Todesurteil

Wir wissen weder Tag noch Stunde, zu der wir abberufen werden aus diesem zeitlichen  Leben. Na ja, manche können das mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit schon sehr eng eingrenzen: bei Hinrichtungen oder Suiziden. Die anderen bewegen sich eher unklug durch die Tage; das Bedenken der eigenen Sterblichkeit zählt nicht gerade zu unseren beliebtesten Alltäglichkeiten. Ist triste. Doch das Ende kommt gewiss. Es sollte eine der vornehmsten Aufgaben sein, dies sich zu vergegenwärtigen. Sich wissentlich des Todes zu vergegenwärtigen.

Man sagt, diese oder jene Krankheit sei ein Todesurteil. Und ja, manch einer fängt erst an, wieder aufzuleben unter solch starkem Eindruck. Doch wir wissen auch dann weder Tag noch Stunde, hoffen, dass er noch etwas verzieht, der Tod. Es wäre doch noch so viel unerledigt, ungelebt, ungeliebt, bis das Todesurteil vollstreckt wird.

Wann wird die Todesurkunde eigentlich ausgefüllt?
Jede Geburtsurkunde ist auch eine Todesurkunde, denn zu sterben setzt notwendig leben voraus. „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…“ Wie sie aufleben! Erleben! Gedeihen! Sich qualifizieren!
Die Frage ist weniger, wann das Urteil vollstreckt wird, sondern vor allem welche Qualität wir unserem Leben in der Zwischenzeit zu geben bereit waren.

1. Abend ward, bald kommt die Nacht, 
schlafen geht die Welt; 
denn sie weiß, es ist die Wacht 
über ihr bestellt. 

2. Einer wacht und trägt allein 
ihre Müh und Plag, 
der lässt keinen einsam sein, 
weder Nacht noch Tag. 

3. Jesu Christ, mein Hort und Halt, 
dein gedenk ich nun, 
tu mit Bitten dir Gewalt: 
Bleib bei meinem Ruh’n. 

4. Wenn dein Aug ob meinem wacht, 
wenn dein Trost mir frommt, 
weiß ich, daß auf gute Nacht 
guter Morgen kommt.

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„Er hätte nie gewollt, dass…“

Stimmt das wirklich, dass der Tod einen Menschen unabänderbar auf etwas festlegt? Oder ist es die Nachwelt, die nach seinem Ableben ihre Interpretationen verewigen möchte? Mit ihren Narrativen Geschichte schreiben?

Wenn leben heißt, sich regen, wenn Leben Veränderung, kurz: metanoia ist, dann ist Buße Befreiung aus festlegenden Zwängen, aus Korsetten und Schubladen.

Auch auf die Gefahr hin, den eigenen Bekanntenkreis zu verunsichern oder sich gar selbst eine zeitlang nicht ausstehen zu können: Es gibt einen, der dich liebt. Das ist die Kraft der Buße. Der hätte nie gewollt, dass… du erstarrst. „Christus ist mein Leben und sterben mein Gewinn“. Tagtäglich.

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Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch der Mutter.

„Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?“ fragt der eine Zwilling.

„Ja, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden groß und stark für das was draußen an der frischen Luft kommen wird.“ antwortet der andere Zwilling.

„Ich glaube, das hast du eben erfunden!“ sagt der erste. „Es kann kein Leben nach der Geburt geben – und wie soll den ‚frische Luft‘ bitte schön aussehen?“

„So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller sein als hier. Und vielleicht werden wir mit den Beinen herumlaufen können und mit dem Mund tolle Sachen essen?“

„So einen Schwachsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns nährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist doch die Nabelschnur viel zu kurz.“

„Doch, das geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders sein.“

„Du träumst wohl! Es ist doch noch nie einer zurückgekommen von ’nach der Geburt‘. Mit der Geburt ist das Leben einfach zu Ende! Punktum!“

„Ich gebe ja zu, dass keiner genau weiß, wie das Leben ’nach der Geburt‘ aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und sie wird sicher für uns sorgen.“

„Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo soll denn die nun sein, bitteschön?“

„Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!“

„So ein Blödsinn! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht! Schluss damit!“

„Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie leise singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt ganz sanft und liebevoll streichelt …“

Henry Nouwen

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Das Sterben hat verschiedene Dimensionen

– Da ist zum einen die Frage, wie man stirbt. Wir wünschen uns ein gnädiges, wenig leidvolles, sanftes Dahin- oder Hinüber- oder Fortgleiten.
– Zum anderen ist äußerst spannend, was in den allerletzten Sekunden des Ablebens mit einem geschieht. Eine völlig neue Konfrontation, Herausforderung und mithin Erfahrung.
– Die dritte Dimension ist die des Todes selbst: Welche Realität ist damit verbunden? Wir wissen es nicht.

