die Begegnung mit dem Heiligen einstelle. Und besser nicht alleine. All denen gesagt, die doch sonst immer ein „Haltungschristentum“ beschwören.

Sollten, wenn Gott zu uns kommt, auch wir uns nicht auf-machen, uns vor dem erhabenen Momentum nicht erheben und nicht demonstrieren, wofür uns wichtig ist zu demonstrieren?

Hätten wir das wirklich nicht nötig? Ich denke schön, ich denke schon. Wir sollten beides tun, analog und digital; und wir sollten jeweils passende Formen entwickeln und einhalten.

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und vergibt mir meine Schuld

Neulich haben wir es wieder einmal in einem Gottesdienst gesungen; diese leicht verdauliche musikalisch eingängige Kost. Das erste Kirchenlied meines Lebens in der Erinnerung an meine Kindergottesdienste:
Meinem Gott gehört die Welt,
meinem Gott das Himmelszelt;
ihm gehört der Raum, die Zeit,
sein ist auch die Ewigkeit.

Die Schuldfrage hatte mich damals nicht tangiert, auch nicht die nach Raum und Zeit, weder positiv noch negativ. Wichtig fand ich, Gottes eigen zu sein. Ich gehöre ZU meinen Eltern und nicht IHNEN. Der Unterschied war prägend, wie die Erkenntnis, dass auch meine Eltern Gottes eigen seien und nicht sich selbst gehörten. Gleichberechtigung, Verantwortung und Demokratie wurden hier grundgelegt.

Später dann trat sie ins Bild: die Schuldfrage. Als ich meine Kinder erzog.
Da bin ich vielleicht manches schuldig geblieben und gelegentlich auch schuldig geworden. Ein Kinderarzt, der sich selbst unter die Atheisten zählte, wollte mich trösten. Er sprach nicht von dauerhaften Schäden, sondern konstruktiv von Prägungen. Kinder seien oft robuster, als man annehme. Wäre es anders, hätten wir Menschen längst die Grätsche gemacht.

Gewiss, gewiss. Dennoch bleibt etwas offen und wenn nur die Frage, warum ich es nicht vermochte, die Kinder hier und da in einer anderen Weise zu prägen. Diese Frage hat sich wie Feuer in meine Seele gebrannt. Und dreist, dass es nicht ihre Frage ist, sie möglicherweise gar keinen Vergebungsgedanken hegten, brennt sie weiter in meiner Seele. Und brennt leise, bis mir einfällt, dass es eine Instanz gibt, die distant genug ist, zu vergeben, wo ich mir selbst nicht vergeben kann. Ich – wir nennen sie Gott.

Der Kreis schließt sich, wenn ich an meine Eltern denke. Sie lehrten mich das Lied, geschrieben von Arno Pötzsch, vertont von Christian Lahusen. Sie schickten mich in den Kindergottesdienst, wo es gesungen wurde. Sie erzogen mich nicht aus Schuld, sondern aus Vergebung.
Und das heißt, sie erzogen mich in Liebe.

1. Meinen Gott gehört die Welt,
meinem Gott das Himmelszelt,
ihm gehört der Raum, die Zeit,
sein ist auch die Ewigkeit.

2. Und sein eigen bin auch ich.
Gottes Hände halten mich
gleich dem Sternlein in der Bahn;
keins fällt je aus Gottes Plan.

3. Wo ich bin, hält Gott die Wacht,
führt und schirmt mich Tag und Nacht;
über Bitten und Verstehn
muss sein Wille mir geschehn.

4. Täglich gibt er mir das Brot,
täglich hilft er mir in Not,
täglich schenkt er seine Huld
und vergibt mir meine Schuld.

5. Lieber Gott, du bist so groß,
und ich lieg in deinem Schoß,
wie im Mutterschoß ein Kind;
Liebe deckt und birgt mich lind.

6. Leb ich, Gott, bist du bei mir,
sterb ich, bleib ich auch bei dir,
und im Leben und im Tod
bin ich dein, du lieber Gott!

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auferstanden

Wenn ein Flüchtling aus dem Mittelmeer nach Deutschland gebracht wird, dann ist das noch nicht ein Ostern; sondern ein Flüchtling wurde aus dem Mittelmeer nach Deutschland gebracht. Oder von den Inseln oder von woher immer…

Wenn ein Mensch zum Glauben an den Auferstandenen kommt, dann ist Ostern.
Wenn ein Mensch zum Glauben an den Auferstandenen kommt, weil ein Flüchtling aus dem Mittelmeer nach Deutschland kommt, dann ist Ostern.

Darum wird die Kirche des Auferstandenen immer ein Stachel im Fleische der Völkergemeinschaft sein, nicht weil sie sie an ihre eigenen Dokumente und Vorgaben mahnend erinnert, sondern weil sie Ostern feiert und fördert, weil sie Gott die Ehre über jede Rettungstat gibt, weil sie ihm in seinem Geiste dankt und ihn lobt im Chor der Heiligen. Unüberhörbar und unverwechselbar.

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Gier

Es gibt Gründe, weshalb die Gier unter die sieben Todsünden gerechnet wurde. Mit den Sünden nimmt es einen Gesellschaft, der es vergleichgsweise wohl bis sehr wohl ergeht, nicht so genau, Schwamm drüber. Doch die Alten wussten mehr.

Diese Begierde ist nicht nur Trieberlebnis, von daher natürlicherweise mit einer konstruktiven Funktion für das Individuum verbunden. Sie ist auch zügeloses Trieberleben. Und darin bestehen die Abgründe: genug ist nicht genug. Wo keine Sanktion, da ist das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht. Sollte Gott gesagt haben, dass er dieses Ungezügelte nicht besonders geil findet?

„Du sollst nicht begehren!“ So lassen sich die Zehn Gebote, die Zehn guten Weisungen Gottes, seine an Mose gegebenen, in Stein gemeißelten Lebensweisheiten zusammenfassen. Das mag eine jede Person anhand der bekannten Texte für sich selbst einmal durchbuchstabieren. Du sollst nicht begehren! Und schwupps – lebt sie auf, die Sünde.

Wo Konzerne und große Firmen derzeit so unter finanziellen Druck gerieten, dass sie um Stundung oder Reduzierung der Mietzahlungen ihrer Betriebe baten, da hängen sich die Profiteure der Coronakrise aufs Widerlichste ein. Die Lebensmittelketten, die derzeit 20% Mehrumsatz einfahren, wollen nun auf einmal keine Miete zahlen. Klopapier, Atemmasken und andere Beispiele findet man in den derzeitigen Medien. Oder im eigenen Verhalten.
Grund genug, die altvertrauten, oft zitierten Worte, die Zehn Kostbarkeiten wieder dagegen zu stellen:

Das erste Gebot
Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Das zweite Gebot
Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen.

Das dritte Gebot
Du sollst den Feiertag heiligen.

Das vierte Gebot
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.

Das fünfte Gebot
Du sollst nicht töten.

Das sechste Gebot
Du sollst nicht ehebrechen.

Das siebte Gebot
Du sollst nicht stehlen.

Das achte Gebot
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Das neunte Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Das zehnte Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat.

Seid begierig nach dem Worte GOTTES!
Das ist genug.
Schalom.

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versammelt. gefasst.

Was mich die SocMed lehrten, dass es nicht nur ein Leben diesseits von Facebook & co gibt, sondern dass das richtige Leben sich dort abspielt. Die wöchentlichen Treffen der Gruppe Christ und Motorrad zum Beispiel: Weder Verein, noch Arbeitsgemeinschaft, noch Freundeskreis – finden diese Treffen seit einem halben Jahrhundert statt. Manchmal waren es nur zwei Personen, dann wieder viele. Doch es kamen immer welche und bildeten ein soziales Gefüge, dessen Kern der Dienstag Abend war.

Ich sage war, und bin gewiss, er wird es wieder sein. Denn die Coronaregeln haben diese Kontinuität unterbrochen. Einmalig in der Geschichte der Gruppe. Und das Verlegen auf WhatsApp mag eine gewisse Zeit gutgehen, dauerhaft umswitchen auf Internet würde irgendwann zu Erosionen und schließlich zum Tod der Gruppe führen.
Gewiss, ich kann Motorradfahren ohne die Gruppe. Ich brauche sie dazu nicht. Und mein Wissen über Motorradpflege, Reifen, Ölsorten kann ich mir auch im Internet zusammensuchen. Doch wer hört mir zu, wenn ich von meinen Erfahrungen auf dem Moped erzählen möchte? Das Geschwurbel ins Netz stellen und likes zählen ersetzt nicht den Austausch face to face diesseits der SocMeds.
Gewiss kann ich mein Christsein außerhalb von Kirchgebäuden zelebrieren, „ich brauche dazu keine Kirche“, wie man mir berichtet. Doch Erfahrung möchte erzählt sein; dazu zählt die Erfahrung, gehört zu werden; nicht nur gelesen. Das Kopfnicken oder Kopfschütteln – wie findet es genau statt? Wie stark erregt mein Wort das Gemüt anderer? Wie heftig und anhaltend ist die Reaktion? Das alles lässt sich nicht runterbrechen auf digitale Kommunikation. Die hat ihre eigenen Regeln und ist ihrerseits unersetzbar. So unersetzbar wie die Begegnung im wirklichen Leben.

Ich kann mir ein Leben ohne digitale Möglichkeiten gut vorstellen; ich habs ja auch schon erlebt – damals, als es das www noch nicht gab. Ich kann mir jedoch ein Leben ohne Gemeinschaftsmöglichkeit nicht vorstellen. Corona ist eine Ausnahmsituation und alle Beschränkungen sollen die Ausnahme bleiben. Die Regel sieht anders aus.

Ramadan 2020 wird uns zeigen, dass politische Ausnahmesituationen religiöse Regeln niemals brechen können; bestenfalls können sie etwas gedämpft werden.
Und ein Blick auf die heutige Tageslosung und den angefügten sogenannten Lehrtext lehrt, dass es nicht nur im Islam, sondern zuvor schon im Christentum und zuerst im Judentum die Regel war: sich zu versammeln, um Gott die Ehre zu geben. Das beste, was wir tun können.

Ever.

Lobet Gott in den Versammlungen!
(Psalm 68,27)

Als die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!
(Johannes 12,12-13)

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Ostern

Da Ostern ein sog. bewegliches Fest ist, lasst es uns feiern am ersten Sonntag nach Ende der Kontaktsperre!
Also dann, wenn Gottesdienste wieder gemeinsam gefeiert werden. Wie österlich wäre das denn?!

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Nabucco

Als ich in Berlin-Schöneberg das Licht der Welt erblickte – unter den abendlichen Klängen der Freiheitsglocke vom Rathaus Schöneberg und mit den Liedern, welche meine Mutter sang – da fuhren noch kaum Autos. Die Straßenbahn rollte durch die Leberstraße, vor dem selben Haus, in welchem auch Marlene Dietrich wohnte.

Wir lebten in eher ärmlichen Verhältnissen, mein Vater war 14 Stunden täglich zur Arbeit. Eines Tages kam er später als sonst, aber freudestahlend und präsentierte uns die neueste Familienerrungenschaft: einen Plattenspieler, mehr schlecht als recht. Und dazu unsere erste Schallplatte. Es war mit weinrotem Plattenlabel Verdis Gefangenenchor aus Nabucco. Und wir hörten unsere erste Schallplatte.

Später kamen weitere hinzu, alles Klassiker der großen klassischen Musikwelt. Und an besonderen Abenden, wenn die Familie sonntags beisammen war, hörten wir sie. Und zu allererst Nabucco.

Heute habe ich Familie auch in Italien. Wir können uns nicht sehen aufgrund der Covid19-Gefahr. Und ich leide mit „meinen“ Italienern mit in ihrem wunderschönen Land, das so hart getroffen ist. Und wenn sie in die Abendsonne treten und Verdis Gefangenenchor anstimmen, mächtig, pathetisch und getragen, wie es nur die Italiener können, dann rollen mir die Tränen über das Gesicht.
Aus eben allen diesen Gründen.

Ich verlinke auf: https://www.youtube.com/watch?v=JTVXEGIS3LE&feature=share&fbclid=IwAR0DoBh5VrW6hbgyhwrAiyESotiIMsoPPNbU29-X9Sify1HLCbxZhLv_cV0

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Wir werden verändert sein

Und was, wenn diese Krise uns gar nicht verändert?

Wenn wir trotz und nach Corona uns wiederfinden als die, die wir zuvor waren?

Das ist sehr wahrscheinlich sogar so. Gewiss, in und unter der Krise, sub Corona, da strengen wir uns an, pflegen Solidarität, helfen einander, stehen zusammen und stemmen und meistern, was getan werden muss. Alle werden gebraucht, auch das blöde Arschloch von nebenan. Doch entspannt sich die Lage und kehrt Alltag ein und mit ihm eine veränderte, gleichwohl eine Normalität, dann kehren wir mehrheitlich wieder zu uns selbst zurück, verhalten uns als die, die wir sind und waren. Corona bringt niemanden zur Buße, zur Umkehr, zu Gott.

Das allein steht in Gottes Macht: Weißt du nicht, dass Gottes Güte dich zur Buße leitet? In guten wie in schlechten Zeiten? Der Heiland schickt keine Krankheiten und Seuchen. Er schickt sie fort. Darin besteht seine Güte. Er ruft uns zu sich. Menschen, die wir eben nicht aus unserer Haut können, werden im Zauber seiner Gegenwart irgendwie anders, wirken verändert, quasi wie neu. Ist dir nicht aufgefallen, dass das blöde Arschloch von nebenan eigentlich auch ganz nett sein kann? Dass viele von denen, die sich nun ein Hosianna von der Palme wedeln, tatsächlich den Weg in die himmlische Herrlichkeit gewiesen bekamen?

Was jede und jeder von uns schuldig bleiben soll und wird, ist Liebe. In der Krise und nach der Krise

Einer der Schriftgelehrten, der gehört hatte, wie sie miteinander stritten, trat hinzu, und da er wusste, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches Gebot ist das erste von allen? Jesus antwortete ihm: Das erste ist: „Höre, Israel: Der Herr, unser Gott, ist ein Herr; und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft!“ Das zweite ist dies: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ Größer als diese ist kein anderes Gebot. Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Recht, Lehrer, du hast nach der Wahrheit geredet; denn er ist einer, und es ist kein anderer außer ihm; und ihn zu lieben aus ganzem Herzen und aus ganzem Verständnis und aus ganzer Seele und aus ganzer Kraft und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist viel mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. Und als Jesus sah, dass er verständig geantwortet hatte, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und es wagte niemand mehr, ihn zu befragen.

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INVOKAVIT – Gedanken zum Teufel

https://wp.me/p2j6U3-wr

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fällt nicht der Himmel auf den Kopf

Asterix-Zeichner Uderzo ist tot, beim Teutatis und beim Belenus.
Der Tod war in den Heften nie Thema, kam praktisch nicht vor. Seine Figuren leben ewiglich. Nun also auch er.

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Ein rechter, gottesfürchtiger Glaub

»So will ich zu Gott bitten, dass er uns gnädig sei und wehre. Danach will ich auch räuchern, die Luft reinigen helfen, Arznei geben und nehmen. Orte und Personen meiden, da man meiner nicht bedarf, auf dass ich mich selbst nicht verwahrlose und dazu durch mich vielleicht viele andere vergiften und anstecken und ihnen so durch meine Nachlässigkeit Ursache des Todes sein möchte.

Will mich indes mein Gott haben, so wird er mich wohl finden, so habe ich doch getan, was er mir zu tun gegeben hat, und bin weder an meinem eigenen noch an anderer Menschen Tode schuldig.

Wo aber mein Nächster mein bedarf, will ich weder Orte noch Personen meiden, sondern frei zu ihm gehen und helfen, wie oben gesagt ist. Siehe, das ist ein rechter, gottesfürchtiger Glaub, der nicht dummkühn noch frech ist und auch Gott nicht versucht.«

„Ob man vor dem Sterben fliehen möge“, Luther an Johann Heß, in WA 23.

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unausrottbar

Wir rotten das Virus nicht aus, wir versuchen nur derzeit, die erste Infektionskurve so flach wie möglich zu halten, damit das Gesundheitssystem nicht crasht.

Machen wir uns nichts vor: Wenn die heutigen Maßnahmen in drei Wochen oder drei Monaten aufgehoben werden, dann schwillt die Infektionswelle sofort wieder stark an und wir haben die gleiche Lage wie eben. Wir lösen das Problem nicht, sondern wir verschieben es. Erst wenn 70% der Bevölkerung immunisiert sind, das bedeutet, erst wenn 70% sich angesteckt haben, sind wir durch. Das kann dauern…
Alternativ dazu sind wir durch, wenn es einen Impfstoff gibt; auch das dauert 12 – 18 Monate, so die Erfahrungen.

Also fahren wir dreigleisig:
a) flatten the curve, das Problem verschieben und sich den Infektionen in mehreren Wellen stellen.
b) gezielt Infektionen bei Nichtrisikopersonen zulassen und
c) auf den Impfstoff zuwarten.

Es dauert halt seine Zeit.
Gott segne und behüte uns.

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flatten the curve – die Seelsorgewelle rollt.


Ich verzeichne dieser Tage einen Anstieg um rund 300% an seelsorgerlichen Anfragen. Teils kommen sie über WhatsApp, andere, sehr viele, über den Facebook-Messenger, andere wieder laufen telefonisch. Einige wenige erreichen mich per E-Mail. Face to Face läuft dagegen gar nichts.

Je nach gewähltem Medium entwickelt die Seelsorge ihr eigenes Setting, ihr Tempo, ja sogar Liturgie. Sehr spannend ist die Seelsorge am Telefon. Hier gilt es, besonders schnell reagieren zu können oder dranzubleiben. Meist sind es Männer, die diesen Weg suchen. Nach anfänglich umständlichen Entschuldigungen für die gewähnte „Störung“ – dahinter verbirgt sich meist das Eingeständnis, einen ungewöhnlichen Weg beschritten zu haben oder haben zu müssen, was als peinlich empfunden werden kann – folgt dann i.d.R. eine sehr ausführliche Beschreibung, Schilderung der als misslich empfundenen Situation oder eine weite Herleitung von Umständen, die zur jetzigen Lage geführt haben. Meine Aufgabe ist es dann, bei notwendigen Verständnisfragen zu schweigen und zuzuhören, gelegentlich weiterführende Gedanken einfließen zu lassen und in eher seltenen Fällen auch einmal zu raten, sich professionelle, fachlich spezifische Hilfe einzuholen. Diese Gespräche dauern lange, und der Seelsorge Suchende bestimmt das Tempo und die Dauer. Ich bin immer sehr froh, wenn das eigentliche Hauptanliegen darin besteht, einfach mal jemanden gebraucht zu haben, der nur zuhört, jemanden, dem man mal alles sagen kann, das Herz ausschütten, zu weinen. Und das geschützt durch die Distanz. Meist finden die Gespräche ein gutes, manchmal auch vorläufiges Ende. Nichtsdestotrotz beanspruchen sie meine Ressourcen. Denn ich muss die ganze Zeit über hellwach bleiben und einfühlsam sein ohne Sichtkontakt.

Die Seelsorge via WhatsApp läuft anders. Wenn sie jemand begehrt, die – und in der Mehrzahl handelt es sich da um Frauen – in meinen Kontakten ist, besteht schon eine gewisse persönliche Erfahrung miteinander. Diejenige weiß, was sie von mir erwarten kann; entsprechend präzise sind die Botschaften gestaltet. Manchmal kommt es auch zu vermittelten Kontaktaufnahmen; wenn mich zum Beispiel jemand fragt, ob meine Telefonnummer weitergegeben werden dürfe; er kenne da jemanden, die in dieser oder jener Situation Rat oder Hilfe bräuchte. In beiden Fällen sind die Worte kurz und präzise formuliert, der Zeitpunkt sorgsam gewählt und eine sofortige Reaktion meinerseits nicht gefordert oder erwartet. Ich kann mir dann Zeit lassen bei der Beantwortung. Das Schreiben von Texten auf der Smartphonetastatur lässt lange Texte weniger zu und drängt zur Konzentration auf das Wesentliche. Das wiederum besteht nicht darin, jemanden zu haben, dem man alles sagen kann, weil er zuhört; sondern darin, auf konkrete Fragen konkrete Antworten zu erhalten. Manchmal kommt es deshalb auch zu Nachfragen. Insgesamt ist das eine Seelsorge, die, anders als die am Telefon, sich für beide Seiten unbelasteter, leichter anfühlt.

Eine weitere Form ist die Seelsorge via Facebook-Messenger; ich halte es für eine Mischform aus den beiden o.g. Das Schreiben an einer Computertastatur drängt nicht so stark zur Konzentration, wie das beim Smartphone der Fall ist. Das führt gelegentlich dazu, dass im Schutze der Unsichtbarkeit oder einer gewissen Unpersönlichkeit die Beiträge ausufernd oder enthemmt wirken. Gelegentlich vermute ich, dass einige Facebucker leicht alkoholisiert am PC sitzen, und sich Dinge „von der Seele“ schreiben, die gar nicht von dort stammen. Ich muss dann stets sorgfältig das eigentliche Begehr scheiden von einem bloßen Geschimpfe, welches die Seele nicht ent-, sondern belastet. Auch das ist Seelsorge und für mich eine durchaus fordernde Form. Denn es ist zu beachten, dass alles, was ich schreibe oder mein Gegenüber schreibt, quasi für die Ewigkeit erhalten bleibt. Weiß ich denn, ob meine Worte aus dem Zusammenhang gerissen, nicht irgendwo im Netz verwendet, zweckentfremdet oder missbraucht werden? Dennoch – um der Not einiger Willen – ist auch dies eine Möglichkeit von Seelsorge, die zunächst grundsätzlich sein darf. Gott sei Dank, dass ich die Freiheit habe, sie anzunehmen oder abzulehnen. Diese meine seelsorgerliche Freiheit macht die Seelsorge so kostbar für den oder die, die oder der sie braucht. Und das lässt sich auch via Messenger kommunizieren.

So lerne ich Seelsorge neu. Bislang war sie meistens face to face.
Doch auch letztere musste ich erst erlernen, wofür es entsprechende Ausbildungsgänge gibt. In dieser Ausbildung sollten künftig verstärkt Formen der digitalen Seelsorge Berücksichtigung finden. Insofern ist das hier eine überaus verkürzte, aber eine Problemanzeige.

