Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens.
So sagt der Dichter Friedrich Nietzsche.
Im ersten Eindruck ein schönes Wort, welches Tiefe zu eröffnen scheint.
Bilder entstehen vor dem inneren Auge beim Wiederholen: Hoffnung, der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. Auch vermeint man die sanfte Stimme von Iz zu vernehmen zu den Klängen seiner Okulele: Somewhere over the Rainbow.
http://www.youtube.com/watch?v=gLfbpapQktk
Ein Wort für die Seele – also ein ganzheitliches Wort.
Aber sobald man beginnt, seiner Tiefe nachzuspüren, kommen erste Zweifel auf, ob der Satz wirklich erbaulich sei?
Oder nicht eher grausam gar!
Warum spricht der Dichter nicht vom Strom des Lebens?
Denn angesichts all meiner Erfahrung, all des Reichtums, der mein Leben ausmacht, mag ich selbiges nicht als dahinplätscherndes Bächlein begreifen. Dafür war es schon zu viel bislang, das meine Erwartungen an die Zukunft trägt; zu breit angelegt; dafür bin ich einfach zu tief, zu mitreißend, zu rauschend, zu …
Und meine Hoffnung – nicht etwa der Regenbogen über den Viktoriafällen?
Ein Bach nur?
Jenseits aller Erhabenheit, kaum genug, ein Dorf mit frischem Lebenselixier zu versorgen, geschweige denn eine Landschaft fruchtbar zu machen?
Und was gäbe es eigentlich zu hoffen?
Wenn der Bach doch sowieso herabstürzt, zu werden, wozu er bestimmt ist:
Meer! Nichts mehr!
Herabstürzt, als hätte er es besonders eilig, das Gegenwärtige zu verlassen, als sei es nichtig. Als sei es einfach nicht genug, Bach zu sein, nein: wo schon kein Strom, dann lieber Ozean, wo alle Ströme aufhören, zerfließen, zergleichen.
Das wäre wahrlich kein prächtiges Hoffnungsgut, die Bejahung des Zunichtewerdens und das Vergessen des Gewesenen.
Ist Hoffnung nichts anderes als ein wunderschöner Selbstbetrug, wenn sie anderes meint als das, was kommen soll? Ist Hoffnung überhaupt ein Gut?
Wenn ja, dann der beglückte und beglückende Ausdruck der Freude über den gegenwärtigen Augenblick, der nicht mitgerissen werden kann, möglicherweise aber durch das nachfolgende Wasser erneut bestätigt.
Und wenn du also Hoffnung verspürst, so dies dein Fatum ist, dann hoffe kräftig, dass andere, dass selbst dein Feind : darüber glücklich wird.

Gefällt mir gut. Über “Hoffnung” an sich hatte ich so noch nicht nachgedacht. Hoffnung war bisher für mich, klar, ein Zukunftswert. Woraus sie sich speist, hab ich so detailliert nicht angeschaut. Aus dem Glauben an Jesus, ja. Sie speist sich in Jesus aus dem, was ich nicht sehe. Aber die Gewissheit, dass etwas Gutes aus dem noch nicht Sichtbaren kommt ist (s)ein Geschenk. Wenn ich mein Empfinden richtig deute, dann speist sich Hoffnung für die Zukunft aus der Freude über vergangene und heutige “gute Momente”. Die Definition von “guten Momenten” muss im Maß meiner Veränderung (für mich) modifizierbar bleiben. Ob die Breite des Flusses wichtig ist? War mal so. Heute ist wichtig, dass es fließt. Stillstand ist schwer zu ertragen. Braucht sicher Wachstum bei mir an dieser Stelle aber andererseits wollte Jesus für uns keinen Stillstand. Ich hab HOFFNUNG (wenn ICH abnehme und ER zunimmt).