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GRUNDIRRTUM

Ich bin mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Ich weide mich auf einer grünen Aue
und führe mich zum frischen Wasser.
Ich erquicke meine Seele.
Ich führe mich auf rechter Straße um meines Names willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal
fürchte ich kein Unglück; denn ich bin bei mir,
mein Stecken und Stab trösten mich.
Ich bereite vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Ich salbe mein Haupt mit Öl und schenke mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang
und ich werde bleiben in meinem Hause immerdar.

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ABSCHIED

Und du liegst im Krankenhaus – Dreibettzimmer:
Erwartungsgemäß öffnet sich eines Vormittags die Tür und herein kommt die Weiße Wolke: Chefarztvisite. Alle, die du selten zu Gesicht bekommst stellen sich in respektvoller Entfernung um dein Bett. Und der Chefarzt spricht – und alle nehmen begierig seine goldnen Worte auf – : „Nun, mein Lieber, jetzt wäre eigentlich der rechte Zeitpunkt, sich darüber Gedanken zu machen, was man gerne noch erleben möchte.“

Du denkst bei dir selbst:
Was ich gern noch alles erleben möchte?
Was ist das denn für ein Unsinn?!
Wie es um mich steht, weiß ich am allerbesten selbst.
Ich habe alles erlebt, was ich erleben wollte.
Da ist nichts mehr offen.

Und du denkst weiter:
Wenn meine Zeit nun kommt und meine Frist nicht mehr zu verlängern ist: Dann werde ich mich doch nicht mehr mit Dingen beschäftigen, die in der Vergangenheit liegen und nach mir greifen wollen! Da will ich doch offen sein für die Gegenwart und alle Zukunft!

Du lächelst den Chefarzt an:
„Meine Erfahrungen, meine Erlebnisse haben mich geprägt; ich werde sie überall hin mitnehmen. Aber sie sollen mich nicht binden, sie sollen nicht bestimmen, was ich heute tue und morgen will! Ich habe meine Vergangenheit deshalb auf inaktiv gestellt.
Ich bin frei für neues Leben. Ich, der ich bin, lebe neues Leben.

Heute schauen wir durch einen Spiegel in einem trüben Glas; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Ich werde erkennen, wie ich erkannt bin.

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Für Berlinerinnen und Berliner – und nicht nur für diese

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„Aus Freude am Glauben“ präsentieren Christen beim 5. Berliner Fest der Kirchen am 08. September 2018 ihre bunte Vielfalt und stellen ihr religiöses, soziales und kulturelles Engagement vor.
Grußwort des Senators für Kultur und Europa, Klaus Lederer

Auch 2018 findet das Fest wieder auf dem Alexanderplatz statt.

Bühnenprogramm

ab 12 Uhr internationales Street Food, Markt der Möglichkeiten, buntes Bühnenprogramm, Aktionen und Angebote für Kinder

18 Uhr ökumenischer Gottesdienst mit den Bischöfen und leitenden Vertretern der Kirchen

20 Uhr Open-Air-Konzert mit Hillsong Berlin

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Autobahnkirche Zeestow

slider_RuFH_mit_Kirche-1600x600Die Dorfkirche Zeestow wurde vierzig Jahre nicht mehr von der Gemeinde genutzt. Seit Juni 2014 steht sie nun nach aufwändiger Renovierung wieder allen Interessierten täglich von 08 bis 18 Uhr offen. Als Ausflugsziel, Kunsterlebnis und Tankstelle für die Seele.
http://www.autobahnkirche-zeestow.de

Als Dauerausstellung beherbergt das Kirchgebäude Gemälde von Prof. Volker Stelzmann. Er hat diese Bilder „die Berufenen“ genannt. 
http://autobahnkirche-zeestow.de/gemaelde/

Zur Kirche gehört ein Rüst- oder Freizeitheim, „Bei den Aposteln“.
Es bietet ein modernes Interieur und ein unkompliziertes Gelände für selbstorganisiertes Freizeitprogramm. Wir Biker haben es schon wiederholt genutzt und fühlen uns dort heimisch. Aber das liegt am Geist der Apostel.
http://www.apostel-zeestow.de

Allein schon die liebevoll gestaltete Webseite ist eine Tankstelle für die Seele und lädt zum Verweilen und zur Freizeitgestaltung ein. Einfach mal vorbeischauen. Nicht nur virtuell.
Autobahnkirche Zeestow – ein Ort auf der Landkarte.
Anfahrt über A10 Westlicher Berliner Ring | Abfahrt 27 – Zeestow | https://goo.gl/maps/ZkHLa

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Vorsorge

Nicht so sicher, ob, wenn jemand gleich sagt: „Dein Wille geschehe“, er nicht eigentlich meint: Mein Wille.
Weshalb Jesus vorsorglich empfiehlt mitzubeten: wie im Himmel, so auf Erden.

Es ist der HERR; er tue, was ihm wohlgefällt.
(1.Samuel 3,18)

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Ach ja, die 10 Gebote sind universell

Es wird beim Lesen alttestamentlicher Texte oft ignoriert, für wen sie eigentlich geschrieben sind. Aus Worten an das Volk Israel werden dann – ganz unbekümmert – Aussagen an alle Welt. Vor allem, wo es sich um den Einsatz für Arme, Elende, etc., pp… handelt. Die Gerichtsansagen, also da nimmt man es denn schon etwas genauer, die stammen entweder aus archaischen Zeiten, oder von einem israelischen Rachegott.