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Psalm 23

Der HERR ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

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Herren aller Länder

Macht euch die Erde untertan“, so sagt es die Bibel ganz am Anfang, als sie sich mit der Erschaffung des Menschen befasst. Wenn wir aber genauer schauen, in welchem Zustand wir die Erde von einer Generation zur andren weitergeben, dann mögen einen schon Zweifel beschleichen, ob wir dem gewaltigen Auftrage Gottes angemessen nachkommen. Auf der Habenseite sind die großen menschlichen Errungenschaften, das Penicillin beispielsweise, oder der Computer. Oder das Rad. Auf der anderen Seite der Plastikmüll, das Verschwinden ganzer Arten, Ressourcen und möglicherweise der Menschheit. Was machen wir falsch? Je mehr wir werden, desto dringlicher stellt sich diese Frage.

Ausgerechnet ein Alttestamentler, Kim Strübind von der Uni Oldenburg bringt es auf den Punkt: „Corona bestätigt, was ich – auch hier- schon gelegentlich gegen die anthropozentrische Hybris gesagt habe: Die „Herren“ über die Welt sind nicht wir, sondern Viren, Keime und Pilze. Das ist der eigentliche kollektive Erkenntnisgewinn aus der Krise. Nicht Kognition und Reflexion, sondern die Information ist für die großen formativen Prozesse auf unserem Planeten verantwortlich. Zumindest langfristig.“

Es liegt also an mangelnder oder fehlender oder falsch verarbeiteter Information, dass wir mit dem Herrschen nicht voran kommen, den göttlichen Auftrag nicht adäquat umsetzen, besser: der Verheißung, Gottes Ebenbild zu sein, im Wege stehen. Viren beziehen ihre Information aus der Zukunft, auf die sie stoßen; und sie passen sich an. Menschen empfinden das als Wagnis und große Hürde; konsequenter Weise beschäftigen wir uns lieber mit Bildern aus der Vergangenheit. Auch die großen Reformerfiguren der Gegenwart sind zumeist konservative Traditionalisten, die das Wagnis der Information aus der Zukunft scheuen. Deshalb ist uns gesagt: „Wer beim Pflügen zurückschaut ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“

Glauben ist wagen. Ist Information aus der Zukunft, die so schrecklich wie das Vergangene nicht sein kann; denn Gott kommt uns entgegen. Nimmt Gestalt an aus dem Nichts, fordert uns heraus und bleibt, wenn wir uns anpassen.

Hilde Domins großes Wort drängt sich mir auf:
„Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug.“

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Glaubt ihr nicht, bleibt ihr nicht.

‚Hä Ämin‘ und ’nä äman‘.
Sich an Gott festmachen und fest zu Gott stehen.
Zuversichtlich und zuverlässig.
Trauen und dauern.
Glauben und bleiben.

Das hebräische Wort ‚aman‘ hat es in sich. Es bedeutet fest, sicher, zuversichtlich sein.
Wir kennen es aus der kirchlichen Praxis als AMEN, also als abschließende Bekräftigung, Festsetzung, Bestätigung: „So sei es!“, oder „So machen wir das!“.
Oder ganz Neudeutsch: „word!“ Es ist also keine inhaltsleere gedankenlose Formel, die nur das Ende eines Gebetes oder einer Predigt signalisiert, sondern eine Bekräftigung. Luther verdolmetscht gar nicht ganz falsch: „Das ist gewisslich wahr!“ Denn ‚aman‘ hat etwas mit Wahrheit und Treue zu tun.

Wahr und treu, diese Qualität wird Gott zugesprochen und vom Menschen erwartet.
Ist ja auch nichts schlimmes, wahr und treu zu sein. Bewähren tut es sich in Krisenzeiten. Wie Gott treu und zuverlässig ist, so sollen es die Menschen sein; wie Gott glaubwürdig ist, so sollen die Menschen glaubhaft zu Gott halten. Sich verhalten, Haltung zeigen.
Sie sind zuversichtlich und treu und halten sich fest – nämlich an Gott -, das heißt: sie glauben. Und sie verstetigen diesen Halt, diese Haltung, sie sind zuverlässig und treu, sie stehen fest zu Gott, das heißt: sie bleiben.

Das hebräische Wortspiel mit ‚aman‘ (hä ämin und nä äman) kann man sich im Deutschen gut merken: trauet ihr nicht, dauert ihr nicht.
Die Bedeutung dieses Wortspiels allerdings wird bei Luther noch viel besser wiedergegeben, wenn er Jesaja 7,9 übersetzt: Glaubt ihr nicht, bleibt ihr nicht!

AMEN dazu.

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ubi et quando

Das Evangelium war zu jeder Zeit politisch und politisch brisant, nicht weil es Politik, sondern weil es Evangelium war. Man kann nicht nicht politisch sein, weder im Reden, noch im Schweigen; es sei denn, ein Mensch schweigt, um auf Gott zu hören.

Ich wünsche mir noch mehr Bischöf*innen, Priester*innen und Pfarrer*innen, die ihren Mund öffnen aus und gegründet in dem Evangelium. Für die Welt, der es gilt. Also solche, die zuerst zu Gott hin schweigen (mich selbst zuvörderst eingeschlossen), und dann zur Welt hin sprechen. Wer, wenn nicht wir, sind als Diener des Evangeliums dazu beauftragt, quasi dazu verdonnert, es zu verbreiten? Wir schulden der Welt nicht das politische, sondern das evangelische Wort.

In Erinnerung an Bischof Kurt Scharf, welcher die RAF-Terroristen und Terroristinnen im Gefängnis besuchte, in Erinnerung an Papst Johannes Paul II., welcher seinen Attentäter im Gefängnis besuchte, wünsche ich mir, dass wir sprechen auch mit denen, mit welchen zu sprechen politisch inkorrekt wäre. Ich wünsche mir sichtbar agierende Christ*innen, die wissen, dass für sie eben das politisch korrekt ist, was geistlich korrekt ist. Ich wünsche mir mutige Prediger*innen, die schlicht das Reich Gottes verkündigen; eine Verkündigung, welche im Übrigen durchaus auch im politischen Mainstream liegen darf, ubi et quando visum est Deo.

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sub corona

Alles schließt, einsam wacht…
Langeweile muss man aushalten. Lernen. Langeweile – eine Gabe Gottes – ist ein unangenehmes Gefühl, aber sie reinigt, indem der Gedankenstau sich langsam abbaut, Entschleunigung eintritt, Kurzatmigkeit verschwindet und der innere Schreibtisch sich leert. Ja klar, es ist immer was zu tun, muss dringend noch erledigt werden. Manches geht aber nun mal sub corona nicht. Bis auf weniges, das zwingend notwendig ist. Das gilt es zu organisieren. Und dafür ist nun Zeit.

Die sozialen Kontakte, das soziale Leben, die zu pflegenden Freundschaften, Mama und Papa, Oma und Opa… Wozu gab uns der Schöpfer den technologischen Verstand und die digitalen Möglichkeiten, wenn nicht hierfür, neben der Aufgabe, das Arbeitsleben aufrecht zu erhalten nach Maßgabe der Möglichkeiten, vor allem das soziale Leben zu pflegen? Schon klar, alles lässt sich nicht digital bewältigen, doch wo es geht, ist es eine wunderschöne Hilfe, beieinander zu bleiben.

Die Gruppe Christ und Motorrad, seit fast fünfzig Jahren daran gewöhnt, sich einmal wöchentlich zu treffen, um Gottesdienste miteinander zu feiern, Themen zu diskutieren, sich Positionen zu erarbeiten oder Veranstaltungen vorzubereiten, hat Wege gefunden, sub corona zusammen zu bleiben, geistlich zusammen zu bleiben, sich auszutauschen ohne Infektionsrisiko. Man kann eben auch daheim füreinander die Hände falten und beten, man kann via WhatsApp oder per Email oder telefonisch etc. eigene Verunsicherungen und mehr als das kommunizieren, Themen diskutieren, gegenseitige Hilfen organisieren; und das alles in genau dem Geist, der die Gruppe bislang schon geleitet hat, um dem Leib Christi an dem uns gewiesenen Ort Gestalt zu verleihen.

Sub corona sind solche Gaben Gottes gefragt, wie man sich phantasievoll, kreativ, geistreich beschäftigen und einbringen kann. Wir haben die Mittel und die Möglichkeit. Nutzen wir sie; diese Zeit ist eine Zeit des Heiligen Geistes.
Es sei deine Zeit!

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und ab dafür

Ein Lächeln ist ansteckend, lasst uns eine Pandemie starten!

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Diakonie wird solidarisch

Wir stehen als Kirche an der Seite derer, die Angst haben vor Erkrankung durch das neuartige Coronavirus, weil wir selber Angst haben, angesteckt zu werden.

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nie das Ganze

Kirche – gern parteiisch – ist politisch, wo sie nicht parteipolitisch ist;
wo sie parteipolitisch ist, ist sie Partei und nicht Kirche.

Und wenn du magst, spiele in Gedanken folgendes durch:
Sag obigen Satz einmal aus, indem du an die Stelle von ‚Kirche‘ ‚Judentum‘ setzt.
Und sag dann diesen Satz noch einmal aus, indem du ‚Islam‘ statt ‚Kirche‘ einsetzt.

Vor allem eines scheint mir gesichert:
Hohe Kunst ist, das vom Gewissen Gewiesene in praktische Politik umzumünzen.
Und es ist wohlfeil, politisch Handelnde zu kritisieren.

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Sermonelle 8.3.2020

Es wäre eigentlich dran, vom gewöhnlichen, allzu alltäglichen Hass unter Brüdern zu reden, doch im Kern haperts ja besonders an Bruderliebe; der Liebe unter Brüdern oder der Liebe, die ein Bruder gegenüber seiner Schwester hat. Das ist mehr als nur bedauerlich, liegt doch der Grund vieler Zwistigkeiten, ja Kriegen dort, wo Bruderliebe fehlt und kompensiert wird. Kaputte Familienverhältnisse formen entsprechende Gesellschaften. Der Umgang mit dem Nächsten wird unter Geschwistern geprobt. Deswegen: läuft es hier nicht, dann gibt es dort unnötige Probleme.

Von der Nächstenliebe wäre in einem zweiten Durchgang zu reden. Die beinhaltet durchaus auch die Zurechtweisung des Nächsten, derart, dass er sie versteht und annehmen kann. Ebenso die Breitschaft zum Hören, was mein Nächster von mir erwartet. Diese Erwartungen fußen im besten Falle auf Gegenseitigkeit, also dem Wissen darum, dass beiden geholfen sein soll, nicht, dass einer den anderen übervorteilt. Was dem einen gut tut, kommt dem anderen zugute. Es geht um die Werte, das Bewährte.

„Was Hänschen nicht gelernt, das erlernt Hans nimmermehr“, spricht der Volksmund gröblich. Zumindest tut sich Hans da deutlich schwerer, die gesellschaftlichen Kompensations- und Hilfsangebote für die Mängel der Kinderstube anzunehmen und in Haltung umzusetzen. Und was in Gruppen und Gemeinden als Liebe manchmal krampfhaft praktiziert wird, zeugt gelegentlich vom unbewussten Kampf des Individuums gegen das eigene erfolgreich verdrängte dunkle Böse. Unmäßige Nächsten“liebe“, welche die Zurechtweisung vernachlässigt, führt dazu, sich selbst Schuld aufzuladen. Und es erschreckt immer wieder, zu sehen, wie hasserfüllt Hass bekämpft werden soll; wenn der Gesichtsausdruck etwas anderes sagt, als die Worte, die aus dem Munde kommen.
Nicht der Oberteufel treibt die Teufel aus. Sondern Liebe besiegt Hass.
Und nun wird ein Schuh draus, nun schließt sich der Kreis: Bruderliebe ist derzeit Mangelware. Gebt den Mangel nicht weiter an eure Kinder und Enkel; „entzieht euch nicht eurem Fleisch und Blut“, wie die Heilige Schrift sagt!
Dann klappts auch mit dem Nächsten.
Wer in Liebe groß wird, wird liebend leben.
Love rules da world.

Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, sondern du sollst deinen Nächsten zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld auf dich lädst.
(3. Mose 19,17)

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Was, wenn, COVID19?

Was wenn … das Corona-Virus die Welt veränderte?
Wenn … Krisen Chancen bergen?

Bei kleinen Kindern ist es zu beobachten: Nach überstandenen Infekten kann das Kind plötzlich besser artikulieren, kommunizieren, greifen, das Feinmotorische hat es sich entwickelt, etc… Und die Eltern staunen und freuen sich. Krisen sind Chancen der Wandlung. Besonders, wenn man krankheitsbeding aus dem Verkehr gezogen wird. Aus dem Alltagsverkehr.

Besonders reif und erwachsen ist die Menschheit nicht. Sie steht ja auch noch erst am Anfang ihrer Entwicklung, der Großes verheißen ist. Könnte nicht das neuartige Coronavirus als Chance für die Menschheit begriffen werden? Aus der sie, genesen, gewandelt hervorgeht? Aufsteht? Aufersteht? Nein, als von Gott gesandte Strafe für irgendetwas betrachte ich Krankheiten nicht. In keinem Fall. Wenn ich etwas religiöses darin entdecke, dann sind es die Chancen, die sich darbieten, die von Gott gereichte Hand zur Veränderung, der Horizont einer neuen Welt, die Fähigkeit, sich zu wandeln, die Stärkung, die Gesundung, die Kraft zum Menschsein.

Und so rücken wir Menschen ein Stück weit zusammen unter der Krise.
Erst mutete es anders an, als trennten wir krank und gesund, als schirmten sich die vermeintlich Gesunden von Risikogruppen ab, wo ganze Millionenstädte im gar nicht mehr so fernen China abgeriegelt werden. Aber der Eindruck täuscht; auch in unseren Breiten droht die Abriegelung ganzer Regionen. Da liegt das Wohl und die Gesundheit ferner Menschen uns sehr am Herzen schon aus Eigeninteresse, wie die Gesundheit der Nachbarin. Und das sind Chancen: Die Fernen sind die Nächsten, genau so wie die Nachbarn und Familienmitglieder.
Das Virus kennt keine Rassen, kennt kein Gut und Böse.
Der kommende Impfstoff, auf den hin wir alle hoffen, kennt keine Rassen und scheidet nicht zwischen Gut und Böse.

Wir stehen noch am Anfang unserer Menschheitsgeschichte, der Großes verheißen ist: nichts geringes als die Vollkommenheit.

Deshalb lernet hier, von der Bergpredigt Jesu Christi:
Ihr habt gehört, dass gesagt ist:
„Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.“ 
Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel; denn er lässt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn so ihr liebet, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und so ihr euch nur zu euren Brüdern freundlich tut, was tut ihr Sonderliches? Tun nicht die Zöllner auch also? Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.

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Recht muss doch Recht bleiben

„Recht muss doch Recht bleiben und ihm werden alle frommen Herzen zufallen.“
So sagt es am heutigen 2.3.2020 die Tageslosung der Herrnhuter Brüdergemeine. In einer anderen Übersetzung von Psalm 94,15 wird das Gemeinte verdeutlicht: „Zur Gerechtigkeit wird zurückkehren das Recht und hinter ihm her alle, die von Herzen aufrichtig sind.“
Erstens ist das eine hilfreiche Erklärung, was unter „fromm“! verstanden werden kann. Zweitens wird deutlich, dass es zweierlei Recht geben kann; eines unter einer Rechtsprechung, die sich mehr und mehr der Ungerechtigkeit verschrieben hat. Siegerjustiz, Mehrheitsvoten, Klassenrecht und vieles mehr muss nicht notwendig Gerechtigkeit enthalten. Sondern folgt zeitgeistlichen oder anderen Interessen und Ideen, die gerade dran zu sein scheinen. Das lässt sich veranschaulichen, wann immer neue Gesetze erlassen werden. Denn dann wird in den Lesungen zuvor gerungen um Gerechtigkeit.
Es gibt zweierlei Recht, eines davon dient der Gerechtigkeit.
Ich singe hier schon ein Loblied auf unser deutsches Grundgesetz, welches damit beginnt, dass die Unantastbarkeit jedes Menschen verankert ist in einem Grund außerhalb des Menschen selbst. Diesen Grund nenne ich Gott.
Diesen Grund spricht oder fleht auch der/die Betende an, welcher und welche den Psalm 94 rezipiert. Kein Gott der persönlichen Beliebigkeit, „denn viele denken, sie sind frei, weil sie machen können, was sie wollen, und merken doch nicht, dass sie ihre Diktatur in sich tragen“ (Ernesto Cardenal). Sondern ER ist ein Gott der überwältigenden Gotteserfahrung. Wenn es um Gott geht, dann immer um den ganzen Gott; wenn es um Gott geht, dann geht es immer ums Ganze.
Deswegen gebe ich hier den ganzen Psalm 94 zu lesen, in dessen Mitte sich unsere heutige Tageslosung verbirgt. Ich zitiere nach der Elberfelder Übersetzung:

Psalm 94
1 Gott der Rache, HERR, Gott der Rache, strahle hervor!
2 Erhebe dich, Richter der Erde, vergilt den Hochmütigen ihr Tun!
3 Bis wann werden die Gottlosen, HERR, bis wann werden die Gottlosen jubeln,
4 übersprudeln, Freches reden, werden sich rühmen alle Übeltäter?
5 Dein Volk, HERR, zertreten sie, dein Eigentum bedrücken sie.
6 Die Witwe und den Fremden bringen sie um, die Waisen ermorden sie.
7 Sie sagen: Jah sieht es nicht! Der Gott Jakobs merkt es nicht!
8 Habt Einsicht, ihr Unvernünftigen unter dem Volk! Ihr Toren, wann werdet ihr verständig werden?
9 Der das Ohr gestaltet hat, sollte der nicht hören? Der das Auge gebildet hat, sollte der nicht sehen?
10 Der die Nationen unterweist, sollte der nicht zurechtweisen? – er, der Erkenntnis lehrt den Menschen?
11 Der HERR kennt die Gedanken des Menschen, dass sie ein Hauch sind.
12 Glücklich der Mann, den du züchtigst, Jah, den du belehrst aus deinem Gesetz,
13 um ihm Ruhe zu geben vor den bösen Tagen, bis dem Gottlosen die Grube gegraben wird!
14 Denn der HERR wird sein Volk nicht verstoßen, er wird sein Eigentum nicht verlassen.
15 Denn zur Gerechtigkeit wird zurückkehren das Recht und hinter ihm her alle, die von Herzen aufrichtig sind.
16 Wer wird für mich aufstehen gegen die Übeltäter? Wer wird für mich auftreten gegen die, die Böses tun?
17 Wäre der HERR mir nicht eine Hilfe gewesen, so hätte wenig gefehlt, und meine Seele hätte im Schweigen gelegen.
18 Wenn ich sagte: Mein Fuß wankt!, so unterstützte mich deine Gnade, HERR.
19 Als viele unruhige Gedanken in mir waren, beglückten deine Tröstungen meine Seele.
20 Sollte mit dir verbündet sein der Thron des Verderbens, der Unheil schafft gegen die Ordnung?
21 Sie rotten sich gegen die Seele des Gerechten zusammen, und unschuldiges Blut sprechen sie schuldig.
22 Doch der HERR wurde mir zur Burg, mein Gott zum Fels meiner Zuflucht.
23 Er lässt ihre Ungerechtigkeit auf sie zurückfallen, und in ihrer Bosheit wird er sie zum Schweigen bringen. Zum Schweigen bringen wird sie der HERR, unser Gott.

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Vom Sorgen und Hamstern

‚Vom Sorgen und Hamstern‘ titelte heute die BZ am Sonntag.

Die Bergpredigt führt dazu folgendes aus
(Matthäus 6):
Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?

Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?

Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach dem allen trachten die Völker. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft.

Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.

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Erkenntnis des Tages

Je länger ich lebe, desto mehr greift in mir die Erkenntnis um sich, das Christentum sei von seinen Ursprüngen her gar keine „Lehre“ und darum auch keine „Religion“, weil es gar nicht um besondere „Anschauungen“, sondern um die Erfahrung und den Glauben an die „Gottesunmittelarkeit“ geht.

Gott ist als das Unmittelbarste, Innigste und Allernächste zu begreifen (das meint die „Inkarnation“).

Die Abwehrschlachten des Paulus gegen die Irrlehrer seiner Zeit sind nicht das Zentrum seiner Botschaft, sondern seine „Christusmystik“, die Albert Schweitzer einst treffend erfasste: Den Menschen über den Glauben in die Unmittelbarkeit Gottes zu versetzen, dem „Christus“ und „Gott in uns“ zu vertrauen, der das Leben und damit der Gegenpol des Todes ist.

Im Zentrum steht nicht der Antagonismus von „Gesetz und Evangelium“, sondern von „Tod und Leben“, wie mein Lehrer Peter von der Osten-Sacken treffend nachwies.

(Kim Strübind)

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Gesinnt

Menschen sind mehr als ihre Gesinnung. Entscheidend ist die Freiheit, mit der Einzelne ihre Grundhaltung reflektieren und auch wandeln können.

Diese Freiheit ist eingeschränkt oder nicht gegeben, wenn eine psychische Erkrankung vorliegt, die diese Freiheit behindern kann, oder wenn das soziale Umfeld Gleichgesinnung fordert.

Stets ist das Individuum in seiner Freiheit zu stärken, sich selbst zu reflektieren. Das gilt auch und gerade im Umgang mit psychisch Erkrankten, denn sie zählen zu den Schwachen einer Gesellschaft. Am Umgang mit ihnen bewährt sich der Umgang mit jedem Individuum.

Ein jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er’s nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Gebärden als ein Mensch erfunden, erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der HERR sei, zur Ehre Gottes des Vaters.

(Phil 2, 5-11)

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Sermonelle 4. Februar 2020

Was die Wasserverteilung auf dem Blauen Planeten angeht, da wissen wir Bescheid.
Es ist genug für alle da, doch es ist nicht gerecht verteilt. Warum das so ist, wissen auch alle: Das ganz große Geschäft! Wasser gibts weder umsonst, noch kostenlos. Obwohl im Überfluss vorhanden. Mit Phantasie und Tatkraft ließe der Überfluss sich nutzen, kanalisieren. Stichwort „Blaumilchkanal“. Israel macht es vor: Wo Wüste, da Verheißung; und Entsalzungsanlagen sind sogar teilbar.