Also entweder ihr lasst die Texte des sog. Alten Testaments den Juden, und dann eben alle Texte, und schert euch nicht weiter drum, denn sie gelten ja nicht euch, oder ihr lasst sie euch gesagt sein. Dann aber alle Texte. Und ihr müsst begründen, warum sie euch gelten.

Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden; und die nach dem HERRN fragen, werden ihn preisen.
(Psalm 22,27)

Jesus spricht: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.
(Johannes 6,35)

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gehört zusammen

Einen Fremden sollst du nicht quälen. Denn ihr wisst, wie dem Fremden zumute ist, seid ihr doch selbst Fremde gewesen im Land Ägypten.
(2.Mose 23,9)


Tritt ein zu dieser Schwelle! Willkommen hierzuland!
Leg ab den Mantel, stelle den Stab an diese Wand!

Sitz obenan zu Tische! Die Ehre ziemt dem Gast.
Was ich vermag, erfrische dich nach des Tages Last!

Wenn ungerechte Rache dich aus der Heimat trieb,
nimm unter meinem Dache als teurer Freund vorlieb!

Nur eins ist, was ich bitte: Lass du mir ungeschwächt 
der Väter fromme Sitte, des Hauses heilig Recht!
(Ludwig Uhland)

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Wenn Recht zu Unrecht wird…

Wo Recht zu Unrecht wird…
Der Begriff SELBSTJUSTIZ legt nahe, dass es sich bei Getreibjagten um Beschuldigte handelt, um welche sich eigentlich die Polizei zu kümmern hätte. In Wahrheit sind es unbescholtene Passanten, die dem Hass zum Opfer fallen.

Wer etwas ändern möchte, darf friedlich demonstrieren und von seinem Wahlrecht Gebrauch machen. Selbstjustiz ist nicht vorgesehen, also Unrecht.

…da wird Widerstand zur Pflicht.
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SERMONELLE 28.7.2018

„Ich liebe dich“, sagte sie mit leiser und eindringlicher Stimme, und sofort war ich mit jeder Faser meines Körpers erfasst, wohlig erregt und durchdrungen, von einem Moment auf den nächsten in einen anderen seelischen Aggregatzustand versetzt. Verweile doch, du bist so schön!

Als sie die Diagnose Krebs erfuhr, drang es ihr durch Mark und Bein. Wie ins Herz gestochen brach sie zusammen. Nichts würde mehr so sein, wie es eben zuvor noch gewesen. Am liebsten wollte sie es nicht wahrhaben. Das kann ja gar nicht sein!

Die Macht der Worte hat jeder schon einmal am eigenen Körper erfahren; und sich über die Ohnmacht der eigenen Worte geärgert, die sooft das Gegenüber NICHT mit einer solch durchschlagenden Wucht trafen, wie beabsichtigt. Manch einer sieht sich gar mit einer Strafanzeige konfrontiert, weil seine Worte beim anderen wohl nicht so gut ankamen.
So kann es einem ergehen. So ist das mit den Worten.
Es kommt eben doch darauf an, wer was sagt: WER was sagt und WAS er oder sie sagt.

Das rechte Wort zur rechten Zeit in Vollendung, in untrennbarer Einheit, erst- und letztgültig, es ist das fleischgewordene Wort Gottes, welches wir Jesus, den Christus genannt haben und der Welt in einzigartiger Weise bezeugen sollen.

Ich will wachen über meinem Wort, dass ich’s tue.
(Jeremia 1,12)

Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch.
(Hebräer 4,12)

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Update zum Thema „Blankenburger Süden“

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Was ist das?

Keine SERMONELLE heute

https://plus.google.com/u/0/+BerndPfarrerSchade/posts/afrfuxo9ABh
(Die Bilder sind mit google.maps generiert)

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SERMONELLE 24.7.2018

So, wie Mikro- und Makrokosmos Parallelen aufweisen – in der Wahrnehmung sind uns beide unüberschaubar – so verhält es sich auch mit drinnen und draußen: das darin Wesentliche – Gott – ist unübersehbar. Deswegen erscheint der Appell zur Umkehr noch lange nicht notwendig als moralischer Imperativ, bloß weil er von Gott ist.

Man geht gern mal mutwillig in die Irre, das zählt zu den menschlichen Freiheiten. Öfter jedoch geht man in die Irre aus Neugierde, aus Forscherdrang und dem Wunsch nach Horizonterweiterung und Veränderung.
Sich ausprobieren. Trial and Error. Kindlichkeit.

„Komm nach Hause, es ist schon spät!“
(Denn es will Abend werden.)
„Öffne die Tür, denn dein Schicksal steht herfür!“
(Gott ward dir Mensch.)

Der Umkehrruf erinnert dich an deine Herkunft, deinen Ursprung in Gott.
Der Umkehrruf hält dich aktiv, denn das Leben kehrt bei dir ein.

Kehrt um zum HERRN, von welchem ihr so sehr abgewichen seid!
(Jesaja 31,6)

Gebt Acht, ich stehe vor der Tür und klopfe an!
(Offenbarung 3,20)

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SERMONELLE 22.7.2018

Militärische Stärke und Dominanz lässt die Bewohner eines Landes ruhig schlafen. Befürworter wie Rüstungsgegner. „Wer uns angreift, muss mit schmerzhaften Reaktionen rechnen.“ Rüstungsgüter sind von je her ein glänzendes Geschäft, mehret den Wohlstand, stärkt die Wirtschaft, betäubt pazifistische Gewissen, also jene, die es für ihre Stärke halten, sich gerade nicht auf Waffen verlassen zu wollen. Sondern? Worauf?

Mir scheint, ein aufrechter Pazifismus wurzelt allein im Gottvertrauen. Denn je radikaler, desto widersprüchlicher ist er; und am Ende führt ein konsequenter Pazifismus in eine Aporie, in eine Lage, in welcher das unbedingte Vertrauen die einzige Option ist, dass alles zum Guten gewendet werden möge.

„Am Ende“, sage ich, also in der Situation, in der es darauf ankommt, in welcher jedwede Gesinnung sich bewähren muss – nicht auf facebook oder twitter (da vielleicht auch, wer weiß das schon so genau zu beurteilen…)
Gottvertrauen ist die Gesinnung der Endzeiten.
Gottvertrauen ist Zeichen von Schwäche, von Kapitulation vor den weltlichen Kräften und als deren Versagen. Gottvertrauen ist die Kraft, die bleibt.
Gottvertrauen hat seine Ur-Sache in Gott.
Gottvertrauen ist Gnade.
Nichts weiter.

Jene verlassen sich auf Wagen und Rosse; wir aber denken an den Namen des HERRN, unsres Gottes.
(Psalm 20,8)

So sei nun stark durch die Gnade in Christus Jesus.
(2.Timotheus 2,1)

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SERMONELLE 21.7.2018

Die „lebendige Seele“ ist nach biblischem Zeugnis eine „bedürftige Kehle“.
Dei kann manchmal quietschlebendig sein, oder schmachtend (was ja auch zu Leben dazu gehört). Wenn man betrachtet, wie angewiesen neugeborene und aufwachsende Menschlein doch im Vergleich zu anderen Arten von Tieren sind, wird das augenfällig.
Wenn man auf das Altern der Menschen schaut, also in Pflegeeinrichtungen, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das Alter in gewisser Weise Ähnlichkeiten aufweist zu den ersten Lebensjahren. Und wenn wir ehrlich sind: vollständige Unabhängigkeit oder Souveränität erlangen wir im gesamten Lebenszyklus nicht.
Das Angewiesensein prägt unser Dasein. Folglich macht gutes Zusammenwirken den Erfolg des Menschen aus.

Den relativen Erfolg, so müssen wir betonen, gemessen an dem, was Phantasie und Vision noch alles möglich erscheinen lassen; gemessen daran, dass das Ganze im Großen wie im Kleinen von den Humanoiden nur ansatzweise erschlossen ist.

Wir sind nicht geschaffen, im Ansatz schon stecken zu bleiben. Und auf viele menschliche Errungenschaften sind wir ja mit Recht stolz. Gibt es eigentlich ein Kriterium zur Beurteilung unserer Werke? Auch darin sind und bleiben wir Angewiesene. Kinder zeigen Eltern und Lehrern, was sie gebaut, gemalt, gedichtet, geschaffen haben. Und Erwachsene kommunizieren ihr Denken und Handeln mit anderen; zur Vergewisserung oder zur Begutachtung.

Das Angewiesensein bietet uns unseren Bezugsrahmen: Einerseits wollen wir es überwinden, wollen frei sein. Andererseits kommen wir allein nicht weiter.
Das Angewiesensein ist ein Symbol für Gott, für unseren Bezugsrahmen. Einerseits wollen wir frei sein, andererseits …
Andererseits nehmen wir am Ende Halt, Hilfe und Geborgenheit dankbar an.
Und zwischendrin die Erfahrung, von Anbeginn an – in Christus konfiguriert – bis zum unbekannten Ende auf dem richtigen Weg zu sein. In seinen Spuren wandeln wir.

Gott der HERR machte den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.
(1.Mose 2,7)

Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.
(Epheser 2,10)

 

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SERMONELLE 19.7.2018

„Kein Ding ist hier noch dort,
das schöner ist als ich,
weil Gott, die Schönheit selbst,
sich hat verliebt in mich.“

Angelus Silesius (lat. für Schlesischer Engel oder Bote, eigentlich Johannes Scheffler; getauft † 9. Juli 1677 in Breslau) war ein deutscher Dichter, Priester, Arzt und Politiker. Er trat vom Protestantismus zum Katholizismus über, weil ihm die mystischen Aspekte des Christentums bei Luther gefehlt hatten. Nach seiner Konversion stellte er sich mit großer Konsequenz in den Dienst der Gegenreformation Schlesiens, die er mit insgesamt 55 sehr scharf und polemisch formulierten Streitschriften gegen die Protestanten unterstützte. Schon seine erste große Streitschrift (Türkenschrift, 1663) brachte ihm eine Anklage als Friedensstörer ein. Martin Luther nannte er einen Luzifer, der statt himmlischen Lichts nur höllische Finsternis gebracht habe; die Türkengefahr als Bedrohung des christlichen Abendlandes interpretierte er als göttliche Strafe für die lutherische Ketzerei.