Wo Wüste, da Verheißung. Geistlich sieht es unter der Weltbevölkerung oft mau aus. Auch hier gibt es ein Arm-reich-Gefälle, nur umgekehrt. Je wohlhabender die Gesellschaft, desto größer die geistliche Dürre, je ärmlicher die Bedingungen, desto wertvoller das Lebenselixier Hoffnung, welches aus einem göttlichen Brünnlein quillt.
Es quillt und den Armen muss man es nicht erst anpreisen; den Reichen aber, die nur Geschäftemachen im Sinn haben, muss man es offenbar hinterhertragen. Manchmal umsonst, stets aber kostenlos. Wohl wissend: wen es dürstet, der muss trinken; wer geistlich verelendet, der wird eines Tages umkehren zum Brunnen des lebendigen Wassers.
Von ganz alleine.

Die Elenden und Armen suchen Wasser, und es ist nichts da, ihre Zunge verdorrt vor Durst. Aber ich, der HERR, will sie erhören.
(Jesaja 41,17)

Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
(Offenbarung 21,6)

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und führe uns nicht in Versuchung!

Gott stellt keine Fallen, sondern auf die Probe.
Und darin besteht zugleich eine Gefahr. Wer die Probe bestanden hat, fühlt sich stärker, so als könne ihm nun künftig da nichts mehr geschehen, wo er sich schon einmal bewähren musste und bewährt hat. Die Versuchung ist die der Selbstgerechtigkeit. Wir senden ein Schiff zur Rettung der Flüchtlinge. PUNKT! Damit fühlt man sich doch gleich besser; besser als die, die kein Schiff senden. Die Versuchung ist die sog. „pharisäische“ – also in Wahrheit christliche – Versuchung der Überheblichkeit, des guten Gewissens.

Zur Klarstellung:
Doch, es ist gut, ein Schiff zu senden, gut für die, die dadurch gerettet werden. Vielleicht kommt einst der Tag, an welchem niemand mehr über das Meer flüchten muss. Das wäre noch besser.
Aber zum Thema:
Eine Versuchung der Kirchen ist es heute, im Bewusstsein des von Gott gewollten „Tuns des Gerechten“ quasi die Rettung der Welt herbeizuführen; und alle geringeren Ableitungen davon… Und dies publikumswirksam, also populistisch darzustellen.
Also: Führe uns nicht in Versuchung, schon allein mit unserer Haltung eine Eintrittskarte ins Himmelreich erworben zu haben. Führe uns nicht in Selbstgerechtigkeit. Halte uns im Bewusstsein, dass wir letztlich „unnütze Knechte“ sind.

Und ergänzend: „Führe uns nicht in Versuchung“ ist am sinnvollsten im Zusammenhang zu lesen mit dem angefügten Satz: „Sondern erlöse uns von dem Bösen!“
Ohne Not keine Versuchung.

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Sermonelle 3. Februar 2020

Fügung heißt sich fügen. Denn Widerstand ist zwecklos.
Die Barmer Theologische Erklärung erkennt in These zwei einen Zusammenhang für die, die in Christus sind; einen Zusammenhang, in welchem die Machtfrage in den Horizont der Befreiung gestellt wird.

„Wie Jesus Christus Gottes Zuspruch der Vergebung aller unserer Sünden ist, so und mit gleichem Ernst ist er auch Gottes kräftiger Anspruch auf unser ganzes Leben; durch ihn widerfährt uns frohe Befreiung aus den gottlosen Bindungen dieser Welt zu freiem, dankbarem Dienst an seinen Geschöpfen.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären, Bereiche, in denen wir nicht der Rechtfertigung und Heiligung durch ihn bedürften.“

Innerkirchlich sollte das beständig im Bewusstsein gehalten werden. Die Predigten sind der geeignete Ort; und alle Versammlungen der Gemeinde, die der Selbstvergewisserung dienen. Und darüber hinaus ist das Thema immer dort relevant, wo ein großes Interesse an der Machtfrage besteht. Klar wird dann, dass Religionen niemals ausschließlich privat sein können. Alle Weltanschauungen und Religionen stellen die Wahrheitsfrage mit ganzem Ernst und konkurrieren werbend miteinander. Wo sie unterdrücken, regt sich Widerstand. So war es immer und wird es immer sein.

Was sich am Ende durchsetzt? Mit Sicherheit nicht das, was die Mehrheit gerade will; schon gar nicht, wo sie NICHT demokratisch legitimiert ist. Am Ende setzt sich die Herrlichkeit Gottes durch. Nicht im Eigennutz seiner Verehrer, sondern im Dienst an der Schöpfung. So gehen die, die in Christus sind, offensiv mit der Wahrheitsfrage um. Wir werben nicht mit Nächstenliebe, wir werben nicht mit der Rettung der Erde, sondern Gott wirbt liebend um und durch uns Menschen.

Alle, die dem HERRN widerstehen, werden zu ihm kommen und beschämt werden.(Jesaja 45,24)

Alle Zungen sollen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.
(Philipper 2,11)

 

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Sermonelle 02.02.2020

Heute ist ein palindromischer Tag, die Zahlen des Datums lesen sich vorwärts wie rückwärts gleich. 02022020.
Das heutige Evangelium beinhaltet die Selbstaussage Jesu: „Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte.“ In ihm quasi liest sich die ganze Menschheit vorwärts wie rückwärts gleich.
 
Augustinus hat diesen Gedanken aufgenommen, wenn er bekennend schreibt:
„Auf dich hin, Gott, hast du uns geschaffen und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.“ Der Mystiker kennt keine Zufälle, sondern erkennt Zusammenhänge.
 
Am letzten Sonntag nach Epiphanias schauen wir zurück auf die Weihnachtszeit, die wir begingen in Umkehr und Buße. Und wir blicken weit voraus auf Karfreitag, Ostern, Pfingsten und die sich vollendende Trinität. In Umkehr und Buße werden wir zu Zeugen des Gottes, der im Ende und im Anfang und im Glauben Alles in Allem ist.
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Sermonelle 1. Februar 2020

Saßen zwei Freunde bei Sonnenuntergang am Strand, tranken ein Bier, ließen sich den Südwind kräftig durch die Haare und die Seele wehen und schauten die Schönheit der Wellen. Sagte der eine melancholisch: „Sieh dort hinten diese mächtige Welle, wie sie sich aufbäumt mit all ihrer Macht, das schwarze Wasser in ihrer Nähe mit sich reißt, es in bläuliche und grünliche Farben taucht und gekrönt von weißem Schaume bricht in all ihrer Pracht; nun rollt sie aus, bis sie versandet. Und niemand gedenkt ihrer Einmaligkeit, die nur von so kurzer Dauer war. Ist das nicht ein Sinnbild für Vergeblichkeit? “

Sagte er andere: „Sieh dort hinten diese mächtige Welle, wie sie sich aufmacht, ihrer zu folgen, von der du eben lebendig sprachest. Und siehe da, noch eine und  wieder eine! Und ganz hinten rollen sie beständig auf uns zu. Nicht die Vergeblichkeit von Schönheit, sondern die Lust daran, dass sie immer wieder neu geschenkt wird, ist der Grund, weshalb wir hier beim Biere sitzen.“

Und als die Dunkelheit hereingebrochen und die beiden Freunde längst wieder daheim waren, hörten sie in der Ferne das Rauschen des Meeres und das liebliche Tosen der brechenden Wellen, bis der Schlaf sie nahm.

Oh, dass du auf meine Gebote gemerkt hättest, so würde dein Friede sein wie ein Wasserstrom und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen.
(Jesaja 48,18)

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Sermonelle 31. Januar 2020

Fragen über Fragen.
Täglich zum Briefkasten gehen, die persönliche Post herausnehmen und den ganzen anderen Rest auf den großen Haufen legen; die Rechnungen und Mahnungen, Forderungen, Gewinnspiele, Werbung, all das ganze Zeugs. Er wächst und wächst über die Wochen und Monate an. Je länger, desto schwieriger ist der Berg zu bewältigen. Und nun find mal jemanden, der mit dir die Post durchgeht. Es beginnt schon allein mit dem Sortieren, von lesen ist noch gar nicht die Rede…
 
So sieht es in manchen Wohnungen aus. So siehts im Innern mancher Menschen aus. Die unerledigten Fragen des Alltags:
„Was ändert sich mit dem neuen Jahr für Sie.“
Welche Missverständnisse müssten eigentlich aus dem Weg geräumt werden?
Mit wem müsste ich mich mal wieder aussprechen?
Warum meidet mich mein Sohn?
Zur Krebsvorsorge gehen?
Den Abfluss reparieren, die Steuererklärung machen?
Sich um die Aufhebung der Befristung der Arbeitsstelle bemühen?
Die Mutter im Pflegeheim besuchen?
Den Wocheneinkauf erledigen?
Nach außen hin einfach weiter funktionieren?
Jemanden finden, der dich unterstützen könnte?
Jemanden zu finden, der sich nur mal anhören möchte, wie du dich gerade fühlst?
 
Jemanden zu finden, der sich nur mal anhören möchte, wie du dich gerade fühlst!
Das wäre schon viel. Den ganzen Bettel hinschmeißen, sortieren, aussortieren, gewichten, neu anlegen, Inventur machen, aufstehen und nach vorne gucken.
 
Wovon ich mich doch so alles trennen kann, das hätte ich vorher nie gedacht. Aufräumen kostet, auch Geld. Das Leben verschlanken, konzentrieren, verwesentlichen spart andererseits auch etwas ein; erleichtert, weitet und schafft Werte.
Individuelle, gewiss. Aber es sind dann eben meine eigenen Werte.
Nur: der Anfang – der muss muss gewagt sein.
 
Ich habe mein Herz vor dem HERRN ausgeschüttet.
(1. Samuel 1,15)
 
Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.
(1. Petrus 5,7)
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Sermonelle 29.Januar 2020

In meinen Gottesdiensten gibt es im ersten Drittel das freie Gebet vor Gott und der im Kreise sitzenden anwesenden Gemeinde. In Bodennähe liegen Steine mit Kerzen und Streichhölzern; und wer mag, hat Gelegenheit ein Gebet, eine Bitte, eine Klage, einen Wunsch – was immer auf dem geistlichen Herzen liegt – laut oder leise zu formulieren und dazu ein Lichtlein zu entzünden. Das Bücken und Niederknien fällt oft schwer; doch lehnen die Teilnehmenden einen höheren Kerzenständer ab. Es ist ihnen eine Heilige Zeit, die aufrichtet und ein Heiliger Ort, der Demut ermöglicht.

Manchmal möchte das Streichholz nicht zünden, manchmal möchte das Wort die Zunge nicht verlassen. Wer sich zum Gebet aufgemacht, will es jedoch vollenden. Und so gelingt das Unterfangen, denn Gott wird das geknickte Rohr wird nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.
(Jesaja 42,3)

Immer wieder kommt es vor, dass ein Docht nach einiger Zeit erlischt, noch während der Gottesdienst geschieht. Am Ende werden alle Kerzen ausgepustet. Kein Licht brennt unaufhörlich, kein Rohr grünt ewig. Und sind wir nicht alle ein krummes Holz, aufrecht oder geknickt?
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. Sondern das geschieht aus anderen Gründen. Bis dahin passiert so manches; wir heißen es ‚das Leben‘. Es gibt keine Seele auf Erden, die von Gott nicht wahrgenommen würde; und jedes Gebet, wenn es erlischt, wird von IHM erhört.

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der Christ – der Mensch

Leben heißt nicht zuerst einmal ‚richtig‚ leben, sondern ‚sein‚. Denn was ich einst für richtig erachtete und lebte, kann sich unter geänderten Bedingungen als falsch erwiesen haben. Sein gibt mir Freiheit zur Veränderung oder zum Beharren.
Die Gleichung ‚der Christ – der Mensch‚ verweist darum zunächst auf das ‚Sein in Gott von Gott her‚, dann erst auf das demgemäße Verhalten des Menschen in der Welt. Darum ist es gut, wenn Eltern im Wissen um ihr ‚Sein von Gott her‚ sich selbst durch die Taufe der Kinder bezeugen, dass sie ihnen diese Freiheit zur Selbstkorrektur, Veränderung, zu Umkehr und Buße oder zum Beharren – je nachdem, was dran ist – von Anfang an mitgeben möchten. Auch so, dass sie diese Freiheit im Bezug auf die Kinder und mit ihnen leben.
Die christliche Taufe ist ein Akt der Befreiung, mehr noch, eine Tat im Gehorsam gegenüber und im Beharren in dieser Freiheit.

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Wer aufbricht, der kann hoffen

Worauf eigentlich?

Und so ist die Bibel nicht nur ein Buch von Migration, sondern mehr noch von Landnahme und Besitzstandswahrung. Denn wer aufbricht, möchte ankommen und das Erworbene oder Eroberte schützen vor anderen, die aufbrachen, Siedler zu werden.

Wie schön romantisch ist’s, Schriften einseitig zu lesen zwar.
Doch Gerechtigkeit ist ein Wort der Gemeinschaft, des Gemeinwesens, des Dorfes, der Frauen und Propheten. Konventionen und Verabredungen, sprich: Regeln und Grenzen schützen nach außen und innen und ganz innen: vor Besatzung, Übervorteilung und Phobien.

Migration ist kein Selbstzweck. Die Klimabewegten sind sesshaft bis in den letzten Knochen; die Hungernden wollen satt sein; die Verfolgten wollen Ruhe und Frieden, law and order; wer aufbricht am Abend seines Lebens zur letzten Reise, trägt noch die Sehnsucht nach Heimat in sich.

Selbst dem Ort losen, sprich dem utopischen Gotte möchtest du in seiner Menschwerdung eine Heimstatt geben. Nicht seine Erbärmlichkeit – deine Erbärmlichkeit ist die Ursache dafür, dass als Heimat für ihn nur ein Viehstall in deinem Herzen bereitsteht. Die Moral von der Geschicht: eine romantische Flüchtlingsfamilie Josef, Maria, Jesus als Ausdruck verdrängter Schuld? Das kann es dann doch wohl nicht gewesen sein.

Überlasse dem wahren und lebendigen Gott, also Jesus Christus nicht nur den Stall, sondern deine Sommer- und Winterresidenz! Das hält die Götzen fern und dich gesund und schön.

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froh

Was einem dazu alles einfallen könnte: froh
erleichtert, schnell, entkommen, hurtig, leicht, lebhaft, frisch, Freude auslösend, voller Freude, fröhlich, gut gelaunt, heiter, zufrieden, dankbar, farbenfroh, frohgemut, frohlockend, erwartungsfroh, frühlingsfroh, heilfroh, hoffnungsfroh, lebensfroh, sangesfroh, schadenfroh, seelenfroh, siegesfroh, sinnenfroh, tatenfroh, zukunftsfroh

Was wünschst du, wenn du sagst: „Ein frohes Weihnachtsfest“?
Was wünschst du dir?
Was wünschst du anderen?
Es ist stets persongestützt.
Und irgendwie wird schon ankommen, was gemeint ist, was du meintest.
Und umgekehrt: irgendwie wirst du schon wissen, was du gemeint haben könntest, wenn du erlebst, wie das Wort froh im Gegenüber sich spiegelt.

Liegt dann also ein geheimnisvoller Zauber auf dem „froh“?
Oder doch eher eine Verlegenheit, weil du vergaßest den Urgrund des Festes der geweihten Nacht?

Dem könnte abgeholfen werden: Weihnachten ist stets persongestützt, abgestellt auf diesen einen Säugling, dem ein noch gar nicht sooo altes Volkslied den Titel oder Namen Christ, der Retter verlieh. Der nun da sei.

Das behauptet ein Erfahrener.
Sei froh drum!

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Ein Allgemeines Kirchengebet in der Adventszeit

Herr Jesus Christus

du kommst uns so entgegen, dass wir dich kaum verfehlen können.
Und wer dir begegnet, findet auf heilsame Weise zu sich selber.
Darum sei du bei allen, die auf der Suche sind, die unterwegs sind, die ankommen wollen.
Lehre die Menschen bedenken, dass niemand der Erdlinge seine irdische Statt auf Dauer hat. Gib Mut und Willen, das Erlangte, das Geliehene, das Geschenkte zu pflegen und weiter zu entwickeln. Wecke Dankbarkeit in den Herzen der Menschen. In dir sind alle Grenzen überwunden, Speisegebote und Kleidervorschriften sind um des Menschen willen da, nicht umgekehrt.
Sei bei allen, die einen Neuanfang wagen oder wagen müssen:
bei der Neugeborenen Schritt hinaus ins Leben und der Sterbenden Schritt hinein in die Ewigkeit. Sei bei denen, die in die Irre gegangen sind und leite uns alle auf den Weg der Vertrauens und der Tugend.

Dir sei Ehre von Tag zu Tag
AMEN

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missionieren

Andere Götter kehren sich schon bald gegen ihre Follower.
Mit Ankündigung.
Liebe ist die Antwort Gottes auf die Herausforderungen unserer Tage.
Und er wird sich um so stärker durchsetzen,
je mehr Menschen sich zu diesem Gott bekehren,
der Liebe ist.

Komm, o, mein Heiland Jesu Christ, 
meins Herzens Tür dir offen ist. 
Ach zeuch mit deiner Gnaden ein; 
dein Freundlichkeit auch uns erschein. 
Dein Heilger Geist uns führ und leit 
den Weg zur ewgen Seligkeit. 
Dem Namen dein, o HERR, 
sei ewig preis und Ehr. 

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reformo

Meine Kirche sei ein Reformhaus!

Ein Ort des Nachsinnens für uns Nutznießer des Gebäudes darüber, was verbessert werden sollte. Zu allererst wir selbst; durch Gottes Geist. Meine Kirche also sei ein Bethaus! Und ein Sprechhaus, darinnen Gottes Wort sich an uns richtet und wir deshalb miteinander ins Gespräch kommen.

Meine Kirche sei ein Reformhaus!

Ein Ort der Inspiration und Kreativität, wo zur angestrebten Besserung und Erneuerung ein Prozess gemeinsamen Umgestaltens in Gang kommt. Um – gestalten, geheiligtes Leben aus dem Toten, von manchen als gruselig empfunden, von anderen frenetisch begrüßt. Dass das alles nicht aus dem Ruder läuft durch Verzagtheit oder Euphorie, dazu darf nicht vergessen werden, wo zu anderen Zeiten erfolgreich umgestaltet wurde und welche Fehler vermeidbar sind. Meine Kirche also sei eine Bildungsstätte, damit Umbildung gelingt.

Meine Kirche sei ein Reformhaus!

Verwandeln ist Bedingung für Wandel. Auch mal auf Probe. Sich verwandeln kann Freude machen, sich neu kleiden macht etwas mit einem. Ämter bekleidet man und Kleider machen Leute. Meine Kirche sei ein Schutzraum für Versuch und Irrtum. Sich ausprobieren, verwerfen und behalten ohne verworfen oder festgenagelt zu werden, bevor dann der nächste Schritt im öffentlichen Raum erfolgt. Gott leitet, dass wir auf rechter Straße wandeln. Auch im finstern Tal, wo schnell Gedanken aufkommen können, sich ver-wandelt zu haben, fürchten jene kein Unglück, die Gottes neuen Wegen vertrauen. Meine Kirche sei also ein Haus des Gotteslobes, der gemeinsamen Vergewisserung. Und des Bekennens: Hier wandel ich, ich kann nicht anders.

Süßes oder Saures? Ja, das gilt, weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandeln heißt. Auf der Couch des Abgehängtseins haben es sich einige inzwischen gemütlich eingerichtet, stehen nur noch auf, um sich im Supermarkt mit Bier einzudecken. Oder Wein, wie belieben. Und gehen jedesmal am Reformhaus vorbei, welches direkt am Wegesrand liegt.

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Enge Grenzen …

In Idlib, unter den Rockschößen Erdogans hatte er sich also verkrochen, Al-Bagdadi.

Nein, ich empfinde keine Freude über den Tod eines Menschen. Zuviel weiß ich um Gut und Böse in der Welt. Und auch er kam, wie alle!! Menschen, als hilfloser Säugling zur Welt, fixierte mit großen Augen das erste mal seine Mutter. Sein erstes Lächeln, sein erster Regen und sein erster Kuss. Seine erste grausame Tat und all das andere.
Ich empfinde Trauer und Wut, dass es so kommen musste. Es musste denn.

Nein, ich empfinde keine Freude über den Tod eines Menschen, den auch Gott – ewige Liebe – nie aufgegeben hat. Aber ich habe auch kein Mitleid

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Macht Glauben glücklich?

Gott handelt an und mit Huren, Schurken, Wirtschaftsflüchtlingen und Warlords; Gott handelt sogar durch solche, die man zu allen Zeiten gerade nicht als Menschen wie du und ich bezeichnete. Zu Recht nicht, weil eine Gesellschaft sich stets Normen geben muss, die ein Zusammenleben ermöglichen sollen. Gottes Handeln ist zwar unromantisch, aber unmoralisch.
 
Wenn Jesus sich mit Sündern und Zöllnern an einen Tisch setzt, dann sind genau die gemeint, mit denen du keinesfalls auf einem Foto erscheinen möchtest, weil du befürchten musst, deinen Job zu verlieren. Auch jene beruft er durch Umkehr in sein Reich, die an den Pfeilern von Recht und Ordnung rütteln und ein anderes Land wollen. Von dieser unserer Welt ist sein Reich nicht, aber für sie. Und darinnen. Erstaunlich, überraschend, eigenartig.
 
Der Geist weht, wann und wohin er will; es gilt kein Ansehen der Person, weder politisch links noch rechts noch korrekt sind seine Kriterien. Vielleicht eröffnet sich ja dir eine neue Lebensperspektive, der du gerade im Internet nach Kinderpornos Ausschau hältst oder Hass und Hetze likest. Vielleicht erwischt’s ja auch dich, während du gerade daran gehen wolltest, geeignetes Holz für eine weitere Kreuzigung auszuwählen.

Und neben die Nächstenliebe hat der HERR die geschwisterliche Liebe und die Feindesliebe gesetzt, ohne sie gegeneinander aufzurechnen oder auszuspielen.
Er berührt (sic!), wer sich selbst nicht oder im Übermaß liebt, Underdogs und Trumps.
Gott ist Liebe.