Ein Mann der scharfen Zunge mit ungebrochenem Selbstbewusstsein, einem Albert Schweitzer nicht unähnlich. Im Alter widmete er sich ganz als Arzt den Armen unter den Kranken, behandelte Mittellose zum Teil unentgeltlich – so wie jeder von uns es gewiss doch auch machen würde – und verschenkte nach und nach sein ganzes Vermögen an arme Menschen.
Ein Mann der scharfen Zunge, der nur deswegen nicht nach Facebook gehört, weil er zugleich ein Mann der kraftvollen Taten war.

„Gott“, so dichtete er, „weil er groß ist
gibt am liebsten große Gaben.
Ach, dass wir Armen
nur so kleine Herzen haben!“

In deiner Hand, HERR, steht es, jedermann groß und stark zu machen.
(1.Chronik 29,12)

Es kam unter den Jüngern der Gedanke auf, wer von ihnen der Größte wäre.
Da aber Jesus den Gedanken ihres Herzens erkannte, nahm er ein Kind und stellte es neben sich. 

(Lukas 9,46-47)

 

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SERMONELLE 18.7.2018

Am Zustand der Erde können wir ablesen, wie sehr unsere Sehnsucht nach Leben, nach Zion, erfüllt ist.

Der Ort, wo Leben gegeben wurde, trägt den Namen PARADIES.
Wobei mir unzweifelhaft ist, wer es gab: Gott, der Allmächtige. Und er gab ein Vermächtnis, einen Auftrag: zum Pflegen und Bewahren.
Auch jenseits von Eden bleibt der Auftrag zum Pflegen und Bewahren des Anvertrauten bestehen; nur ist der Horizont erweitert, und zwar im gleichen Maße, wie unser Vermögen der Erkenntnis von gut und böse reicher wurde. Als Bereicherung haben wir empfunden, wie zur Verantwortung für das Große auch die für die inneren Werte hinzukam. Mikro- und Makrokosmos spiegeln einander.
Und darüber vergaßen wir zu oft, dass dem Großen, fast unüberschaubaren dieselbe Aufmerksamkeit zukommt wie der Welt der Befindlichkeiten. Doch dafür sind wir doch Viele – die Vielen -, um gemeinsam schwere Aufgaben zu Schultern. Oder?

„Macht euch die Erde untertan“, lautete die göttliche Ermutigung an seine wissenden Geschöpflein. Nur ein unbelehrbarer Untertan kann diese Ermutigung missdeuten.
Wie der kleine Prinz vom Fuchs belehrt wurde, er sei zeitlebens verantwortlich für das, was er sich vertraut gemacht hat, so sind wir alle, Prinzen und Prinzessinnen für den Zustand des Globus verantwortlich, soweit wir ihn begreifen und soweit wir ihn uns anvertraut haben.

Gott, der Allmächtige, steht für die freien Gestaltungsräume. Denn das „Vorbild Paradies“ taugt heute weniger denn je. Gott setzt in uns und uns gegenüber einen Sehnsuchtsort und gibt ihm einen Namen: ZION.
Das willst du nicht wahrhaben?
Dann lies mal Zeitung!

Am Zustand der Erde nun können wir ablesen, wie sehr unsere Sehnsucht nach Leben, nach Zion, erfüllt ist. Bewahrt die Schöpfung!

Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HERR, denn ich bin euer Herr! Und ich will euch holen und will euch bringen nach Zion.
(Jeremia 3,14)

Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
(Johannes 6,37)

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SERMONELLE 15.7.2018

Eine sehr schöne Verstehbarmachung: Das Teuflische erscheint als Auswirkung, also so, wie es erlebt wird. Nicht als persönlich gedachte metaphysische Instanz. So entgeht man der Gefahr, vor der Übermacht zerstörerischer Kräfte zu kapitulieren und ihnen religiöse Relevanz zu geben. Nicht die Vertröstung auf ein besseres Jenseits ist das eigentliche Problem, sondern das Verschieben diesseitiger Bedrohungen in die Ewigkeit.
(Beides ist seelsorgerlich schon gnädig nachvollziehbar, für den, dem keine andere Bewegungsmöglichkeit mehr bleibt.)

Wenn wir von Tyrannei sprechen, dann auch von denen, die sie verursachen, von überlagernden Interessen. Wenn wir von Tyrannei sprechen, dann auch von der Hoffnung auf ihre Überwindung. Und das geschieht im Diesseits: dazu ist erschienen der Sohn Gottes!