 
Ob glauben glücklich macht?
Manche schon.
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Danke für manche Traurigkeiten

Seit 26 Jahren bin ich als Pfarrer für Motorradfahrer der ekbo Teil der Gruppe Christ und Motorrad. Neben vielen schönen, abenteuerlichen, intensiven Erlebnissen – wozu ich die lebendigen, gut besuchten Gottesdienste gerne zähle, hab ich auch Trauer und Abschiede begleiten müssen oder dürfen. Für das Vertrauen der Motorradfahrer und ihrer Angehörigen bedanke ich mich an dieser Stelle ausdrücklich. Denn aus den schönen Stunden, mehr aber noch aus den schweren Zeiten rühren die Bekanntschaften und die Situationen, die am intensivsten waren oder sind. Das, was lange bleibt, sind diese Beziehungen. In der Vorbereitung auf die Mahn- und Gedenkfahrt kommen mir all die Beerdigungen und Bestattungen wieder ins Gedächtnis ganz nach vorne, die ich, die wir gemeinsam gestaltet haben. Motorradfahrer und ihre Angehörigen sind da sehr kreativ, was Gottesdienste, Andachten und Trauerfeiern angeht. Weniger an das Traditionelle gebunden habe ich gerade mit diesen Menschen ausgesprochen fantasiereiche, unkonventionelle, tiefe Formen von Spiritualität und individueller Religiosität und Trauerarbeit erfahren. Das hat mein Berufsleben sehr bereichert und manches davon kann ich auch gut in meine sonstige geistliche Arbeit einfließen lassen.
Als ich 1993 meine erste Mahn- und Gedenkfahrt und also meinen ersten Gedenkgottesdienst feierte, lagen die Unfallzahlen deutlich höher als heute. Ich erinnere mich daran, wie oft wir 55 Namen von tödlich verunglückten Motorradfahrern, Motorradfahrerinnen und Motorrad* vor der Gedenkminute im Gottesdienst verlesen mussten. Eine Ewigkeit verging dann jeweils.
Nun, am 6. Oktober 2019, sind es 25 Namen, 25 Ewigkeiten.
Aber es sind eben auch 30 Namen weniger. Das hinterlässt in mir mixed emotions; einerseits bin ich dankbar, andererseits bin ich bei denen, die uns nun fehlen und dann bin ich auch sehr nachdenklich.
Dem Tod entrinnt letztlich niemand, so sehr wir uns auch bemühen. Am Ende stehen wir dennoch nicht mit NICHTS da. Wir können Abschiede gestalten, wir können eine Erinnerungskultur pflegen, wir können Gemeinschaft suchen und wir können unseren eigenen letzten Schritt getrost gehen, wenn wir ihn als einen Schritt in Gottes Gegenwart verstehen. Gottes Beziehung zu uns besteht ewig.
word!
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Verkehrstote (Motorrad)

Das statistische Bundesamt weist für das Jahr 2018 folgende Zahlen zum Vergleich aus:

Verkehrstote (insgesamt): 3275.
Das entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr um plus 3%. Dieser Trend ist für das erste Halbjahr 2019 wieder rückläufig, nämlich minus 2,7%.

Verkehrstote (Motorrad): 619.
Das entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr um plus 6,2%.
Für 2019 liegt noch kein zahlengestützter Trend vor, dennoch ist anzunehmen, dass auch dieser Bereich von dem allgemeinen Rückgang der Unfallzahlen mit Todesfolge profitieren dürfte.
68% der 619 Unfälle mit Todesfolge wurden von PKW-Fahrern verursacht.

Verkehrstote (Fahrrad): 445. 
Das entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 16,5%.
Zu Vermutungen über eine Prognose für 2019 gilt das zu den Motorradfahrern oben genannte.
44,2% der Unfälle mit Todesfolge wurden von den Fahrradfahrern verursacht.
————————————————————————————————

Präventivarbeit zur Verminderung dieser Unfälle sollte sinnvollerweise zielgruppenbezogen geschehen unter Berücksichtigung auch des Alters der Verunglückten, der Analyse von Verkehrssituationen, sowie der jeweiligen Wetterbedingungen (u.a.).
Neben Aufklärung und div. Kampagnen sollte auch verstärkt die Schulung berücksichtigt werden; das meint vor allem die Fahrschulen, zusätzlich auch die Angebote und Förderung von Fahrsicherheitstrainings in regelmäßigen Abständen. Die Teilnahme an letzteren sollte gefördert, Zertifizierungen (versicherungs- oder steuermäßig) begünstigt werden, da sie geeignet sind, das Risiko insgesamt zu mindern.

Zielgruppenbezogene Präventivarbeit kann allerdings nicht bedeuten, einer einzelnen Gruppe die gesamte Verantwortungslast aufzubürden. Wie die Zahlen oben zeigen, sind die Zusammenhänge vielfältig und komplizierter, als die nackten Zahlen es herzugeben vermögen.

Am 6. Oktober 2019 findet die 46. Mahn- und Gedenkfahrt mit Gedenkgottesdienst für tödlich verunglückte Motorradfahrer Berlins und Brandenburgs statt. Es ist die älteste Veranstaltung Europas dieser Art. Seit 1974 lassen sich Motorradfahrende in dieser besonderen Weise ansprechen. Das ist stets eine gute Gelegenheit, neben dem Trost, der unbedingt verlangt wird, auch Ermahnungen auszusprechen und Vermeidungsstrategien anzuregen.
Dieses Ermahnen richtet sich zugleich an alle anderen, die eigene Verantwortung wahrzunehmen und eigene Vorurteile zu korrigieren. 68% Fremdverschulden bei tödlichen Motorradunfällen sollte allen zu denken geben.

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TOUR DER DEMOKRATIE

20 Jahre Parlamentsumzug Bonn-Berlin
30 Jahre Friedliche Revolution in der DDR
70 Jahre Grundgesetz Bundesrepublik Deutschland
100 Jahre Nationalversammlung Weimar

Grund genug für die Abteilung Motorrad der Sportgemeinschaft Deutscher Bundestag, eine Charity- und Bildungstour für Motorradfahrende durchzuführen.

Grußworte, Programm und Hinweise findet ihr hier:

GRUSSWORT
Gero Storjohann, MdB
Vorsitzender SG Deutscher Bundestag e.V.

Liebe Biker und Bikerinnen,
liebe Freunde,
als Vorsitzender der Sportgemeinschaft Deutscher Bundestag e.V. heiße ich Sie alle
ganz herzlich zu unserer TOUR DER DEMOKRATIE am 3./4. Oktober 2019
willkommen.
Wir feiern in diesem Jahr nicht nur 20 Jahre Gründung der Motorradgruppe in der
SG Deutscher Bundestag e.V., sondern auch 100 JAHRE DEMOKRATIE WEIMAR, 70
JAHRE GRUNDGESETZ BUNDESREPUBLIK DEUTCHLAND und 30 JAHRE FRIEDLICHE
REVOLUTION IN DER DDR.
Die Tour wird am Donnerstag, 3. Oktober 2019 um 10.00 Uhr vor dem Paul-LöbeHaus des Deutschen Bundestages gestartet und wird uns dann in 2 Tagen von Berlin
einmal quer durch „deutsche Geschichte und Demokratie“ über Leipzig und Weimar,
Eisenach und Dillenburg nach Bonn führen, wo sie am Freitag, 4. Oktober 2019 um
18.00 Uhr vor dem alten Plenarsaal in Bonn enden wird.
Ich danke an dieser Stelle noch einmal ganz ausdrücklich all unseren Unterstützern
und Sponsoren, selbstverständlich auch dem Organisations-Team mit den beiden
Obleuten der Gruppe Klaus-Peter Willsch und Andreas Kimmel. Besonderen Dank
auch der Johanniter Motorradstaffel und den Blue Knights wie den Wheels for
Europe, welche die Tour streckenweise begleiten.
Ich wünsche Ihnen eine tolle Tour.
Ihr
Gero Storjohann, MdB

GRUSSWORT
Klaus-Peter Willsch, MdB
Obmann Gruppe Motorrad
in der SG Deutscher Bundestag e.V.

Liebe Freunde,
als begeisterter Motorradfahrer und seit Anfang des Jahres einer der beiden neuen
Obleute der Gruppe Motorrad in der SG Deutscher Bundestag e.V., dies gemeinsam
mit Andreas Kimmel, freue ich mich, dass diese Tour zustande gekommen ist, die wir
TOUR DER DEMOKRATIE genannt haben.
Neben dem sportlichen Aspekt des gemeinsamen Motorradfahrens wird die Tour
herausragende Orte deutscher Demokratie und Geschichte „über alle Höhen und
Tiefen“ der vergangenen 100 Jahre sprichwörtlich „erfahren“; diese werden die
Nikolaikirche in Leipzig, das Deutsche Nationaltheater und die Gedenkstätte
Buchenwald in Weimar sowie unsere alte Bundeshauptstadt Bonn sein.
Mein ausdrücklicher Dank gilt selbstverständlich dem gesamten Organisationsteam
und allen Unterstützern, welche die Tour unterstützt und möglich gemacht haben.
Ganz besonders freut es mich, dass es zu einer Kooperation mit den EUROBIKERN
sowie dem Bundesverband Deutscher Motorradfahrer gekommen ist und die Tour
streckenweise von der Motorradstaffel der Johanniter, den Wheels for Europe sowie
Vertretern der Blue Knights und Green Knights begleitet wird.
Getreu unserem alten EUROBIKER-Motto „Crossing Borders, Linking Cultures“
wünsche ich Euch allen eine unfallfreie und erlebnisreiche TOUR DER DEMOKRATIE
am 3. und 4. Oktober 2019 einmal quer durch ganz Deutschland.
Eurer
Klaus-Peter Willsch, MdB
———————————————————————————————————————-

PROGRAMM / ROUTE

DONNERSTAG, 3. Oktober 2019
9:00 Uhr Aufstellung / Sammeln der Motorräder vor dem Paul-Löbe-Haus
(Deutscher Bundestag) direkt gegenüber Bundeskanzleramt
BIKERFRÜHSTÜCK
auf Einladung der BADISCHEN BEAMTEN BANK

Morgenandacht
Rabbiner Dr. Walter Rothschild, Berlin
Pfarrer Bernd Schade, Berlin #Bikerpfarrer

Überreichung der Spende
an das Kinderhospiz NORA der Johanniter
Toureinweisung + Grußansprachen

10.00 Uhr START der TOUR
über Potsdam und Wittenberg nach Leipzig

13:00 Uhr LEIPZIG
BEGRÜSSUNG + EMPFANG
vor der NIKOLAIKIRCHE in LEIPZIG
1989 Ausgangspunkt der friedlichen Revolution in der DDR
und der berühmten/legendären „Montagsdemonstrationen“
Pfarrer Bernhard Stief
KLEINER MITTAGSIMBISS
Adresse: Nikolaikirche Leipzig, Nikolaikirchhof 3, 04109 Leipzig

15:00 Uhr WEITERFAHRT
über Lützen – Weißenfels – Bad Kösen – Weimar

17:00 Uhr BUCHENWALD
GEDENKVERANSTALTUNG + KRANZNIEDERLEGUNG
Dr. Philipp Neumann-Thein
Stellvertretender Stiftungsdirektor Gedenkstätte Buchenwald
Adresse: Gedenkstätte Buchenwald
51.021422 (51° 1′ 17.12″ N)
11.249056 (11° 14′ 56.60″ E)

18:30 Uhr WEIMAR
DEUTSCHES NATIONAL THEATER
Ort der ersten Deutschen Nationalversammlung,
die am 6. Februar 1919 erstmalig im Nationaltheater in Weimar zusammen kam
Peter Kleine
Oberbürgermeister der Stadt Weimar
Hasko Weber
Generalintendant Deutsches Nationaltheater
Adresse: Deutsches Nationaltheater Weimar
Theaterplatz. 2, 99423 Weimar

19.30 Uhr ABEND DER DEMOKRATIE
HAUS DER WEIMARER DEMOKRATIE
Stefan Zänker
Geschäftsführer Weimarer Republik e.V.
Sven Steinbrück
Geschäftsführer Haus der Weimarer Republik / HDWR

20.00 Uhr BUFFET + KABARETT
RABBI ROTSCHILD ERZÄHLT AUS SEINEM LEBEN
UND SINGT LEIDER: DEMOKRATIE GIBT JEDEM IDIOTEN EINE STIMME!

FREITAG, 4. Oktober 2019
9:00 Uhr TOURSTART / Weiterfahrt
über Erfurt, Gotha nach Eisenach

10:00 Uhr Ankunft auf der WARTBURG
UNESCO Weltkulturerbe – 1521/22 übersetzte Martin Luther hier die Bibel ins Deutsche
und leitete damit das Ende des Mittelalters ein. Anlässlich des 300. Jahrestags des Thesenanschlags von Luther fand im Oktober 1813 das erste Wartburgfest und im Revolutionsjahr
1848 das zweite Wartburgfest auf Einladung der Jenaer Urburschenschaft statt.
BEGRÜSSUNG
Katja Wolf, angefragt
Oberbürgermeisterin der Stadt Eisenach
WARTBURG-FÜHRUNG
PROGRAMM / ROUTE
Adresse: Auf der Wartburg 1, 99817 Eisenach

12:00 Uhr Weiterfahrt
Grenzübergang“ Wartha/Herleshausen
Einer der wenigen im Straßenverkehr zu passierende Grenzpunkte der inner-‚
deutschen Grenze. Hier wurde 1981 u.a. der DDR-Agent und ehemalige Referent
von Willi Brandt, Günter Guillaume ausgetauscht.
Weiterfahrt über Bad Hersfeld, Alsfeld, über Marburg nach Dillenburg

15:00 Uhr DILLENBURG
Dillenburg auch als die „Oranienstadt“ bezeichnet, war der Stammsitz des Hauses „Nassau“ und im Jahr 1533 die Geburtsstadt von Wilhelm von Oranien, dem „Vater der Niederlande“.
KAFFEPAUSE am HOTEL DILENBURG
auf Einladung von Jutta Held-Reifenrath
BEGRÜSSUNG
Michael Lotz
Bürgermeister Dillenburg
Adresse: Hüttenplatz 11, 35683 Dillenburg

15:45 Uhr Weiterfahrt über Herborn und den Westerwald nach Bonn

ab 17:15 Uhr Zusammentreffen mit ADAC Stauberatern
und der Bonner Polizei
Adresse: Bundeswehrdepot/Flugplatz Eudenbach / L330-L274
Landesgrenze Rheinland-Pfalz-NRW

18:00 Uhr BEGRÜSSUNG + EMPFANG vor dem Alten Plenarsaal
Hier startete am 14. Mai 1999 die legendäre Freundschaftsfahrt von Abgeordneten,
Mitarbeitern und Referenten des Deutschen Bundestages und Bundesministerien,
die anlässlich des bevorstehenden Parlamentsumzugs ihre Motorräder von Bonn
in die neue Bundeshauptstadt nach Berlin fuhren.
Reinhard Limbach
Bürgermeister der Bundesstadt Bonn
Ulrich Kelber, Staatssekreätr a.D.
Bundesdatenschutzbeauftragter
Mitglied des Deutschen Bundestags von 2000-2018

18:30 Uhr FÜHRUNG DURCH DEN „PLENARSAAL“

20.30 Uhr Gemütlicher Ausklang (Ort n.n.)
1999 – 2019
20 Jahre „BONN-BERLIN-UMZUG“ sind nun
schon vergangen: 1999 – 2019!
Angefangen hatte alles im „Kindergarten“,
dem alten Parlamentsrestaurant im Bundestag in Bonn bei einem eher zufälligen
Treffen der beiden Biker-Freunde Struck und Kimmel unter Anwesenheit von
Bundestagspräsidentin a.D. Annemarie Renger, mit der beiläufigen Frage, wie man
nun seine Motorräder im Freundeskreis von Bonn nach Berlin bringen wolle.
Unter Einbeziehung des damaligen Vorsitzenden des Sportausschusses des
Deutschen Bundestages und Vorsitzenden der SG Deutscher Bundestag e.V. fand am
14.und 15.Mai 1999 dann die legendäre UMZUGSFAHRT mit MOTORRÄDERN von
Bonn nach Berlin statt.
In zwei Tagesetappen führte die Tour vor 20 Jahren von Bonn über den Westerwald nach
Dillenburg, an Marburg vorbei nach Bad Hersfeld, über Eisenach, Gotha, Erfurt nach Jena und wurde am zweiten Tag dann über Eisenberg, Leipzig und Potsdam nach Berlin
fortgesetzt, wo sie mit einem großen Empfang vor dem Reichstag in den Abendstunden des 15. Mai 1999 endete.
Mit dieser Umzugstour war der Grundstein für „politisches Motorradfahren“ in Deutschland und Europa geboren. Im Rahmen der Dritten Internationalen Freundschaftsfahrt, der sogenannten „EUROPA-TOUR“, kam es 2002 auf der Brücke von SCHENGEN zwischen deutschen und luxemburgischen Bikern zu einer schicksalhaften Begegnung, dies unter Anwesenheit des saarländischen Ministerpräsidenten: Aus der Motorradgruppe der SG Deutscher Bundestag e.V. heraus wurde spontan auf der Brücke von SCHENGEN unter dem Motto „MOBILITÄT überwindet GRENZEN und verbindet KULTUREN“ die EUROBIKER gegründet.
In all den zurückliegenden Jahren organisierte sowohl die Motorradgruppe der SG
Deutscher Bundestag e.V. als auch die EUROBIKER e.V. grandiose Freundschaftsfahrten und EURO-TOUREN, die uns quer durch und manchmal auch bis ans Ende von Europa und die Welt geführt haben und ein unbeschreibliches Stück herausragender Motorradgeschichte im Zeichen von Demokratie und Völkerverständigung geschrieben und geleistet haben.
Wir danken all unseren Unterstützern und Schirmherren, welche diese großartige TOUR DE LA DÉMOCRATIE POUR L´EUROPE in den vergangenen 20 Jahren begleitet und unterstützt haben!

Wichtige Rufnummern
Hartmuth Gross 0171 264 5243
SG Deutscher Bundestag
Andreas H.E. Kimmel 0171 8300 307
Obmann Motorrad SG Deutscher Bundestag
Wolfgang Schmitz 0171 7828 448
Bundesverband der Motorradfahrer
Thomas Erben 0170 270 6614
Passat Reisen
Dr. Walther Rothschild 0152 225 34328
Ansprechpartner während der Tour

Team + Dank
TOURPLANUNG
Wolfgang Schmitz (Langenfeld), Andreas Biebrach (Dresden), Donatus Berchtold (Bonn), Winni Scheibe (Bad Arolsen), Andreas H.E. Kimmel (Wiesbaden), Hartmuth Gross (Selsters), Thomas Erben (Berlin), …

BESONDEREN DANK
Stephan Zänker – Weimarer Republik e.V., Dr. Philipp Neumann-Thein – Gedenkstätte Buchenwald, Pfarrer Bernd Schade – Berlin, Pfarrer Bernhard Stief – Nikolaikirche Leipzig, Sven Steinbrück – Haus der Weimarer Demokratie, Gerda Levers –
Deutsches Nationaltheater Weimar, Stadt Weimar, Stadt Eisenach, Pia Dahmen – Büro Bundesdatenschutzbeauftragter, Protokoll der Bundesstadt Bonn – ADAC Nordrhein, Stefan Krause – Johanniter Motorradstaffel, Rabbiner Dr. Walter Rothschild,
Blue Knights, allen beteiligten Hilfspersonen und die Tour begleitenden Kradstaffeln der
Länderpolizeibehörden u.v.a. m., ..

REISEABWICKLUNG
Thomas Erben, PASSAT Reisen Berlin

IDEE, KONZEPT & INITIATIVE
Andreas H.E. Kimmel, Wiesbaden/Potsdam

Charity
JohanniterKinderhospizdienst NORA
Unsere diesjährige Charity wird dem JOHANNITER KINDERHOSPIZDIENST NORA in Frankfurt (Oder) und im Landkreis Oder Spree zugutekommen. Jeder Biker-Freund und Mitfahrer ist aufgefordert, eine Spende ab EUR 40,00 zu entrichten, für die er auch eine
Spendenbescheinigung erhält!
Es ist das Anliegen des Johanniter Hospizdienstes, Familien mit schwerstkranken Kindern oder Jugendlichen, deren Lebenszeit krankheitsbedingt begrenzt ist, in ihrer häuslichen Umgebung zu unterstützen, zu betreuen, Trost zu spenden, Ermutigung zu geben und ihnen auf dem Weg des Abschiednehmens zur Seite zu stehen. Die Motivation ist die Erhaltung einer möglichst hohen Lebensqualität und Selbstbestimmung des Kindes oder des Jugendlichen innerhalb seiner Familie. Dazu übernimmt der Kinderhospizdienst praktische Hilfen in der Alltagsbewältigung,
bietet Beistand und psychosoziale Begleitung an. Die Unterstützungsangebote orientieren sich an den Bedürfnissen und Wünschen des kranken Kindes und seiner gesamten Familie. Geschwisterkinder sind ausdrücklich inbegriffen. Der Kinderhospizdienst bildet derzeit ehrenamtliche Mitarbeiter/innen aus. Mit Abschluss dieser Ausbildung steht der Dienst in Frankfurt (Oder) sowie dem Landkreis Oder-Spree voll umfänglich zur Verfügung. Der ambulante Hospizdienst finanziert sich vorrangig durch Spenden.

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Mahn- und Gedenkfahrt für die tödlich verunglückten Motorradfahrer Berlins und Brandenburgs am 6.10.2019

Ein wohltuender Beitrag über unsere kommende Veranstaltung. Weiteres zu Unfallzahlen im Gottesdienst.
#mahnundgedenkfahrt
#bikerpfarrer
#christ_und_motorrad
#christundmotorrad
#mogo
#mahn_und_gedenkfahrt
#Berlin
#Brandenburg

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Sermonelle 7.9.2019

Die innere Ruhe fehlt manchmal, sie will sich beim besten Willen nicht einstellen, was auch immer ich anstelle. Aber es gibt sie. Wenn ich Menschen begegne, die von innen heraus diese Ruhe ausstrahlen, die in sich selbst ruhen, dann spüre ich, wie weit ich von denen entfernt bin; wie weit ich von mir selbst entfernt bin. Schon wieder urlaubsreif, und es ist doch erst Mitte September.

Es muss andere Wege der Nachhaltigkeit geben, diese Haltung zu üben auch außerhalb der Ferien. Ich tanke mein Motorrad doch nicht nur auf Reisen, sondern gerade im Alltäglichen. Also muss es für die Seele im Alltäglichen Tankstellen geben, der Seele die notwendige Ruhe zuzuführen.

Das wird nicht auf der Flucht vor schwierigen Aufgaben geschehen, sondern im Annehmen dieser. Von Herzen demütig und sanftmütig sich selbst gegenüber sein, lautet die Übung, lauten die täglichen Exerzitien. Quod licet Jovi est licet Bovi: Lernet von Jesus!

Siehe, wer obstinat ist, der wird keine Ruhe in seinem Herzen haben, der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.
(Habakuk 2,4)

Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.
(Matthäus 11,29)
Von Gott will ich nicht lassen,

denn er lässt nicht von mir,

führt mich durch alle Straßen,

da ich sonst irrte sehr.

Er reicht mir seine Hand;

den Abend und den Morgen

tut er mich wohl versorgen,

wo ich auch sei im Land.

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Der Herbert und der Xavier

Der Herbert, der kann gnadenlos gute Musik schreiben. Und der Xavier hat die begnadetste Stimme Deutschlands. Deswegen höre ich die Songs des einen so gern wie die des anderen. Wieso bin ich kritiklos gegenüber bestimmten Inhalten? Das bin ich ja sonst auch nicht!?

Du warnst, mit Musik werden Gefühle transportiert und mit ihnen Stimmungen, Befindlichkeiten, Einstellungen, Haltungen. Ja, denn sie gehören auch zu mir und werden stimuliert, intensiver, erlebbarer, bewusster. Macht „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“ mich zu einem Ostermarschierer, dann der Othello zu einem mauretanischen Feldherrn. Hast du Angst vor Menschen, die sich selbst gut kennen, vor reflektierten, aufgeklärten, mündigen und freien Bürgern? Dann – ich lächele dich freundlich an – sag mir, welche Musik du hörst oder besser nicht hörst.

Welche Musik ich gern höre? Die, wonach mir gerade ist.

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SERMONELLE 21.7.2019

Wir fordern Opfer, statt zu lieben. Wir opfern uns auf, statt zu lieben. Weil seit Kain unmissverständlich klar ist, dass der Ewige unseren Opfern das Wohlgefälligkeitszertifikat verweigert, holen wir es uns bei der Politik. Ohne wäre uns das Leben und kein Leben, wäre uns Gott nicht Gott…

Doch Derselbe spricht durch den Mund seiner Propheten:

Ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer, an der Erkenntnis Gottes und nicht am Brandopfer.
(Hosea 6,6)

Nun bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
(1. Korinther 13,13)

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Sermonelle 18.7.2019

Es erfordert Kraft, Dinge hinzunehmen, weil man sie nicht ändern kann.
Es erfordert Kraft, sich von dazu besonders begabten Personen nicht ins Agieren zwingen zu lassen.
Es erfordert Kraft, zu verzichten.
Es erfordert Kraft, anderen den Vortritt zu lassen.
Es erfordert Kraft, zu deeskalieren.
Es erfordert Kraft, vernünftig zu sein.
Es erfordert Kraft, um der Liebe willen auf die Durchsetzung des Rechts zu verzichten.
Es erfordert Kraft, zuzuhören.
Es erfordert Kraft, geduldig zu sein.
Es erfordert Kraft, willentlich Unrecht zu leiden.
Es erfordert Kraft, die Strafe stellvertretend auf sich zu nehmen.
Es erfordert Kraft, den Kreislauf der Sünde zu brechen.
 
Der HERR ist geduldig und von großer Kraft, doch ungestraft lässt er niemanden.
(Nahum 1,3)
 
Erachtet die Geduld unseres Herrn für eure Rettung.
(2. Petrus 3,15)
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Nachfolge Christi

Buße tun heißt nicht, dass ich mich neu erfinde, sondern dass Gott mich neu erfindet.

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Tageslos

Als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man den HERRN lobte: »Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig«, da erfüllte die Herrlichkeit des HERRN das Haus Gottes.
(2. Chronik 5,13.14)

1) Nun jauchzt dem Herren alle Welt!
Kommt her, zu seinem Dienst euch stellt,
kommt mit Frohlocken, säumet nicht,
kommt vor sein heilig Angesicht.

2) Erkennt, dass Gott ist unser Herr,
der uns erschaffen ihm zur Ehr,
und nicht wir selbst: durch Gottes Gnad
ein jeder Mensch sein Leben hat.

3) Wie reich hat uns der Herr bedacht,
der uns zu seinem Volk gemacht;
als guter Hirt ist er bereit,
zu führen uns auf seine Weid.

4) Die ihr nun wollet bei ihm sein,
kommt, geht zu seinen Toren ein
mit Loben durch der Psalmen Klang,
zu seinem Vorhof mit Gesang.

5) Dankt unserm Gott, lobsinget ihm,
rühmt seinen Namen mit lauter Stimm;
lobsingt und danket allesamt.
Gott loben, das ist unser Amt.

6) Er ist voll Güt und Freundlichkeit,
voll Lieb und Treu zu jeder Zeit.
Sein Gnad währt immer dort und hier
und seine Wahrheit für und für.

7) Gott Vater in dem höchsten Thron
und Jesus Christus, seinen Sohn,
den Tröster auch, den Heilgen Geist,
im Himmel und auf Erden preist.

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Die Sache mit der Torte

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Politea

Die Christdemokratie Deutschlands wird ein ähnliches Schicksal ereilen, wie es die Sozialdemokratie verdauen muss. Die fetten Jahre, die großen Tage sind vorbei auf unabsehbare Zeit. Ich bedauere dies; das kommt, weil ich mit diesen beiden Kräften nebst den Liberalen groß geworden bin. Und alt.

Die Ursachenforscher werden vielleicht betonen, alles habe nun mal seine Zeit. Und Zeit läuft ab und andere Kräfte übernehmen die politische Gestaltung. Das hat etwas für sich, vor allem ist dieses Denken und Interpretieren jenen sympathisch, die sich nicht lange bei Selbstzweifeln und -kasteiungen aufhalten wollen. Sie richten den Blick lieber in die Ferne, jwd.
Wem das jedoch zu fatalistisch klingt – Schuld und Schuldgefühle leben nämlich von der Hoffnung auf Erlösung und dem Glauben an die eigenen selbstheilenden Kräfte; und diese Herangehensweise ist sympathisch vor allem für Personen mit masochistischer Begabung – der wird erklären müssen, warum der Niedergang nicht trotz, sondern gerade wegen der bisherigen Haltung und Handlungsweise kam.

Wie dem auch sei, beides also findet vorerst sein Publikum.
Klar jedoch ist das Erstarken der Grünen auf Dauer. Auf Dauer unter der Bedingung, dass eine weitere politische Kraft ersteht, die sich als Gegenkraft zu grün präsentieren und behaupten kann. Die alten Verknüpfungen mit den Begriffen wie „links“ und „rechts“ und „Mitte“ taugen dann nicht und werden mit Inhalten neu gefüllt. Vorschläge dazu bestehen bereits und verdichten sich. Und weiter ist klar: auch wenn der Faschismus Teil europäischer Gene ist und immer wieder und allenthalben aufflackert, wird eine neue politische Struktur unfaschistisch sein. Zwangsläufig; denn Geschichte wiederholt sich nicht.

Uns Christen kommt wie stets die Aufgabe zu, das Wort Gottes in eine sich verändernde Welt hineinzusprechen. Verbum Dei manet in aeternam, Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

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Pentekostä

Religiöse Sprachverwirrung weckt Sehnsüchte nach einer Einheitssprache der Verständigung. Der dreieinige Gott jedoch macht sich in jeder Sprache verständlich.

Darum legten sie ab alle Furcht und Bedenken, alles, was sie behinderte und aufhielt; und sie erzählten freimütig von den großen Wundertaten Gottes bis auf den heutigen Tag.

Es ist nicht unangemessen, Pfingsten synonym für Reisewelle zu gebrauchen. Wie anders konnte sich das Evangelium sonst weltweit verbreiten? Heute bedient sich der Heilige Geist auch unserer neuen sozialen Medien in Wort, Bild und Klang. Und ist immer schon vor uns da. Die Begegnung zwischen Mensch und Mensch, diesseits von facebook und co, ist deswegen nicht obsolet geworden, sondern kostbar.

Beschirm die Obrigkeiten,
richt auf des Rechtes Thron, 
steh treulich uns zur Seiten;
schmück wie mit einer Kron
die Alten mit Verstand,
mit Frömmigkeit die Jugend,
mit Gottesfurcht und Tugend
das Volk im ganzen Land.

(Paul Gerhardt)

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unter schiedlich

Der Hauptunterschied zwischen Kippa, Kreuz und Kopftuch wird am jeweiligen Verzicht darauf deutlich.

Der Verzicht auf das Tragen einer Kippa, eines Kreuzes, ist in jedem Fall ungefährlich.
Der Verzicht auf das Tragen eines Kopftuchs nicht unbedingt.

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Fest des Lebens

#festdeslebens

#bikerpfarrer

#christundmotorrad

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Nolde und wir anderen…

Die Unterscheidung von Person und Werk ist eine christliche, ja biblische Einsicht.

Einerseits können Werke, Taten oder Kunstwerke durchaus als etwas böses betrachtet werden. Dennoch muss es eine Möglichkeit geben, auf die Person einzuwirken.

Und andererseits betont Florian Illies in der ZEIT vom 11.04.19 zurecht:
„Es wäre schön der Wahrheit Raum zu geben, dass leider auch niederträchtige Menschen höchste Kunst schaffen können. Das ist natürlich unbequem. Aber viel mutiger, als wieder damit anzufangen, Bilder abzuhängen.“

Im ersten Sinne geht es um die Würdigung der Person, zu deren Würde eben auch Buße und Besserung gehört. In Strafprozessen beispielsweise kann man das verifizieren.
Im zweiten Sinne geht es um die Würdigung, auch um die kritische Würdigung von Werken, um die künstlerische Freiheit und um das oftmals gar nicht störungsfreie Gespräch zwischen Werk und Schaffendem. Man darf Wagners Antisemitismus durchaus verurteilen unbeschadet der Tatsache, dass ohne seine Musik die Musikgeschichte sehr viel anders verlaufen wäre. Einerseits also geht es um die Rettung und Erlösung der Person, andererseits geht es um die Rettung und Befreiung der Kunst.

Der moderne Strafvollzug unter Absehung von Folter, Todestrafe und Aussichtslosigkeitserklärung ist richtungsweisend. Und Wagner und Nolde stehen auch nur für viele Beispiele, an denen persönliche Gebrochenheit transparent gemacht werden kann und muss. Die Unterscheidung von Werk und Person ist nicht nur eine biblisch begründete Einsicht, sondern auch eine historische Notwendigkeit.

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missio – miss you

Eine missionarische Kirche ist „nicht der Welt, sondern der übrigen Welt voraus“; so lautete ein Text aus der damaligen DDR. Heute hecheln unmissionarisch gewordene Kirchen der übrigen Welt hinterher. Zumindest in unseren Gefilden.
In Mitteleuropa.
Währenddessen zieht Jesus in Jerusalem ein, Ende und Anfang fest anvisiert:
#Karfreitag_for_future

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Lebt!

Denen aber,
die andere zu Opfern machen,
und denen,
die sich all zu gern als Opfer inszenieren,
rufen wir zu:

Mit dem Kreuzestod des Gottessohnes Jesus Christus ist der Opferstatus dauerhaft für obsolet erklärt.
Befreit euch von eurem sinnlosen Tun!
Lebt!

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Handreichung der ekbo zur Gemeindekirchenratswahl

Weil gerade hochemotional und zum großen Teil ohne Kenntnis der Texte über angeblich kirchliche „Gesinnungsschnüffelei“ oder „Stasi-Methoden“ anlässlich der kommenden Wahlen zum Gemeindekirchenrat geredet wird:
1. Der Text der kirchlichen Verlautbarung der ekbo findet sich hier:
2. handelt die Kirche rechtzeitig aus Verantwortung gegenüber ihrer eignen Vergangenheit der 1930er Jahre in dem Wissen darum, dass die Gleichschaltung der Kirchen und die ideologische Ausrichtung zentral über die Besetzung gemeindeleitender Ämter geschah
3. gibt sie in Zeiten schwieriger werdender Gewinnung geeigneter Ehrenamtlicher für kirchliche Leitungsämter eine Orientierung heraus, die auf der Änderung ihrer Grundordnung (Art. 19,1) aus dem Jahre 2013 fußt.
4. ist es eines der Verdienste der jetzigen Kirchenleitung der ekbo, innerhalb der EKD in besonders deutlicher Weise auf die Gefahren unseres Gemeinwesens von Seiten rechtsradikaler Kräfte hingewiesen zu haben.
5. bin ich froh, wenn auch ansonsten in der Gesellschaft überall dort, wo auf demokratische Weise Vorstände und Verantwortungsträger zur Wahl stehen, ähnliche Kriterien mit Blick auf menschenfeindliche Ziele selbstverständlich zur Anwendung kommen.
6. Als „menschenfeindlich“ im Sinne der Grundordnung der ekbo gelten Worte und Taten, die Menschen oder
Menschengruppen, „aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität“ herabwürdigen, diffamieren oder bedrohen.
Diese Aussage ist allgemein gültig formuliert.
7. benennt die Handreichung selbst auch Beispiele, die ihre Anwendung gerade nicht möglich machen.
Lesen!
Und dann argumentieren (ihr kennt das ja…)
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Das politische Christentum 3

SCHULDÜBERNAHME

Weil es Jesus nicht um die Proklamation und Verwirklichung
neuer ethischer Ideale, also auch nicht um sein eigenes Gutsein (Matthäus 19, 17), sondern allein um die Liebe zum wirklichen Menschen geht, darum kann er in die Gemeinschaft ihrer Schuld eintreten, sich mit ihrer Schuld belasten lassen.

Jesus will nicht auf Kosten der Menschen als der einzig Vollkommene gelten, will nicht als der einzig Schuldlose auf die unter ihrer Schuld zugrunde gehende Menschheit herabsehen, will nicht über den Trümmern einer an ihrer Schuld gescheiterten Menschheit irgendeine Idee eines neuen Menschen triumphieren lassen. Er will sich nicht von der Schuld freisprechen, unter der die Menschen sterben. Eine Liebe, die den Menschen in seiner Schuld allein ließe, hätte nicht den wirklichen Menschen zum Gegenstand.
 
Als im geschichtlichen Dasein des Menschen verantwortlich Handelnder wird Jesus schuldig. Es ist allein seine Liebe, die ihn schuldig werden läßt. Aus seiner selbstlosen Liebe, aus seiner Sündlosigkeit heraus tritt Jesus in die Schuld der Menschen ein, nimmt sie auf sich. Sündlosigkeit und Schuldtragen gehören in ihm unlösbar zusammen.
Als der Sündlose nimmt Jesus die Schuld auf sich, und unter der Last dieser Schuld erweist er sich als der Sündlose. In diesem sündlos-schuldigen Jesus Christus hat nun jedes stellvertretend verantwortliche Handeln seinen Ursprung.
 
Dietrich Bonhoeffer
Quelle:
Ethik, DBW Band 6, Seite 275f
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Das politische Christentum 2

„Christinnen und Christen setzen als öffentliche Kirche ihre jeweiligen religiösen Überzeugungen und theologischen Ansätze der Kritik aus. Im Unterschied zu religiös fundamentalistischen Argumentationsmustern, die sich gegen kritische Einwürfe immunisieren, ermöglicht die öffentliche Kirche religiöse Ideologiekritik. Diese Kritik trägt zur religiösen Wahrheitssuche bei. Die Zivilgesellschaft würde verarmen und die Zukunft des Sozialen gefährden, wollte man diese Kritik aus dem öffentlichen in das private Leben verbannen.“

http://gsimon.de/salz-der-erde-licht-der-welt-martin-vetter-zu-kirche-und-oeffentlichkeit/

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Das politische Christentum 1

„Die Schrift sagt uns, dass der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat, in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu sorgen. Die Kirche erkennt in Dank und Ehrfurcht gegen Gott die Wohltat dieser seiner Anordnung an. Sie erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten. Sie vertraut und gehorcht der Kraft des Wortes, durch das Gott alle Dinge trägt.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens werden und also auch die Bestimmung der Kirche erfüllen.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne sich die Kirche über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und staatliche Würde aneignen und damit selbst zu einem Organ des Staates werden.“

Barmer Theologische Erklärung 5

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Lilien auf dem Felde

Wagner schrieb wunderschöne Opern und war als genialer Musikus berühmt. Er starb schon vor langer Zeit. Dennoch kann auch heute noch und morgen seine geniale Musik zu Gehör gebracht werden, seine Klänge können wieder je und je so dramatisch, frisch und lebendig, seine Opern so grandios ertönen, wie einst er sie komponiert hatte. Denn wir haben seine Noten und erfreuen uns der Musik immer aufs Neue.

So etwa ist das auch mit Gott und den Menschen. Jeder von uns ist eine unverwechselbare Lebensmelodie, komponiert vom Leben, geschrieben auf den Seiten unserer Erfahrungen, Gedanken, Gefühle und Taten. Von Gott wunderbar erhört und gehört zu jeder Stund hat er nur unsere Partitur. Und wenn wir verstorben sind, dann bringt Gott unsere einzigartige Melodie im Himmel zum Erklingen in der Fülle, der Tonart, dem Tongeschlecht, der Lautstärke, dem Tempo und Rhythmus entsprechend unserem Gewordensein. Und nichts geht je verloren.

Was ich sagen will: Ich denke Religion vom Menschen her, wenn ich sie beschreiben muss. Es geht ja auch gar nicht anders; mit all den Antworten, mit all den offenen Fragen, den Aporien, den Höhen und Abgründen. Glauben aber verstehe ich von Gott her, Gott glaubt uns, die geglaubten Menschen. Da interessiert mich keine Seele, kein Gefühl, keine konkrete Ausgestaltung von Religion. Ich kann – wohin das alles wohl führt – nämlich nicht gut sinnvolle Aussagen über Gott treffen, weil ich das Ganze nicht überschaue. Ich kann ja nicht mal sagen, wie meine eigene Lebensmelodie einst erklingen wird, denn ich überblicke  nur Teile der Partitur; und außerdem ist sie noch unvollendet. Ich kann mir – anders vielleicht als andere – auch nicht vorstellen, dass es keinen Gott gibt.

Warum denke ich es so? Ästhetik!
Ein von Gott geglaubter Mensch zu sein finde ich einfach schön.
Es verpflichtet mich zu nichts. Bei ihm bin ich schön, egal ob ich mein Lebenslied in moll sing oder dur. Ich glaube den geglaubten Menschen, Jesus Christus.
Religion, Weltanschauung, jedoch finde ich nicht immer schön.
Nur wenn ich es muss.
Dann ja.

HERR, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.
(Psalm 104,24)

Jesus spricht: Schaut die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass sogar Salomo in all seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.
(Matthäus 6,28-29)

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Termine für Motorradfahrer 2019

           Christ und Motorrad – Haupttermine 2019

28.April
Anlass-Gottesdienst zur Saisoneröffnung
13:00 Uhr, Dorfkirche Großziethen/Schönefeld
Alt Großziethen 29, 12529 Schönefeld.
im Anschluss Schmackhaftes vom Grill

1.-5. – Mai
Treffen an der Spinnerbrücke, Spanische Allee, Berlin-Wannsee

10. – 12. Mai
Bikertreffen Friesau

12.Mai
MoGo Friedrichswalde, 14:00 Uhr beginnt der Bikergottesdienst

18.Mai
Fahrsicherheitstraining, DVR-zertifiziert (Instruktor Andi Runge)
Verbindliche Anmeldung unter andreas.runge@me.com  

24. – 26.Mai
Biker unterm Birkenkreuz
(Ort und Programm bitte ab März erfragen)

29.5. – 2.Juni
gcm Bibelfreizeit ”Motorrad und Glaube”
Naumburg, Hessen
Thema: Die Goldene Regel: Behandle Menschen so, wie du selber behandelt
werden möchtest.
Anmeldung: https://www.kradapostel.de/mugl-aktuelles

16.Juni
MoGo Hamburg

19. – 23.Juni
Deutscher evangelischer Kirchentag Dortmund

29.Juni 4.
Fest des Lebens

Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, Berlin-Reinickendorf

26.Juli – 10.August
Christliche Bildungsreise für Motorradfahrer

Kurven, Käse, Schluchten Grotten – Motorradfahren im Land der Hugenotten
https://bikerpfarrer.wordpress.com/kurven-kaese-schluchten-grotten-motorradfahren-im-land-der-hugenotten/

6.Oktober
Mahn- und Gedenkfahrt. Für die tödlich verunglückten Motorradfahrer der
zurückliegenden Saison. 
Treffen ab 9:00 Uhr bei Polo Store Mariendorf
Großbeerenstraße 2
12107 Berlin

Termin noch offen:
“Apostelandacht Autobahnkirche Zeestow”,
“Gewalt fährt nicht mit”,
“Bürgermeistertour Falkensee”,
„Biker gegen Kindesmissbrauch”,
„Sonnenhofroute des McHermsdorf”

 

Auf unserer Wunschliste für das Sommerprogramm und bislang noch nicht fest geplant:
 – CuM besucht CuM: diesmal Knut – Motorradwandern östlich der Elbe
 – Tagestour Tangermünde – Eisessen westlich der Elbe
 – Schwedt, Tabakmuseum – westlich der Oder hin, östlich der Oder retour
 – Tagesausflug zum Ritter Kahlbutz – unverwesliche Eindrücke
– Tagesausflug Boitzenburg/Uckermark – Alles Schokolade, oder was?
– Tagestour Senftenberger Land – Tagebau und Kurvenschau

Start jeweils in Berlin


Alle Infos bei
Olli Tel: 0179-510 35 01
Bernd Tel: 0179-518 19 43

oder www.christ-und-motorrad.de 

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Antisemitische Straftaten

Mehr als 80 Prozent der antisemitischen Straftaten würden von Muslimen verübt. Die polizeiliche Statistik erfasst diesen Hintergrund in aller Regel nicht. Und die Verantwortlichen wissen das. Die Information stammt von der renommierten Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen.