Tyrannen entlehnen ihre Argumente, die sie zur Begründung ihrer sehr weltlichen Interessen einsetzen, oft, allzu oft religiöser Sprache. Sie beschwören übergeordnete Interessen. Sie missbrauchen, was Menschen heilig ist und was sie glauben und hoffen. Freies, gottgefälliges Tanzen und Singen ist jedweder Theokratie ein Dorn im Auge und ein Abszess im Ohr: jüngst lernte man das im Iran. Es stört die faschistischen Gleichgesänge, die sie den Kehlen der Totgeweihten auf ihren letzten Märschen noch abringen. Tyrannen gebrauchen den Gott, um sich aus der Verantwortung zu stehlen.
Sie entmenschlichen ihn quasi und verleihen ihm tyrannenhafte Züge.
Ein Gott, der keinen Sohn hat, ist ein Tyrann.

HERR, du dämpfst der Tyrannen Siegesgesang.
(Jesaja 25,5)

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.
(1.Johannes 3,8)

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SERMONELLE 11.7.2018

Empfehlen würde ich ja eine antiempörialistische Haltung angesichts der zunehmenden Verhärtung innerhalb des öffentlichen Diskurses, angesichts von Polarisierung, gegenseitigem Hochschaukeln und mithin gegenseitiger Bestätigung. Aber Antiempörialismus wäre Teil des Problems einer Gesellschaft unreiner Lippen. Nicht die Lösung.

Die ist aus Gottes reinem Munde zu erwarten: Nächstenliebe, die niemanden ausschließt, wie Sünder oder Zöllner oder Fremde. Feindesliebe gar, denn die eigene Gruppe zu lieben tun auch die Heiden. Liebe zu den Geschwistern, denn da krachts am häufigsten.

Seelenenthärtung ist die Frucht der Selbsterkenntnis, Empathie der Weg zum Anderen. Liebe – ach: der Königsweg, der göttliche Ratschluss für alles. Liebe übt man, übt man (nie) aus. Ohne sie stößt das Wort der Wahrheit allseits auf taube Ohren.

Jesaja sprach: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen.
(Jesaja 6,5)

Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten.
(Epheser 4,25)

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SERMONELLE 10.7.2018

Na das ist doch mal ne Tageslosung mit Lehrtext, die man ganz ohne Worte dem verant-Wort-ungsbewussten Leser anvertrauen darf.

Ich weiß, ich weiß, es kann alles auch wieder zerredet werden. Deshalb sach ick etz nix

Freigebige werden immer reicher, der Geizhals spart sich arm.
(Sprüche 11,24)

Gastfrei zu sein vergesst nicht.
(Hebräer 13,2)

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SERMONELLE 4.7.2018

Vielleicht lässt sich das Wort Lob in Bezug auf Gott am ehesten als Würdigung verstehen. Dann steht es nicht in Gefahr eines psychologischen Missverständnisses. Gott bedarf des Lobes nicht, um sich etwa besser zu fühlen, mehr anzustrengen, uns besonders zu bedenken. Und im gleichen Maße gilt dann auch der Umkehrschluss: Wir haben keinen Zugriff, keinen Ansatz, keine Einwirkungsmöglichkeit auf Gottes Handeln. Wir können Gott nicht manipulieren, indem wir seine Taten überschwänglich lobpreisen.

Wozu dann das Gotteslob?
Weil es ein Positivum darstellt, eine Position und keine Negation. Das allein schon ist ein hohes Gut in einer Welt, die mit negativen Schlagzeilen mehr Geld „verdient“ als mit Berichterstattungen über positive Beispiele; einer Welt der Populisten jedweder politischen Richtung; einer digital vernetzten Welt enthemmter allseitiger Hetze.

Und ein zweites kommt noch hinzu:
Wer lobt, zeigt sich erkenntlich, mithin erkennbar.
Wer gemeinsam lobt, konstituiert sich als Gruppe, die positiv wirken möchte und positiv wirkt. So divers die Erfahrungen mit Gott auch immer sein mögen, so eindeutig manifestiert sich der Lebendige im ausdrücklichen gemeinsamen Gotteslob. Nicht loben sie Gott, weil sie seine Jünger sind; sondern sie werden dadurch erst zu seinen Jüngern.

Erkennt, dass Gott ist unser Herr,
der uns erschaffen ihm zur Ehr,
und nicht wir selbst: durch Gottes Gnad
ein jeder Mensch sein Leben hat.

Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!
(Psalm 103,1)

Die ganze Menge der Jünger fing an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten.
(Lukas 19,37)

 

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SERMONELLE 3.7.2018

Wer Einsicht in Krankenakten hat, erhält einen Bericht über die medizinische Einschätzung eines Patienten, einen sog. Arztbericht von höchster pragmatischer Sachlichkeit. Dem kundigen Leser erschließt sich das Fachchinesisch, allen anderen nur schwer. Der dazugehörige Bericht des betroffenen kranken Menschen erschließt sich gut ohne dezidierte Fachkenntnis und es tut ihm unendlich gut, von seinem Widerfahrnis künden zu dürfen in dem Wissen, ein Ohr gefunden zu haben. Heilend ist – abgesehen vom immer erfolgreicheren Bemühen der Ärzte – allein schon die Qualität des Zuhörens. Heilend auch das Aussprechenkönnen, das sich-aussprechen-können des Leidenden.

Davon profitieren die Zuhörenden gleichermaßen, lässt sich doch aus dem Erzählten, der Lebensgeschichte entnehmen, wie es zur Erkrankung kommen und was zu ihrer Linderung beitragen konnte. Erzählungen von Erkrankten sind Bericht, Verkündung,  Deutung, Weissagung, also: NARRATIVE.

Ähnliches finden wir auch in anderen sozialen Zusammenhängen, in der Justiz bei der Urteilsverkündung, nachdem alle anderen Narrative angehört wurden, nach absolvierten Prüfungen oder Bewährungsproben, dramatischen Ereignissen, etc.
Wir erzählen uns davon. Zum Nutzen anderer.

So ist das auch mit der Religion.
Kirchengemeinden sind in unserer deutschen Wirklichkeit die wohl einzigen Orte, an denen noch gesungen wird. (Früher sang man auch zu Hause.) Die alten Liedertexte werden im Vollzug gemeinsamen Gesanges aktualisiert und gewinnen auf wunderbare Art weissagenden Charakter.

Ich singe dir mit Herz und Mund,
Herr, meines Herzens Lust,
ich sing und mach auf Erden kund,
was mit von dir bewusst…

Du füllst des Lebens Mangel aus 
mit dem, was ewig steht 
und führst uns in des Himmels Haus,
wenn uns die Erd entgeht.

Wie soll ich dem HERRN vergelten all seine Wohltat, die er an mir tut?
(Psalm 116,12)

Jesus sprach zu dem Geheilten: Geh hin in dein Haus zu den Deinen und verkünde ihnen, welch große Dinge der Herr an dir getan und wie er sich deiner erbarmt hat.
(Markus 5,19)

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SERMONELLE 2.7.2018

Atemlos durch die Nacht mag ja gelegentlich ganz schön sein – Eu-stress – aber auf Dauer gestellt tut eine solche Lebensweise weder der Seele noch dem Körper gut. Wir sind nicht als Party-Menschen geschaffen.

Andere können nachts nicht atmen, weil ihnen ein Alb auf die Brust drückt. Oder eine Lungenerkrankung. Jeder ernsthaft erkrankte Mensch zieht Kreise der Besorgnis, des Mitgefühls und der Trauer, jeder ernsthaft erkrankte Mensch kostet das soziale System viel Geld. Darum sollte Gesundheit als hohes kostbares Gut von Kindesbeinen an gelehrt werden. Es ist sehr wohl eine Bildungsaufgabe, sich bewusst zu sein, wie kostbar es ist, zu leben; und wie selbstverständlich es hingenommen wird, dass Leben ein Geschenk ist. Alle Sorgen werden klein gegen die, gesund zu sein, sagt der Volksmund. Also die Erfahrung. Und wenn es einen dann erwischt hat, kommen unweigerlich die verschiedensten Deutungsmodelle auf den Tisch. Den OP-Tisch. Wohl dem, dessen Beistand dann ein bewährtes Modell ist.

Wenn dein Aug ob meinem wacht,
wenn dein Trost mir frommt, 
weiß ich, dass auf gute Nacht
guter Morgen kommt.

Leben und Wohltat hast du an mir getan, und deine Obhut hat meinen Odem bewahrt.
(Hiob 10,12)

Paulus schreibt: Epaphroditus war todkrank, aber Gott hat sich über ihn erbarmt; nicht allein aber über ihn, sondern auch über mich, damit ich nicht eine Traurigkeit über die andere hätte.
(Philipper 2,27)

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SERMONELLE 30.6.2018

Sich bekannt machen, sich einen Namen machen, geschieht durch entsprechendes Handeln, reden oder schweigen. Niemand bleibt ohne Außenwirkung, sei es durch aktives kraftvolles gestalterisches Tun oder durch Unterlassen. Und so bekommt man dann über die Zeit hinweg ein Ansehen, einen Stempel, einen Achtungsstand, eine Wertschätzung und Bedeutung oder Leumund. Irgendwann nämlich ist man verbraucht: Ach die, die ist doch immer so… Bei dem musst du darauf gefasst sein, dass… usw.

Wer alles hat, Reichtum, Ansehen, Macht und Influence denkt über seinen Tod hinaus, wohl wissend, dass das letzte Hemd keine Taschen hat: wie er oder sie in Erinnerung bleiben möchte. Sie war eine Kunstliebhaberin. Er hat sich als Wohltäter erwiesen. Er zeigte gegenüber Obdachlosen seinen weichen Kern. Sie vermittelte auch dem politischen Gegner immer ein Gefühl von Wertschätzung.
Das ist dann der bleibende Eindruck, die Erinnerung, das Denkmal der Person, von der nichts mehr zu erwarten und zu erhoffen ist.