(Hier dazu im Wortlaut der Artikel aus: https://www.ezw-berlin.de/html/15_9950.php)

Kai Funkschmidt

Antisemitische Straftaten

95 Prozent rechtsextreme Täter?

In Debatten über den wachsenden „neuen“ Antisemitismus wird regelmäßig darauf hingewiesen, dass etwa 95 % der registrierten antisemitischen Taten in Deutschland auf das Konto von Rechtsextremisten gingen und nicht von Muslimen. So meldet es mit kleinen Schwankungen Jahr für Jahr die Bundesregierung auf Kleine Anfragen, die meist von der Bundestagsfraktion der Linken oder der Grünen gestellt werden. Ihre Angaben gründen auf der jährlichen polizeilichen Statistik zur „Politisch Motivierten Kriminalität“ (PMK). Im Jahr 2017 wurden zum Beispiel 94 % der 1504 erfassten Taten rechtsextremen Tätern zugeordnet.1

Eklatante Diskrepanz zwischen offizieller Statistik und Opfererfahrung

Also erscheint das Phänomen als seit Jahrzehnten vertraut. Judenhassende Neonazis sind die Fortsetzung dessen, was wir alle aus dem Geschichtsunterricht kennen: Antisemitismus ist eine rechtsextreme Angelegenheit, schlimm, aber bekannt. Dementsprechend werden antisemitische Vorfälle im öffentlichen Bewusstsein stets zuerst rechtsextremen Tätern zugeordnet.

Das Verstörende an der Zahl der PMK-Statistik ist ihr offensichtlicher Widerspruch zur europäischen Realität, wie sie sich in vielen antijüdischen Gewalttaten der letzten Jahre darstellt. Diese gingen in Westeuropa ganz überwiegend auf das Konto von Muslimen (vgl. MD 2/2016, 43-53). Deutschland ist dabei keine Ausnahme, von den Brandanschlägen auf Synagogen in Düsseldorf (2000) und Wuppertal (2014) über den Angriff auf den Rabbiner Daniel Alter 2012 in Berlin bis in die Gegenwart entsprechen die typischen Täter bei uns wie in den Nachbarländern dem Muster „jung, männlich, muslimisch“.2 Im April 2017 attackierte ein Araber einen Israeli auf offener Straße, im Juli 2018 schlugen zehn Syrer im Park einen Juden zusammen, beides mitten in Berlin.

Wie der neue Antisemitismus unter dem Deckmantel der „Kunstfreiheit“ auch in Teilen der Mehrheitsgesellschaft akzeptabel ist, zeigte sich, als im April 2017 zwei muslimische Rapper mit antisemitischen Texten einen renommierten Musikpreis gewannen. Zuvor bereits waren mehrere antisemitische Vorfälle an Berliner Schulen mit hohem muslimischem Schüleranteil bekannt geworden. Seit Jahren wechseln jährlich sechs bis acht jüdische Schüler deswegen auf ein jüdisches Gymnasium, der jüngste Fall unterschied sich nur dadurch, dass er in die Zeitung kam.3Selbst jüdische Lehrer sind bisweilen von diesem Druck islamischer Schüler betroffen, wie schon 2015 ohne größeres Echo berichtet wurde.4 Die Zeiten, wo Juden nur davor gewarnt wurden, mit Kippa durch muslimisch dominierte Stadtteile zu gehen, sind offenbar vorbei. Drohungen und Gewalt aus Judenhass sind überall möglich.

In der PMK-Statistik werden nun aber antisemitische Gewalttaten fast ausschließlich von Rechtsextremen verübt. Umfragen unter Juden bestätigen dagegen eher den Eindruck, den auch die bekanntgewordenen Medienberichte ergeben: Sie erleben die Angriffe ganz überwiegend von Muslimen, und zwar ist der islamische Anteil umso höher, je gravierender ein Vorfall ist (Andeutungen, Beleidigungen, Gewalt). 2013 hatte die European Agency for Fundamental Rights, eine Einrichtung der EU, eine Umfrage in acht Ländern durchgeführt. Sie fand heraus, dass Juden fast überall Antisemitismus mit Abstand am häufigsten von Muslimen erlebten. Ausnahmen waren Ungarn und Italien, wo Rechts- bzw. Linksextremisten jeweils knapp vorne lagen.5

2017 führte die Universität Bielefeld eine ähnliche Umfrage unter Juden in Deutschland durch.6 Das Ergebnis ist deutlich und widerspricht diametral der polizeilichen PMK-Statistik. Demnach kämen 81 % der Vorfälle von muslimischer Seite. In der PMK-Statistik für 2017 tauchen aber nur 2 % auf (31 Fälle, davon eine Gewalttat). Noch krasser ist der Unterschied bei den Linksextremisten: Nach der Erfahrung der Opfer gehen 25 % der Taten auf Linksextremisten zurück, in der amtlichen Statistik hingegen sind es nur 0,07 % (eine einzige von 1504 Taten). Rechtsextreme Täter kommen bei den befragten Juden mit 19 % Täteranteil sogar erst an dritter Stelle – im krassen Widerspruch zu den 94 % der staatlichen Angaben.

Einigkeit besteht nur darüber, dass viele Taten nie erfasst werden, wie bei vielen anderen Straftaten auch. „Wenn ich alles anzeige, was ich sehe, bin ich den ganzen Tag auf der Polizeiwache.“7 In Deutschland hatten laut Umfragen 2013 und 2016 jeweils nur etwa ein Viertel aller Opfer eines schwerwiegenden antisemitischen Vorfalls diesen angezeigt.8

Eine Opferumfrage ist eine andere Datenbasis als eine polizeiliche Statistik. Unterschiede sind daher unvermeidlich und erwartbar, ein direkter Vergleich nur eingeschränkt möglich. Es gibt jedoch keine der Polizeilichen Kriminalstatistik vergleichbare alternative (offizielle oder inoffizielle) Statistik antisemitischer Vergehen, die zum Vergleich herangezogen werden könnte. Trotz begrenzter Vergleichbarkeit sind allerdings die festgestellten Abweichungen so eklatant, dass (unabhängig von den konkreten Zahlen im Detail) der Grundbefund deutlich ist: Die offizielle Statistik scheint die Realität nicht adäquat wiederzugeben, ja, sie geradezu auf den Kopf zu stellen.

Jüdische Organisationen mahnen Ernstnehmen der Opfer an

Die Diskrepanz zwischen den offiziellen Zahlen und der Realität, welche Juden erleben, spiegelt sich zuletzt auch in der Grundsatzerklärung des „Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus“ (JFDA) vom Juli 2018 (vgl. MD 9/2018, 345-47).9 Diese ist voller Bezugnahmen auf die islamischen Aspekte des Themas. So mahnt die Erklärung die „kritisch-historische Exegese heiliger Schriften und die theologische Auseinandersetzung mit der politischen Geschichte der eigenen Religionsgemeinschaft“ als integralen Teil des „friedens- und wertefördernden Wirkens“ von Religionen an. Da beides in der Arbeit christlicher Kirchen seit Jahrzehnten Standard ist, richtet sich die Forderung offenbar vor allem an den Islam in Deutschland. Weiter heißt es in dem Papier, Antisemitismus dürfe keinesfalls als eine Unterkategorie anderer Diskriminierungen wie „Rassismus“ aufgefasst oder mit Islamfeindlichkeit zusammengeworfen werden. Diese Art von Verallgemeinerungen wird tatsächlich oft benutzt, um das Problem zu nivellieren und zu relativieren.10

Zuallererst aber fordert die Grundsatzerklärung, die Erfahrungen der Opfer antisemitischer Taten ernster zu nehmen und in die behördliche Lagebeurteilung stärker einzubeziehen. Offenbar sieht man diese Opfererfahrungen in der offiziellen Lagebeurteilung nicht angemessen dargestellt – mit gutem Grund, wie der obige Vergleich zeigte. Dementsprechend reden die Verfasser in ihren Kommentaren auch nicht um den heißen Brei herum. JFDA-Vorsitzende Lala Süsskind in der Jüdischen Allgemeinen Zeitung: „Ich erwarte, dass die Bundesregierung und die Landesregierungen auch den Antisemitismus unter Muslimen als solchen ernst nehmen.“ Der verbreiteten Verharmlosung des muslimischen Antisemitismus, weil dessen öffentliche Diskussion zu Islamophobie führen könne, erteilt sie eine Absage: „Relativierungen, die den islamistischen Antisemitismus verharmlosen, verhindern die Instrumentalisierung des muslimischen Antisemitismus durch Muslimfeinde nicht. Aber sie schaden einer wirksamen Bekämpfung des Antisemitismus und wirken auf die Opfer wie Hohn.“11 Der politische Koordinator des JFDA, Carl Chung, sekundierte im Deutschlandfunk: „Unter Muslimen ist Antisemitismus offenbar weiter verbreitet als im Durchschnitt der Gesamtgesellschaft. Das muss man sagen können, ohne des ‚Muslim Bashing‘ bezichtigt zu werden.“12

Wie kommt es zu den angeblich 94 bis 95 % rechtsextremen Tätern?

Das eklatante Auseinanderklaffen von offizieller und erlebter Wirklichkeit ist erklärungsbedürftig. Bewohnen die befragten Juden eine fiktive „gefühlte Wirklichkeit“? Sind Opfer so häufig unfähig, ihre Angreifer einzuordnen, und wenn ja, irren sie sich immerzu nur in eine Richtung, sodass Linksextremisten und Muslime ihre Täterwahrnehmung dominieren, obwohl sie in Wirklichkeit kaum vorkommen? Das ist kaum plausibel. Wer im letzten Jahr die Berliner Al-Kuds-Demonstration besucht hat, wurde Zeuge von mehr antisemitischen Volksverhetzungen durch arabische und linksextreme Demonstranten, als in der gesamten deutschlandweiten PMK-Jahresstatistik auftauchen.

Die Erklärung liegt nicht in der Opferwahrnehmung, sondern im Ansatz der PMK-Statistik des Bundeskriminalamts (BKA). Sie verhindert von vornherein, dass ein adäquates Bild der Lage entsteht. Das Problem besteht a) in der Systematik und b) in der Erfassungspraxis.

a) Die Statistik sah bis 2016 nur vier Kategorien für antisemitische Taten vor: 1. PMK rechts, 2. PMK links, 3. PMK ausländische Ideologien, 4. PMK nicht zuzuordnen. Demnach lag der Anteil muslimischer antisemitischer Taten von vornherein bei null bzw. konnte allenfalls in der dritten Kategorie (deren Fallzahlen winzig waren) vermutet werden. Dazu erklärte das BKA: „Straftaten mit islamistischem Hintergrund werden der politisch motivierten Ausländerkriminalität zugerechnet.“13

Weil das offensichtlich wenig erhellend, ja sogar irreführend war, gibt es seit 2017 zusätzlich die Kategorie „PMK religiöse Ideologien“. Allerdings finden sich dort fast überhaupt keine Taten.14 Von den 1514 antisemitischen Taten 2017 entfallen 31 auf diese religiöse Kategorie (2 %), darunter eine einzige Gewalttat. Am Widerspruch zur Wahrnehmung der Betroffenen ändert sich nichts.

Früher verhinderte die Statistik also von vornherein, dass muslimischer Antisemitismus überhaupt erfasst wurde. Heute ist zwar eine Kategorie vorhanden, sie wird aber nicht angewandt, und das liegt an der Erfassungspraxis.

b) Eine weitere Besonderheit der PMK-Statistik besteht nämlich darin, dass sie sogar die Motivation von Tätern feststellen kann, die nie gefasst wurden. So wurden in Berlin 2014 nur 30 % der 192 antisemitischen Straftaten aufgeklärt, aber 98 % einer Tätergruppe zugeordnet, was sich der Laie als einigermaßen schwierig vorstellt.15Das BKA erklärte dazu auf Nachfrage: „Dem Phänomenbereich Rechts werden Straftaten zugeordnet, wenn in Würdigung der Umstände der Tat und/oder Einstellung des Täters Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sie nach verständiger Betrachtung einer ‚rechten‘ Orientierung zuzurechnen sind.“16 Das ist tautologisch und erklärt nichts. Praktisch steckt dahinter, dass jede Tat mit denkbarer Bezugnahme auf die NS-Zeit automatisch als „PMK rechts“ erfasst wird, egal von wem sie aus welchem Grund begangen wird. Sobald beispielsweise ein Hakenkreuz, Gas oder der Hitlergruß im Spiel sind, gilt die Tat als „PMK rechts“.

Ein typisches Beispiel für dieses Problem: Als 2014 beim Berliner Al-Kuds-Marsch 20 arabische Hisbollah-Anhänger „Sieg-Heil“ riefen, tauchte dies in der Statistik als „PMK rechts“ auf.17  Jede Bezugnahme auf den Holocaust oder NS-Symbole wird statistisch also als „rechtsextrem“ erfasst, obwohl solche Symbole häufig auch von muslimischen und linksextremen Tätern verwendet werden, da sie einen hohen Provokationswert und Einschüchterungseffekt haben. (Die auch in Deutschland aktive Hisbollah hat sich im Übrigen schon vor Jahren den Hitlergruß als ihren Gruß angeeignet.)18

Mehr noch: Antisemitische Taten werden in Zweifelsfällen stets einer rechtsextremen Motivation zugeschrieben, selbst wenn man gar keine weiteren Hinweise hat. Der Antisemitismus-Expertenkreis des Bundestags 2017 stellte fest: „Fremdenfeindliche und antisemitische Straftaten werden grundsätzlich immer dann dem Phänomenbereich PMK-Rechts zugeordnet, wenn keine weiteren Spezifika erkennbar sind (z. B. nur der Schriftzug ‚Juden raus‘).“19 Der Expertenbericht kommentiert das äußerst vorsichtig: „Damit entsteht möglicherweise ein nach rechts verzerrtes Bild über die Tatmotivation und den Täterkreis.“ Der Anteil muslimischer Täter an antisemitischen Straftaten wird in den Polizeistatistiken offenbar nicht richtig erfasst und damit unterbewertet, derweil der rechtsextreme erhöht wird.

Man kann nicht feststellen, ob dieser systematische Fehler, der zu groben Verzerrungen führt, intendiert oder unbeabsichtigt ist. Auffällig ist, dass er seit Jahren bekannt ist und nicht behoben wird. Die Ergebnisse sind aber politisch kaum unerwünscht – ob etwa Linke und Grüne auch dann die jährlichen Kleinen Anfragen stellten, wenn die amtliche Antwort den linksextremen Täteranteil adäquat reflektierte?

Der Expertenkreis kommt zu dem Schluss: „Man darf also die Zahlen der PMK-Statistik nicht als Abbild der Realität missverstehen.“20 Eine bemerkenswerte Aussage. Denn selbstverständlich tritt in der öffentlichen Wahrnehmung eine amtliche Statistik durchaus mit dem Anspruch auf, die „Realität adäquat abzubilden“, was sonst? Auch in der öffentlichen Debatte wird sie natürlich mit klarem Faktizitätsanspruch verwendet.

Wenn nun eine Regierungskommission feststellt, dass eine staatlich publizierte Statistik zu einem hoch brisanten Thema seit Jahren ein schiefes Bild zeichnet, liegt ein Problem vor. Wenn offizielle Statistiken die Realität nicht adäquat abbilden, das Problem bekannt ist, sie aber trotzdem weiter in gleicher Form erstellt werden, fördert dies das gesellschaftliche Misstrauen und nährt die Wahrnehmung, „die da oben lügen und verschweigen“, und das geschehe insbesondere bei Problemen im Zusammenhang mit Muslimen.21Hilfreich wäre es, wenn die PMK-Statistik verbessert oder zumindest mit einschränkenden Erläuterungen zu ihren methodischen Fehlern publiziert und vor allem auch entsprechend medial rezipiert würde.

Entlastungsfunktion der offiziellen PMK-Statistik

Es wäre aber ebenfalls ein Fehlschluss zu glauben, die in der Bielefelder Umfrage ermittelten 81 % muslimischen Täter seien ihrerseits das Gelbe vom statistischen Ei. Eine Umfragestatistik zu Straftaten hat ihre methodischen Grenzen.22 Die Bielefelder legen diese aber offen. Außerdem passt ihr Befund zumindest sehr viel besser zur Wirklichkeit, die aus dem Ausland bekannt und aus Medienberichten über konkrete antisemitische Vorfälle erkennbar ist. Sie passt auch besser zu dem, was man selbst im Alltag beobachten kann, ob im Gespräch mit Lehrern (nicht nur) in Brennpunktschulen oder bei pro-palästinensischen Demonstrationen.23

Es ist unstrittig, dass im rechtsextremen Milieu der alte europäische Judenhass integraler Identitätsbestandteil und hier ein großes Gewaltpotenzial vorhanden ist. Und es gibt zweifellos in der Mehrheitsgesellschaft bis in die großen Parteien hinein auch einen messbaren, oft israelbezogenen Antisemitismus, der nie ausgestorben ist (sich allerdings selten in Gewalt äußert). Der Angriff von Neonazis auf ein koscheres Restaurant in Chemnitz Ende August 2018 ist aber bislang ein eher untypisches antisemitisches Ereignis und ändert vorläufig nichts am statistischen Gesamtbefund.

Es bedeutet aber keine Verharmlosung dieses Sachverhalts, wenn man darauf hinweist, dass die jüngste Zunahme des Phänomens in direktem Zusammenhang mit der islamischen Präsenz steht und die von dieser Seite kommende Bedrohung für das Judentum momentan erheblich größer ist. Dies sagten in den vergangenen Jahren wiederholt die Führer der jüdischen Verbände in Frankreich, Deutschland und Britannien. Frankreichs Juden haben jahrzehntelang mit einem offen antisemitischen Front National gelebt (der allerdings keine Terroranschläge verübte) – aber jüdische Auswanderungswellen gibt es erst jetzt unter dem Druck, der parallel zum islamischen Bevölkerungsanteil wächst (52000 Juden, also 10 %, sind seit 2000 allein nach Israel ausgewandert). In Frankreich zeigen Untersuchungen obendrein, dass Judenhass inzwischen auch in der islamischen Community Bestandteil der normalen Identität wird. Die Soziologin Nacira Guénif-Souilamas erklärte kürzlich als Verteidigung (sic!) in einem französischen Gerichtsverfahren, „Du Jude“ sei eine alltägliche Beschimpfung in muslimischen Familien und daher kein Zeichen von Antisemitismus. Das Problem in Frankreich wie in Deutschland: Es gibt viel mehr Muslime als Neonazis, und Letztere haben auch keine sozial akzeptierte Lobby in Medien und Politik.

Die vorhandenen Statistiken haben also ihre methodischen Begrenzungen (was nicht heißt, dass sie alle gleich unzuverlässig sind). Problematisch ist aber, dass die PMK-Statistik viel weiter verbreitet ist als andere Statistiken und im politischen Meinungsstreit routinemäßig als unumstößliche Tatsachenbehauptung auftaucht, mit der man die Thematisierung des islamischen Antisemitismus im Keim zu ersticken oder gar in die „rechte Ecke“ zu rücken sucht.

Bemerkenswert ist dabei die Mitwirkung der Medien, obwohl die statistische Verzerrung ganz offensichtlich ist und deren Ursache ohne großen Aufwand herauszufinden wäre. Die Statistik widerspricht ja sogar dem Bild, das sich aus bekannt gewordenen Einzelfällen ergibt, über die ebendiese Medien berichtet haben. Doch seit Jahren bringen Zeitungen und Nachrichtensendungen im Frühjahr nach Veröffentlichung der PMK-Statistik Meldungen mit Überschriftvarianten des geradezu erleichterten Tenors: „Vornehmlich rechtsextreme Täter“ (afp/TAZ 5.3.2015), „Über 95 % antisemitischer Taten gehen auf das Konto von Rechtsextremen“ (Rheinische Post 29.1.2018) usw.24  In dieser Weise wird die PMK-Statistik zur Beschwichtigung benutzt und aus Sorge vor Islamophobie politisch instrumentalisiert. Sogar kurz nach den antisemitischen Morden von Paris durch muslimische Terroristen im Januar 2015 stritt die damalige Berliner Integrationssenatorin Dilek Kolat mit dem Hinweis auf diese Zahl die Erfahrung der Betroffenen in Deutschland beim Thema islamischer Antisemitismus schlicht ab.25

Viele Medien sahen lange Zeit keinen Anlass, das Zustandekommen der PMK-Zahl von 94 bis 95 % rechtextremen Tätern auch nur ansatzweise zu recherchieren.

Selbst der Bundestag setzte sich kürzlich über die Befunde seines eigenen Expertenkreises hinweg und konstatierte bei der Einrichtung der Stelle eines Bundesbeauftragten für jüdisches Leben und Antisemitismus: „Der größte Teil antisemitischer Delikte ist weiterhin rechtsextrem motiviert, antisemitische Einstellungen im Rechtsextremismus sind seit Jahrzehnten stark ausgeprägt.“ Erst im Nachsatz wird hinzuzugefügt: „[N]eu tritt durch Zuwanderung ein verstärkter Antisemitismus aus den Ländern Nordafrikas, dem Nahen und Mittleren Osten hinzu, in denen Antisemitismus und Israelfeindlichkeit einen besonderen Nährboden haben.“26 

Wie weit unbegründete Selbstgewissheit und absolutes Vertrauen auf eine zweifelhafte amtliche Statistik bei der Ausblendung der Realität zugunsten ideologischer Weltbilder führen können, soll abschließend eine Episode beleuchten.

Während einer Antisemitismus-Podiumsdiskussion am 5.2.2018 im Berliner „Theater Coupé“ kam bald der muslimische Antisemitismus zur Sprache. Als einziger Jude saß Yorai Feinberg, Israeli und Besitzer eines israelischen Restaurants, auf dem Podium. Er war 2017 durch ein YouTube-Video bekannt geworden, in dem er vor seinem Restaurant von einem (wahrscheinlich nicht-muslimischen) Heilpraktiker aus der Nachbarschaft minutenlang beschimpft und bedroht wurde. Feinberg schilderte differenziert seine alltäglichen Antisemitismuserfahrungen. Noch schlimmer als für ihn sei allerdings die Situation für seine muslimischen Angestellten, die zum Teil ihr privates Umfeld fürchten müssten, wenn herauskäme, wo sie arbeiten. Als Antwort auf Feinberg wurde sofort dezidiert auf die PMK-Statistik und die „95 % rechtsextremen Täter“ hingewiesen (für das Jahr 2016). Daraufhin Feinberg: „Ich lebe seit sieben Jahren in Deutschland und habe täglich mit antisemitischen Beschimpfungen zu tun. Ich bin sozusagen eine nicht-wissenschaftliche Ein-Mann-Studie. Nach meiner Erfahrung sind mindestens 80 % der für mich aufgrund von Aussehen, Akzent oder Aussageinhalt identifizierbaren Täter wahrscheinlich muslimischer Herkunft.“ Demnach wäre das Video, das ihn bekannt machte, zwar nicht die absolute Ausnahme, aber doch eher untypisch. Feinbergs Schätzung entspricht übrigens der oben zitierten Bielefelder Umfrage. Angesichts zustimmenden Murmelns aus dem Publikum ereiferte sich daraufhin auf dem Podium die Historikerin Juliane Wetzel (Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin), sekundiert von der Moderatorin Lea Rosh. Sie wies Feinbergs Erfahrungswerte zurück und beharrte vehement immer wieder auf der PMK-Statistik. Diese beweise doch wissenschaftlich, dass „95 % der antisemitischen Taten rechtsextrem motiviert“ seien. Ein beklemmender Moment, in dem die Wissenschaftlerin den durchweg differenziert und eloquent auftretenden Betroffenen für ahnungslos erklärte.

In der verbliebenen halben Stunde diskutierten dann die drei deutschen Expertinnen unter sich. Der einzige Jude, Betroffene und Nicht-Deutsche in der Runde wurde fortan ignoriert und kam erst zum Abschied aller Podiumsteilnehmer noch einmal für ein paar Sekunden zu Wort.
Anmerkungen

1 Polizeistatistiken abrufbar über http://www.bmi.bund.de/DE/themen/sicherheit/kriminalitaetsbekaempfung-und-gefahrenabwehr/politisch-motivierte-kriminalitaet/politisch-motivierte-kriminalitaet-node.html.
2 Nach dem Düsseldorfer Anschlag – die Täter wurden erst nach zwei Monaten gefasst – initiierte die rot-grüne Bundesregierung ein bis heute in verschiedenen Varianten immer weiter ausgebautes „Programm gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“.
3 So Aaron Eckstaedt, Direktor des Jüdischen Gymnasiums Friedenau im Interview (Jüdische Allgemeine, 6.4.2017, 1). Zur aktuellen Situation vgl. auch American Jewish Committee Berlin: Salafismus und Antisemitismus an Berliner Schulen. Erfahrungsberichte aus dem Schulalltag. Eine Studie im Auftrag des AJC Berlin, Berlin 2017. In Frankreich ist der erste Fall von Schülern, die vor dem Mobbing muslimischer Mitschüler auf eine andere Schule wechseln mussten, übrigens schon für 1998 dokumentiert. Chronologie antisemitischer Vorfälle in Berlin 2018: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/polizei/beschimpft–beleidigt–bespuckt-antisemitische-angriffe-in-berlin—eine-chronologie-30929660 (Abruf der angegebenen Internetseiten: 12.9.2018).
4 Vgl. Bruno Schrep: Der Krieg im Klassenzimmer, in: Der Spiegel vom 23.11.2015, 48ff.
5 European Agency for Fundamental Rights: Discrimination and hate crime against Jews in EU Member States: experiences and perceptions of antisemitism, Brussels 2013, http://fra.europa.eu/sites/default/files/fra-2013-discrimination-hate-crime-against-jews-eu-member-states_en.pdf.
6 Andreas Zick/Andreas Hövermann/Silke Jensen/Julia Bernstein: Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus in Deutschland. Ein Studienbericht für den Expertenrat Antisemitismus, Universität Bielefeld 2017, 25, https://uni-bielefeld.de/ikg/daten/JuPe_Bericht_April2017.pdf. Die Studie unterscheidet „Andeutungen“, „Beleidigungen/Belästigung“ und „Körperliche Angriffe“. In allen Bereichen liegen muslimische Täter weit vorn, gefolgt von Linksextremisten. Am deutlichsten ist der Abstand bei körperlichen Angriffen.
7 Stefan Laurin: Hass in Zahlen, in: Jüdische Allgemeine vom 15.2.2018, http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/30850.
8 Vgl. Unabhängiger Expertenkreis Antisemitismus, Bundestags-Drucksache 18/11970 (7.4.2017), 34.
9 JFDA: Grundsatzerklärung zur Bekämpfung des Antisemitismus (9.7.2018), https://jfda.de/blog/2018/07/09/grundsatzerklaerung (Kurzfassung); JFDA: Die freiheitliche Demokratie gegen Antisemitismus verteidigen! Fünf Punkte zu einer nachhaltigen Strategie, Berlin 2018 (lang), https://jfda.de/wp-content/uploads/2018/07/Eckpunkte-zur-Verteidigung-der-freiheitlichen-Demokratie-gegen-Antisemitismus_FIN.pdf (Langfassung).
10  Allerdings konterkariert sich die Erklärung gerade an diesem Punkt selbst. Denn aus Sorge vor Eindimensionalität begnügt sie sich nicht damit, den Antisemitismus zu thematisieren, sondern fordert gleich noch das Eintreten gegen „rassistische, kulturalistische, ethnozentrische, sozialchauvinistische, sexistische, homo- und transphobe oder muslimfeindliche Ressentiments“, um zuletzt auch noch die „LSBTIQ-Feindlichkeit“ anzusprechen. Diese Rundreise durch das zeitgenössische Betroffenheitsvokabular immer zahlreicherer „Opfer“gruppen ist genau die Art von rhetorischer Nebelkerze, die den Blick auf den neuen Antisemitismus verstellen muss.
11 „Antisemitismus unter Muslimen ernst nehmen“. Jüdische Organisationen fordern konsequente Maßnahmen gegen Judenhass, in: Jüdische Allgemeine Zeitung vom 9.7.2018, http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/32153.
12  Claudia van Laak: Grundsatzerklärung gegen Antisemitismus, DLF, Sendung: Deutschland heute, 9.7.2018 (https://srv.deutschlandradio.de).
13 E-Mail von Daniel Focke (BKA Bund) an den Vf. vom 12.5.2015.
14 Vgl. PKS Hasskriminalität 2017, http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2018/pmk-2017-hasskriminalitaet.pdf?__blob=publicationFile&v=3.
15 Vgl. Timo Kather: 192 Straftaten aus Judenhass, in: Der Tagesspiegel vom 6.3.2015, http://www.tagesspiegel.de/berlin/antisemitismus-in-berlin-192-straftaten-aus-judenhass/11470932.html.
16 E-Mail von Daniel Focke (BKA Bund) an den Vf. vom 12.5.2015.
17 Vgl. Ansgar Graw: Zahl der antisemitischen Delikte in Deutschland steigt, in: Die Welt vom 7.9.2017, http://www.welt.de/politik/deutschland/article168436745/Zahl-der-antisemitischen-Delikte-in-Deutschland-steigt.html.
18 Vgl. Richard Diesing: Heil Hisbollah!, in: Jüdische Rundschau vom 6.7.2015, http://juedischerundschau.de/heil-hisbollah-135910134.
19  Unabhängiger Expertenkreis Antisemitismus, Bundestags-Drucksache 18/11970 (7.4.2017), 34. Außerdem liefere die polizeiliche Statistik bedingt durch ihre Systematik „Werte, die das Ausmaß von Antisemitismus tendenziell verkleinern“, so die Landeskommission Berlin gegen Gewalt: Berliner Forum Gewaltprävention Nr. 52: Antisemitismus als Problem und Symbol, 31, https://depositonce.tu-berlin.de/bitstream/11303/4866/1/kohlstruck_et-al.pdf.
20 Unabhängiger Expertenkreis Antisemitismus, Bundestags-Drucksache 18/11970 (7.4.2017), 32.
21 Eine schiefe Statistik nährt gesellschaftliches Misstrauen. Das könnte auch dazu beitragen, was derzeit in Ostdeutschland zu beobachten ist, wo die Menschen – aus DDR-Erfahrung klug geworden – besonders sensibel reagieren, wenn für viele Menschen medial vermittelte und sichtbare Wirklichkeit dauerhaft auseinanderklaffen. Hierzu erhellend: Klaus-Rüdiger Mai: Alles beginnt mit Herkunft – weshalb Ostdeutschland sich zur Provokation entwickelt, in: Neue Zürcher Zeitung vom 3.9.2018, http://www.nzz.ch/feuilleton/alles-beginnt-mit-herkunft-weshalb-ostdeutschland-sich-zur-provokation-entwickelt-ld.1415437.
22 Auch die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) erhebt eine wiederum andersgeartete Statistik (aufgrund derer man allerdings die PKM-Statistik ebenfalls anzweifelt). Einen guten Kurzüberblick über die methodischen Ansätze und die dadurch bedingten begrenzten Aussagewerte aller dieser Statistiken gibt Andrej Reisin: Sind die Statistiken irreführend?, ARD 26.4.2018, https://faktenfinder.tagesschau.de/hintergrund/antisemitismus-147.html.
23 Als ich nach der Grenzöffnung 2015 eine Zeitlang bei der Bewältigung der vielen Flüchtlinge aushalf, brachte ich regelmäßig das Gespräch nach einigen Tagen des Kennenlernens auf Juden. Ausnahmslos alle muslimischen Gesprächspartner, ob aus der Levante, Eritrea oder dem Maghreb, hatten a) in der Schule erstaunlich viel über Juden gelernt (selbst in Ländern, wo alle Juden schon nach 1948 vertrieben worden waren) und b) eine Meinung dazu. Keiner hatte irgendwelche Gewaltfantasien, aber das Freundlichste und Neutralste, was ich hörte, war: „Juden sind oft reich und haben viel Macht. Sie arbeiten eben hart.“ Man kann im Alltag den islamischen Antisemitismus recht leicht entdecken, man darf nur nicht um des lieben Friedens und der guten Beziehung willen heikle Themen aussparen.
24 Vgl. http://www.taz.de/!5017858; https://rp-online.de/nrw/panorama/antisemitismus-in-nrw-polizei-zaehlt-weniger-judenfeindliche-straftaten-in-nordrhein-westfalen_aid-17115899.
25 Vgl.: Integrations-Senatorin sieht keine „Problemviertel“ in Berlin, in: Der Spiegel vom 1.3.2015,
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/antisemitismus-juden-kippa-kolat-widerspricht-schuster-a-1021165.html.
26 Deutscher Bundestag, Drucksache 19/444, 18.1.2018, 2, http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/004/1900444.pdf. Auffällig ist in der Formulierung auch: Anscheinend spielt der Antisemitismus der schon lange hier lebenden Muslime keine nennenswerte Rolle, sondern nur derjenige der jüngst Eingewanderten aus dem arabischen Raum. Vgl. Marc Felix Serrao: Deutschlands neuer Antisemitismusbeauftragter wird wenig an den Problemen ändern können, in: Neue Zürcher Zeitung vom 18.1.2018.

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Das Wort ward Fleisch

„Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit.“

Das Christentum ist weniger eine Schrift-Religion – das BUCH stand nie als Ganzes im Mittelpunkt, wie zum Beispiel im Islam – , sondern das Christentum ist Inkarnations-Religion. Die Bewegung ist eine andere.

Das nimmt auch die erste von sechs Thesen der Barmer Theologischen Erklärung sehr elegant auf: „Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.“

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Todesurteil

Wir wissen weder Tag noch Stunde, zu der wir abberufen werden aus diesem zeitlichen  Leben. Na ja, manche können das mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit schon sehr eng eingrenzen: bei Hinrichtungen oder Suiziden. Die anderen bewegen sich eher unklug durch die Tage; das Bedenken der eigenen Sterblichkeit zählt nicht gerade zu unseren beliebtesten Alltäglichkeiten. Ist triste. Doch das Ende kommt gewiss. Es sollte eine der vornehmsten Aufgaben sein, dies sich zu vergegenwärtigen. Sich wissentlich des Todes zu vergegenwärtigen.

Man sagt, diese oder jene Krankheit sei ein Todesurteil. Und ja, manch einer fängt erst an, wieder aufzuleben unter solch starkem Eindruck. Doch wir wissen auch dann weder Tag noch Stunde, hoffen, dass er noch etwas verzieht, der Tod. Es wäre doch noch so viel unerledigt, ungelebt, ungeliebt, bis das Todesurteil vollstreckt wird.

Wann wird die Todesurkunde eigentlich ausgefüllt?
Jede Geburtsurkunde ist auch eine Todesurkunde, denn zu sterben setzt notwendig leben voraus. „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…“ Wie sie aufleben! Erleben! Gedeihen! Sich qualifizieren!
Die Frage ist weniger, wann das Urteil vollstreckt wird, sondern vor allem welche Qualität wir unserem Leben in der Zwischenzeit zu geben bereit waren.

1. Abend ward, bald kommt die Nacht, 
schlafen geht die Welt; 
denn sie weiß, es ist die Wacht 
über ihr bestellt. 

2. Einer wacht und trägt allein 
ihre Müh und Plag, 
der lässt keinen einsam sein, 
weder Nacht noch Tag. 

3. Jesu Christ, mein Hort und Halt, 
dein gedenk ich nun, 
tu mit Bitten dir Gewalt: 
Bleib bei meinem Ruh’n. 

4. Wenn dein Aug ob meinem wacht, 
wenn dein Trost mir frommt, 
weiß ich, daß auf gute Nacht 
guter Morgen kommt.

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„Er hätte nie gewollt, dass…“

Stimmt das wirklich, dass der Tod einen Menschen unabänderbar auf etwas festlegt? Oder ist es die Nachwelt, die nach seinem Ableben ihre Interpretationen verewigen möchte? Mit ihren Narrativen Geschichte schreiben?

Wenn leben heißt, sich regen, wenn Leben Veränderung, kurz: metanoia ist, dann ist Buße Befreiung aus festlegenden Zwängen, aus Korsetten und Schubladen.

Auch auf die Gefahr hin, den eigenen Bekanntenkreis zu verunsichern oder sich gar selbst eine zeitlang nicht ausstehen zu können: Es gibt einen, der dich liebt. Das ist die Kraft der Buße. Der hätte nie gewollt, dass… du erstarrst. „Christus ist mein Leben und sterben mein Gewinn“. Tagtäglich.

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Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch der Mutter.

„Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?“ fragt der eine Zwilling.

„Ja, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden groß und stark für das was draußen an der frischen Luft kommen wird.“ antwortet der andere Zwilling.

„Ich glaube, das hast du eben erfunden!“ sagt der erste. „Es kann kein Leben nach der Geburt geben – und wie soll den ‚frische Luft‘ bitte schön aussehen?“

„So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller sein als hier. Und vielleicht werden wir mit den Beinen herumlaufen können und mit dem Mund tolle Sachen essen?“

„So einen Schwachsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns nährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist doch die Nabelschnur viel zu kurz.“

„Doch, das geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders sein.“

„Du träumst wohl! Es ist doch noch nie einer zurückgekommen von ’nach der Geburt‘. Mit der Geburt ist das Leben einfach zu Ende! Punktum!“

„Ich gebe ja zu, dass keiner genau weiß, wie das Leben ’nach der Geburt‘ aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und sie wird sicher für uns sorgen.“

„Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo soll denn die nun sein, bitteschön?“

„Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!“

„So ein Blödsinn! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht! Schluss damit!“

„Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie leise singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt ganz sanft und liebevoll streichelt …“

Henry Nouwen

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Das Sterben hat verschiedene Dimensionen

– Da ist zum einen die Frage, wie man stirbt. Wir wünschen uns ein gnädiges, wenig leidvolles, sanftes Dahin- oder Hinüber- oder Fortgleiten.
– Zum anderen ist äußerst spannend, was in den allerletzten Sekunden des Ablebens mit einem geschieht. Eine völlig neue Konfrontation, Herausforderung und mithin Erfahrung.
– Die dritte Dimension ist die des Todes selbst: Welche Realität ist damit verbunden? Wir wissen es nicht.

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GRUNDIRRTUM

Ich bin mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Ich weide mich auf einer grünen Aue
und führe mich zum frischen Wasser.
Ich erquicke meine Seele.
Ich führe mich auf rechter Straße um meines Names willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal
fürchte ich kein Unglück; denn ich bin bei mir,
mein Stecken und Stab trösten mich.
Ich bereite vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Ich salbe mein Haupt mit Öl und schenke mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang
und ich werde bleiben in meinem Hause immerdar.

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ABSCHIED

Und du liegst im Krankenhaus – Dreibettzimmer:
Erwartungsgemäß öffnet sich eines Vormittags die Tür und herein kommt die Weiße Wolke: Chefarztvisite. Alle, die du selten zu Gesicht bekommst stellen sich in respektvoller Entfernung um dein Bett. Und der Chefarzt spricht – und alle nehmen begierig seine goldnen Worte auf – : „Nun, mein Lieber, jetzt wäre eigentlich der rechte Zeitpunkt, sich darüber Gedanken zu machen, was man gerne noch erleben möchte.“

Du denkst bei dir selbst:
Was ich gern noch alles erleben möchte?
Was ist das denn für ein Unsinn?!
Wie es um mich steht, weiß ich am allerbesten selbst.
Ich habe alles erlebt, was ich erleben wollte.
Da ist nichts mehr offen.

Und du denkst weiter:
Wenn meine Zeit nun kommt und meine Frist nicht mehr zu verlängern ist: Dann werde ich mich doch nicht mehr mit Dingen beschäftigen, die in der Vergangenheit liegen und nach mir greifen wollen! Da will ich doch offen sein für die Gegenwart und alle Zukunft!

Du lächelst den Chefarzt an:
„Meine Erfahrungen, meine Erlebnisse haben mich geprägt; ich werde sie überall hin mitnehmen. Aber sie sollen mich nicht binden, sie sollen nicht bestimmen, was ich heute tue und morgen will! Ich habe meine Vergangenheit deshalb auf inaktiv gestellt.
Ich bin frei für neues Leben. Ich, der ich bin, lebe neues Leben.

Heute schauen wir durch einen Spiegel in einem trüben Glas; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Ich werde erkennen, wie ich erkannt bin.

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Für Berlinerinnen und Berliner – und nicht nur für diese

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„Aus Freude am Glauben“ präsentieren Christen beim 5. Berliner Fest der Kirchen am 08. September 2018 ihre bunte Vielfalt und stellen ihr religiöses, soziales und kulturelles Engagement vor.
Grußwort des Senators für Kultur und Europa, Klaus Lederer

Auch 2018 findet das Fest wieder auf dem Alexanderplatz statt.

Bühnenprogramm

ab 12 Uhr internationales Street Food, Markt der Möglichkeiten, buntes Bühnenprogramm, Aktionen und Angebote für Kinder

18 Uhr ökumenischer Gottesdienst mit den Bischöfen und leitenden Vertretern der Kirchen

20 Uhr Open-Air-Konzert mit Hillsong Berlin

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Autobahnkirche Zeestow

slider_RuFH_mit_Kirche-1600x600Die Dorfkirche Zeestow wurde vierzig Jahre nicht mehr von der Gemeinde genutzt. Seit Juni 2014 steht sie nun nach aufwändiger Renovierung wieder allen Interessierten täglich von 08 bis 18 Uhr offen. Als Ausflugsziel, Kunsterlebnis und Tankstelle für die Seele.
http://www.autobahnkirche-zeestow.de

Als Dauerausstellung beherbergt das Kirchgebäude Gemälde von Prof. Volker Stelzmann. Er hat diese Bilder „die Berufenen“ genannt. 
http://autobahnkirche-zeestow.de/gemaelde/

Zur Kirche gehört ein Rüst- oder Freizeitheim, „Bei den Aposteln“.
Es bietet ein modernes Interieur und ein unkompliziertes Gelände für selbstorganisiertes Freizeitprogramm. Wir Biker haben es schon wiederholt genutzt und fühlen uns dort heimisch. Aber das liegt am Geist der Apostel.
http://www.apostel-zeestow.de

Allein schon die liebevoll gestaltete Webseite ist eine Tankstelle für die Seele und lädt zum Verweilen und zur Freizeitgestaltung ein. Einfach mal vorbeischauen. Nicht nur virtuell.
Autobahnkirche Zeestow – ein Ort auf der Landkarte.
Anfahrt über A10 Westlicher Berliner Ring | Abfahrt 27 – Zeestow | https://goo.gl/maps/ZkHLa

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Vorsorge

Nicht so sicher, ob, wenn jemand gleich sagt: „Dein Wille geschehe“, er nicht eigentlich meint: Mein Wille.
Weshalb Jesus vorsorglich empfiehlt mitzubeten: wie im Himmel, so auf Erden.

Es ist der HERR; er tue, was ihm wohlgefällt.
(1.Samuel 3,18)

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Ach ja, die 10 Gebote sind universell

Es wird beim Lesen alttestamentlicher Texte oft ignoriert, für wen sie eigentlich geschrieben sind. Aus Worten an das Volk Israel werden dann – ganz unbekümmert – Aussagen an alle Welt. Vor allem, wo es sich um den Einsatz für Arme, Elende, etc., pp… handelt. Die Gerichtsansagen, also da nimmt man es denn schon etwas genauer, die stammen entweder aus archaischen Zeiten, oder von einem israelischen Rachegott.

Also entweder ihr lasst die Texte des sog. Alten Testaments den Juden, und dann eben alle Texte, und schert euch nicht weiter drum, denn sie gelten ja nicht euch, oder ihr lasst sie euch gesagt sein. Dann aber alle Texte. Und ihr müsst begründen, warum sie euch gelten.

Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden; und die nach dem HERRN fragen, werden ihn preisen.
(Psalm 22,27)

Jesus spricht: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.
(Johannes 6,35)

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gehört zusammen

Einen Fremden sollst du nicht quälen. Denn ihr wisst, wie dem Fremden zumute ist, seid ihr doch selbst Fremde gewesen im Land Ägypten.
(2.Mose 23,9)


Tritt ein zu dieser Schwelle! Willkommen hierzuland!
Leg ab den Mantel, stelle den Stab an diese Wand!