Beistand, der nicht ver- geht;
Trost, vom Himmel herab gereicht
ewig anrufbarer himmlischer Vater, Bruder und Geist
Help for the helpless
Gott:

Auf dich hoffen, die deinen Namen kennen; denn du verlässest nicht, die dich, HERR, suchen.
(Psalm 9,11)

Paulus schreibt: Der Herr stand mir bei und stärkte mich.
(2.Timotheus 4,17)

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SERMONELLE 24.6.2018

Das Allgemeine ist im Einzelnen.
Demnach repräsentiert jeder einzelne Mensch den Menschen an sich, die Menschheit.
Oder ist es doch genau andersherum?
Weil Menschen sich auf eine Vorstellung geeinigt haben, was der Mensch oder die Menschheit sei, haben wir eine Vorstellung davon. Diese jedoch ist abhängig vom Verständnisprozess, vom gelingen unseres Einigungsprozesses. Die sozialen Medien lehren uns, da keine vorschnellen günstigen Prognosen zu erstellen, was die menschliche Einigungsfähigkeit angeht.

Wie steht es um die Würde des Menschen? Ist sie als unantastbar gegeben? Oder ist sie davon abhängig, dass sie von niemandem angetastet wird? Beim Tiefdenken sehe ich den Schwerpunkt auf ersterem. Die Würde ist gegeben, die menschliche Würde – jeder einzelne Mensch steht für das Gesamt der Menschheit – ist eine Gabe. Sie zu pflegen und zu bewahren ist eine unserer vornehmsten Möglichkeiten.

Gelobet sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn ihm gehören Weisheit und Stärke!
(Daniel 2,20)

Johannes der Täufer sprach:Ein Mensch kann nichts nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist.
(Johannes 3,27)

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SERMONELLE 22.6.2018

Weihnachtseinkäufe – die meisten werden in genau sechs Monaten erledigt. Manchen ist es auch eine heilige Pflicht und Freude, dass sie Freude teilen und geben wollen. Da sind sie dann nicht erledigt, sondern wirkmächtig.

Die Tageslosung mit dem beigefügten Auslegungstext aus dem Neuen Testament erinnert uns schon sehr früh an die kommende Adventszeit. Da, wo der Sommer so richtig loslegt, da, wo die hellen Stunden am längsten und die Nächte von St. Petersburg „weiß“ sind, da, wo wir Feste des Lebens feiern, wohl wissend dass noch manche Nacht fallen wird auf Menschen Leid und Schuld, da werden wir an das eigentliche Geschenk des Lebens erinnert, das sich nicht erledigt, sondern nachhaltig wirkmächtig ist: Gott schenkt sich sich in seinem Sohn uns. Alles ist gegeben. Tochter Zion, freue dich!

Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR.
(Sacharja 2,14)

Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen.
(1.Johannes 4,9)

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SERMONELLE 21.6.2018

Abraham war ein umherirrender Aramäer. Nicht psychisch krank, aber sozial am Ende. Jeder, der eine Heimat hat, weiß, dass man diese nur sehr ungern für immer verlässt: zu Fuß und durch die Wüste. Vor Augen die Vision von einer herrlichen Zukunft, von einem Land darinnen Milch und Honig in Strömen fließt.

Das Gebiet zwischen Jordan und Mittelmeer – zwischen den beiden großen Reichen im Norden und im Süden – bot sich am ehesten an, sesshaft zu werden, Heimat zu sein. Es war beileibe nicht besonders fruchtbar. Aber wer fleißig war, wer Mühen nicht scheute, der konnte mit Geschick und Beharrlichkeit aus dieser wüstenähnlichen Gegend ein Land machen, in dem Milch und Honig fließt. Nun, die alten Visionen und Bilder verblassen mit der Zeit, werden von der Realität ein geholt. Statt Milch und Honig in Strömen ergießt sich ein Heimatgefühl in die Herzen derer, die es sich wohnlich und heimatlich gemacht hatten; sich und ihren zahlreichen Nachkommen.

„Wer aufbricht, der kann hoffen“, sagt der Dichter.
Man sollte diese Erzählung weitersagen und verändern: Aufbruch steht in Korrelation zum Ankommen, das Schaffen eines Zuhauses, welches Schutz und Ort und Verlässlichkeit darstellt, ist immer mit Mühen und Arbeit verbunden. Letzteres wird gelegentlich vergessen, Aufbruchsstimmung prägt die Befindlichkeit. Die Flucht nach vorne, die Flucht in die Weite stellt sich ein, wenn der bisherige Bestand infrage gestellt wird.  Wenn das bisherige Weltbild durcheinander gerät.

Manch einem verklärt sich von daher die Wüstenzeit.
Aber – wie angedeutet: Migration ist kein Zuckerschlecken, oder?

HERR Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt!
(Psalm 84,13)

Wo keine Hoffnung war, hat Abraham auf Hoffnung hin geglaubt.
(Römer 4,18)

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