Sitz obenan zu Tische! Die Ehre ziemt dem Gast.
Was ich vermag, erfrische dich nach des Tages Last!

Wenn ungerechte Rache dich aus der Heimat trieb,
nimm unter meinem Dache als teurer Freund vorlieb!

Nur eins ist, was ich bitte: Lass du mir ungeschwächt 
der Väter fromme Sitte, des Hauses heilig Recht!
(Ludwig Uhland)

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Wenn Recht zu Unrecht wird…

Wo Recht zu Unrecht wird…
Der Begriff SELBSTJUSTIZ legt nahe, dass es sich bei Getreibjagten um Beschuldigte handelt, um welche sich eigentlich die Polizei zu kümmern hätte. In Wahrheit sind es unbescholtene Passanten, die dem Hass zum Opfer fallen.

Wer etwas ändern möchte, darf friedlich demonstrieren und von seinem Wahlrecht Gebrauch machen. Selbstjustiz ist nicht vorgesehen, also Unrecht.

…da wird Widerstand zur Pflicht.
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SERMONELLE 28.7.2018

„Ich liebe dich“, sagte sie mit leiser und eindringlicher Stimme, und sofort war ich mit jeder Faser meines Körpers erfasst, wohlig erregt und durchdrungen, von einem Moment auf den nächsten in einen anderen seelischen Aggregatzustand versetzt. Verweile doch, du bist so schön!

Als sie die Diagnose Krebs erfuhr, drang es ihr durch Mark und Bein. Wie ins Herz gestochen brach sie zusammen. Nichts würde mehr so sein, wie es eben zuvor noch gewesen. Am liebsten wollte sie es nicht wahrhaben. Das kann ja gar nicht sein!

Die Macht der Worte hat jeder schon einmal am eigenen Körper erfahren; und sich über die Ohnmacht der eigenen Worte geärgert, die sooft das Gegenüber NICHT mit einer solch durchschlagenden Wucht trafen, wie beabsichtigt. Manch einer sieht sich gar mit einer Strafanzeige konfrontiert, weil seine Worte beim anderen wohl nicht so gut ankamen.
So kann es einem ergehen. So ist das mit den Worten.
Es kommt eben doch darauf an, wer was sagt: WER was sagt und WAS er oder sie sagt.

Das rechte Wort zur rechten Zeit in Vollendung, in untrennbarer Einheit, erst- und letztgültig, es ist das fleischgewordene Wort Gottes, welches wir Jesus, den Christus genannt haben und der Welt in einzigartiger Weise bezeugen sollen.

Ich will wachen über meinem Wort, dass ich’s tue.
(Jeremia 1,12)

Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch.
(Hebräer 4,12)

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Update zum Thema „Blankenburger Süden“

Screenshot 2018-07-27 at 11.05.39 - Edited

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Was ist das?

Keine SERMONELLE heute

https://plus.google.com/u/0/+BerndPfarrerSchade/posts/afrfuxo9ABh
(Die Bilder sind mit google.maps generiert)

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SERMONELLE 24.7.2018

So, wie Mikro- und Makrokosmos Parallelen aufweisen – in der Wahrnehmung sind uns beide unüberschaubar – so verhält es sich auch mit drinnen und draußen: das darin Wesentliche – Gott – ist unübersehbar. Deswegen erscheint der Appell zur Umkehr noch lange nicht notwendig als moralischer Imperativ, bloß weil er von Gott ist.

Man geht gern mal mutwillig in die Irre, das zählt zu den menschlichen Freiheiten. Öfter jedoch geht man in die Irre aus Neugierde, aus Forscherdrang und dem Wunsch nach Horizonterweiterung und Veränderung.
Sich ausprobieren. Trial and Error. Kindlichkeit.

„Komm nach Hause, es ist schon spät!“
(Denn es will Abend werden.)
„Öffne die Tür, denn dein Schicksal steht herfür!“
(Gott ward dir Mensch.)

Der Umkehrruf erinnert dich an deine Herkunft, deinen Ursprung in Gott.
Der Umkehrruf hält dich aktiv, denn das Leben kehrt bei dir ein.

Kehrt um zum HERRN, von welchem ihr so sehr abgewichen seid!
(Jesaja 31,6)

Gebt Acht, ich stehe vor der Tür und klopfe an!
(Offenbarung 3,20)

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SERMONELLE 22.7.2018

Militärische Stärke und Dominanz lässt die Bewohner eines Landes ruhig schlafen. Befürworter wie Rüstungsgegner. „Wer uns angreift, muss mit schmerzhaften Reaktionen rechnen.“ Rüstungsgüter sind von je her ein glänzendes Geschäft, mehret den Wohlstand, stärkt die Wirtschaft, betäubt pazifistische Gewissen, also jene, die es für ihre Stärke halten, sich gerade nicht auf Waffen verlassen zu wollen. Sondern? Worauf?

Mir scheint, ein aufrechter Pazifismus wurzelt allein im Gottvertrauen. Denn je radikaler, desto widersprüchlicher ist er; und am Ende führt ein konsequenter Pazifismus in eine Aporie, in eine Lage, in welcher das unbedingte Vertrauen die einzige Option ist, dass alles zum Guten gewendet werden möge.

„Am Ende“, sage ich, also in der Situation, in der es darauf ankommt, in welcher jedwede Gesinnung sich bewähren muss – nicht auf facebook oder twitter (da vielleicht auch, wer weiß das schon so genau zu beurteilen…)
Gottvertrauen ist die Gesinnung der Endzeiten.
Gottvertrauen ist Zeichen von Schwäche, von Kapitulation vor den weltlichen Kräften und als deren Versagen. Gottvertrauen ist die Kraft, die bleibt.
Gottvertrauen hat seine Ur-Sache in Gott.
Gottvertrauen ist Gnade.
Nichts weiter.

Jene verlassen sich auf Wagen und Rosse; wir aber denken an den Namen des HERRN, unsres Gottes.
(Psalm 20,8)

So sei nun stark durch die Gnade in Christus Jesus.
(2.Timotheus 2,1)

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SERMONELLE 21.7.2018

Die „lebendige Seele“ ist nach biblischem Zeugnis eine „bedürftige Kehle“.
Dei kann manchmal quietschlebendig sein, oder schmachtend (was ja auch zu Leben dazu gehört). Wenn man betrachtet, wie angewiesen neugeborene und aufwachsende Menschlein doch im Vergleich zu anderen Arten von Tieren sind, wird das augenfällig.
Wenn man auf das Altern der Menschen schaut, also in Pflegeeinrichtungen, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das Alter in gewisser Weise Ähnlichkeiten aufweist zu den ersten Lebensjahren. Und wenn wir ehrlich sind: vollständige Unabhängigkeit oder Souveränität erlangen wir im gesamten Lebenszyklus nicht.
Das Angewiesensein prägt unser Dasein. Folglich macht gutes Zusammenwirken den Erfolg des Menschen aus.

Den relativen Erfolg, so müssen wir betonen, gemessen an dem, was Phantasie und Vision noch alles möglich erscheinen lassen; gemessen daran, dass das Ganze im Großen wie im Kleinen von den Humanoiden nur ansatzweise erschlossen ist.

Wir sind nicht geschaffen, im Ansatz schon stecken zu bleiben. Und auf viele menschliche Errungenschaften sind wir ja mit Recht stolz. Gibt es eigentlich ein Kriterium zur Beurteilung unserer Werke? Auch darin sind und bleiben wir Angewiesene. Kinder zeigen Eltern und Lehrern, was sie gebaut, gemalt, gedichtet, geschaffen haben. Und Erwachsene kommunizieren ihr Denken und Handeln mit anderen; zur Vergewisserung oder zur Begutachtung.

Das Angewiesensein bietet uns unseren Bezugsrahmen: Einerseits wollen wir es überwinden, wollen frei sein. Andererseits kommen wir allein nicht weiter.
Das Angewiesensein ist ein Symbol für Gott, für unseren Bezugsrahmen. Einerseits wollen wir frei sein, andererseits …
Andererseits nehmen wir am Ende Halt, Hilfe und Geborgenheit dankbar an.
Und zwischendrin die Erfahrung, von Anbeginn an – in Christus konfiguriert – bis zum unbekannten Ende auf dem richtigen Weg zu sein. In seinen Spuren wandeln wir.

Gott der HERR machte den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.
(1.Mose 2,7)

Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.
(Epheser 2,10)

 

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SERMONELLE 19.7.2018

„Kein Ding ist hier noch dort,
das schöner ist als ich,
weil Gott, die Schönheit selbst,
sich hat verliebt in mich.“

Angelus Silesius (lat. für Schlesischer Engel oder Bote, eigentlich Johannes Scheffler; getauft † 9. Juli 1677 in Breslau) war ein deutscher Dichter, Priester, Arzt und Politiker. Er trat vom Protestantismus zum Katholizismus über, weil ihm die mystischen Aspekte des Christentums bei Luther gefehlt hatten. Nach seiner Konversion stellte er sich mit großer Konsequenz in den Dienst der Gegenreformation Schlesiens, die er mit insgesamt 55 sehr scharf und polemisch formulierten Streitschriften gegen die Protestanten unterstützte. Schon seine erste große Streitschrift (Türkenschrift, 1663) brachte ihm eine Anklage als Friedensstörer ein. Martin Luther nannte er einen Luzifer, der statt himmlischen Lichts nur höllische Finsternis gebracht habe; die Türkengefahr als Bedrohung des christlichen Abendlandes interpretierte er als göttliche Strafe für die lutherische Ketzerei.

Ein Mann der scharfen Zunge mit ungebrochenem Selbstbewusstsein, einem Albert Schweitzer nicht unähnlich. Im Alter widmete er sich ganz als Arzt den Armen unter den Kranken, behandelte Mittellose zum Teil unentgeltlich – so wie jeder von uns es gewiss doch auch machen würde – und verschenkte nach und nach sein ganzes Vermögen an arme Menschen.
Ein Mann der scharfen Zunge, der nur deswegen nicht nach Facebook gehört, weil er zugleich ein Mann der kraftvollen Taten war.

„Gott“, so dichtete er, „weil er groß ist
gibt am liebsten große Gaben.
Ach, dass wir Armen
nur so kleine Herzen haben!“

In deiner Hand, HERR, steht es, jedermann groß und stark zu machen.
(1.Chronik 29,12)

Es kam unter den Jüngern der Gedanke auf, wer von ihnen der Größte wäre.
Da aber Jesus den Gedanken ihres Herzens erkannte, nahm er ein Kind und stellte es neben sich. 

(Lukas 9,46-47)

 

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SERMONELLE 18.7.2018

Am Zustand der Erde können wir ablesen, wie sehr unsere Sehnsucht nach Leben, nach Zion, erfüllt ist.

Der Ort, wo Leben gegeben wurde, trägt den Namen PARADIES.
Wobei mir unzweifelhaft ist, wer es gab: Gott, der Allmächtige. Und er gab ein Vermächtnis, einen Auftrag: zum Pflegen und Bewahren.
Auch jenseits von Eden bleibt der Auftrag zum Pflegen und Bewahren des Anvertrauten bestehen; nur ist der Horizont erweitert, und zwar im gleichen Maße, wie unser Vermögen der Erkenntnis von gut und böse reicher wurde. Als Bereicherung haben wir empfunden, wie zur Verantwortung für das Große auch die für die inneren Werte hinzukam. Mikro- und Makrokosmos spiegeln einander.
Und darüber vergaßen wir zu oft, dass dem Großen, fast unüberschaubaren dieselbe Aufmerksamkeit zukommt wie der Welt der Befindlichkeiten. Doch dafür sind wir doch Viele – die Vielen -, um gemeinsam schwere Aufgaben zu Schultern. Oder?

„Macht euch die Erde untertan“, lautete die göttliche Ermutigung an seine wissenden Geschöpflein. Nur ein unbelehrbarer Untertan kann diese Ermutigung missdeuten.
Wie der kleine Prinz vom Fuchs belehrt wurde, er sei zeitlebens verantwortlich für das, was er sich vertraut gemacht hat, so sind wir alle, Prinzen und Prinzessinnen für den Zustand des Globus verantwortlich, soweit wir ihn begreifen und soweit wir ihn uns anvertraut haben.

Gott, der Allmächtige, steht für die freien Gestaltungsräume. Denn das „Vorbild Paradies“ taugt heute weniger denn je. Gott setzt in uns und uns gegenüber einen Sehnsuchtsort und gibt ihm einen Namen: ZION.
Das willst du nicht wahrhaben?
Dann lies mal Zeitung!

Am Zustand der Erde nun können wir ablesen, wie sehr unsere Sehnsucht nach Leben, nach Zion, erfüllt ist. Bewahrt die Schöpfung!

Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HERR, denn ich bin euer Herr! Und ich will euch holen und will euch bringen nach Zion.
(Jeremia 3,14)

Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
(Johannes 6,37)

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SERMONELLE 15.7.2018

Eine sehr schöne Verstehbarmachung: Das Teuflische erscheint als Auswirkung, also so, wie es erlebt wird. Nicht als persönlich gedachte metaphysische Instanz. So entgeht man der Gefahr, vor der Übermacht zerstörerischer Kräfte zu kapitulieren und ihnen religiöse Relevanz zu geben. Nicht die Vertröstung auf ein besseres Jenseits ist das eigentliche Problem, sondern das Verschieben diesseitiger Bedrohungen in die Ewigkeit.
(Beides ist seelsorgerlich schon gnädig nachvollziehbar, für den, dem keine andere Bewegungsmöglichkeit mehr bleibt.)

Wenn wir von Tyrannei sprechen, dann auch von denen, die sie verursachen, von überlagernden Interessen. Wenn wir von Tyrannei sprechen, dann auch von der Hoffnung auf ihre Überwindung. Und das geschieht im Diesseits: dazu ist erschienen der Sohn Gottes!

Tyrannen entlehnen ihre Argumente, die sie zur Begründung ihrer sehr weltlichen Interessen einsetzen, oft, allzu oft religiöser Sprache. Sie beschwören übergeordnete Interessen. Sie missbrauchen, was Menschen heilig ist und was sie glauben und hoffen. Freies, gottgefälliges Tanzen und Singen ist jedweder Theokratie ein Dorn im Auge und ein Abszess im Ohr: jüngst lernte man das im Iran. Es stört die faschistischen Gleichgesänge, die sie den Kehlen der Totgeweihten auf ihren letzten Märschen noch abringen. Tyrannen gebrauchen den Gott, um sich aus der Verantwortung zu stehlen.
Sie entmenschlichen ihn quasi und verleihen ihm tyrannenhafte Züge.
Ein Gott, der keinen Sohn hat, ist ein Tyrann.

HERR, du dämpfst der Tyrannen Siegesgesang.
(Jesaja 25,5)

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.
(1.Johannes 3,8)

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SERMONELLE 11.7.2018

Empfehlen würde ich ja eine antiempörialistische Haltung angesichts der zunehmenden Verhärtung innerhalb des öffentlichen Diskurses, angesichts von Polarisierung, gegenseitigem Hochschaukeln und mithin gegenseitiger Bestätigung. Aber Antiempörialismus wäre Teil des Problems einer Gesellschaft unreiner Lippen. Nicht die Lösung.

Die ist aus Gottes reinem Munde zu erwarten: Nächstenliebe, die niemanden ausschließt, wie Sünder oder Zöllner oder Fremde. Feindesliebe gar, denn die eigene Gruppe zu lieben tun auch die Heiden. Liebe zu den Geschwistern, denn da krachts am häufigsten.

Seelenenthärtung ist die Frucht der Selbsterkenntnis, Empathie der Weg zum Anderen. Liebe – ach: der Königsweg, der göttliche Ratschluss für alles. Liebe übt man, übt man (nie) aus. Ohne sie stößt das Wort der Wahrheit allseits auf taube Ohren.

Jesaja sprach: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen.
(Jesaja 6,5)

Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten.
(Epheser 4,25)

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SERMONELLE 10.7.2018

Na das ist doch mal ne Tageslosung mit Lehrtext, die man ganz ohne Worte dem verant-Wort-ungsbewussten Leser anvertrauen darf.

Ich weiß, ich weiß, es kann alles auch wieder zerredet werden. Deshalb sach ick etz nix

Freigebige werden immer reicher, der Geizhals spart sich arm.
(Sprüche 11,24)

Gastfrei zu sein vergesst nicht.
(Hebräer 13,2)

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SERMONELLE 4.7.2018

Vielleicht lässt sich das Wort Lob in Bezug auf Gott am ehesten als Würdigung verstehen. Dann steht es nicht in Gefahr eines psychologischen Missverständnisses. Gott bedarf des Lobes nicht, um sich etwa besser zu fühlen, mehr anzustrengen, uns besonders zu bedenken. Und im gleichen Maße gilt dann auch der Umkehrschluss: Wir haben keinen Zugriff, keinen Ansatz, keine Einwirkungsmöglichkeit auf Gottes Handeln. Wir können Gott nicht manipulieren, indem wir seine Taten überschwänglich lobpreisen.

Wozu dann das Gotteslob?
Weil es ein Positivum darstellt, eine Position und keine Negation. Das allein schon ist ein hohes Gut in einer Welt, die mit negativen Schlagzeilen mehr Geld „verdient“ als mit Berichterstattungen über positive Beispiele; einer Welt der Populisten jedweder politischen Richtung; einer digital vernetzten Welt enthemmter allseitiger Hetze.

Und ein zweites kommt noch hinzu:
Wer lobt, zeigt sich erkenntlich, mithin erkennbar.
Wer gemeinsam lobt, konstituiert sich als Gruppe, die positiv wirken möchte und positiv wirkt. So divers die Erfahrungen mit Gott auch immer sein mögen, so eindeutig manifestiert sich der Lebendige im ausdrücklichen gemeinsamen Gotteslob. Nicht loben sie Gott, weil sie seine Jünger sind; sondern sie werden dadurch erst zu seinen Jüngern.

Erkennt, dass Gott ist unser Herr,
der uns erschaffen ihm zur Ehr,
und nicht wir selbst: durch Gottes Gnad
ein jeder Mensch sein Leben hat.

Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!
(Psalm 103,1)

Die ganze Menge der Jünger fing an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten.
(Lukas 19,37)

 

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SERMONELLE 3.7.2018

Wer Einsicht in Krankenakten hat, erhält einen Bericht über die medizinische Einschätzung eines Patienten, einen sog. Arztbericht von höchster pragmatischer Sachlichkeit. Dem kundigen Leser erschließt sich das Fachchinesisch, allen anderen nur schwer. Der dazugehörige Bericht des betroffenen kranken Menschen erschließt sich gut ohne dezidierte Fachkenntnis und es tut ihm unendlich gut, von seinem Widerfahrnis künden zu dürfen in dem Wissen, ein Ohr gefunden zu haben. Heilend ist – abgesehen vom immer erfolgreicheren Bemühen der Ärzte – allein schon die Qualität des Zuhörens. Heilend auch das Aussprechenkönnen, das sich-aussprechen-können des Leidenden.

Davon profitieren die Zuhörenden gleichermaßen, lässt sich doch aus dem Erzählten, der Lebensgeschichte entnehmen, wie es zur Erkrankung kommen und was zu ihrer Linderung beitragen konnte. Erzählungen von Erkrankten sind Bericht, Verkündung,  Deutung, Weissagung, also: NARRATIVE.

Ähnliches finden wir auch in anderen sozialen Zusammenhängen, in der Justiz bei der Urteilsverkündung, nachdem alle anderen Narrative angehört wurden, nach absolvierten Prüfungen oder Bewährungsproben, dramatischen Ereignissen, etc.
Wir erzählen uns davon. Zum Nutzen anderer.

So ist das auch mit der Religion.
Kirchengemeinden sind in unserer deutschen Wirklichkeit die wohl einzigen Orte, an denen noch gesungen wird. (Früher sang man auch zu Hause.) Die alten Liedertexte werden im Vollzug gemeinsamen Gesanges aktualisiert und gewinnen auf wunderbare Art weissagenden Charakter.

Ich singe dir mit Herz und Mund,
Herr, meines Herzens Lust,
ich sing und mach auf Erden kund,
was mit von dir bewusst…

Du füllst des Lebens Mangel aus 
mit dem, was ewig steht 
und führst uns in des Himmels Haus,
wenn uns die Erd entgeht.

Wie soll ich dem HERRN vergelten all seine Wohltat, die er an mir tut?
(Psalm 116,12)

Jesus sprach zu dem Geheilten: Geh hin in dein Haus zu den Deinen und verkünde ihnen, welch große Dinge der Herr an dir getan und wie er sich deiner erbarmt hat.
(Markus 5,19)

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SERMONELLE 2.7.2018

Atemlos durch die Nacht mag ja gelegentlich ganz schön sein – Eu-stress – aber auf Dauer gestellt tut eine solche Lebensweise weder der Seele noch dem Körper gut. Wir sind nicht als Party-Menschen geschaffen.

Andere können nachts nicht atmen, weil ihnen ein Alb auf die Brust drückt. Oder eine Lungenerkrankung. Jeder ernsthaft erkrankte Mensch zieht Kreise der Besorgnis, des Mitgefühls und der Trauer, jeder ernsthaft erkrankte Mensch kostet das soziale System viel Geld. Darum sollte Gesundheit als hohes kostbares Gut von Kindesbeinen an gelehrt werden. Es ist sehr wohl eine Bildungsaufgabe, sich bewusst zu sein, wie kostbar es ist, zu leben; und wie selbstverständlich es hingenommen wird, dass Leben ein Geschenk ist. Alle Sorgen werden klein gegen die, gesund zu sein, sagt der Volksmund. Also die Erfahrung. Und wenn es einen dann erwischt hat, kommen unweigerlich die verschiedensten Deutungsmodelle auf den Tisch. Den OP-Tisch. Wohl dem, dessen Beistand dann ein bewährtes Modell ist.

Wenn dein Aug ob meinem wacht,
wenn dein Trost mir frommt, 
weiß ich, dass auf gute Nacht
guter Morgen kommt.

Leben und Wohltat hast du an mir getan, und deine Obhut hat meinen Odem bewahrt.
(Hiob 10,12)

Paulus schreibt: Epaphroditus war todkrank, aber Gott hat sich über ihn erbarmt; nicht allein aber über ihn, sondern auch über mich, damit ich nicht eine Traurigkeit über die andere hätte.
(Philipper 2,27)

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